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Pütz & Schmitz

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Pütz & Schmitz
 

"bad" Godesberg

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Bad Godesberg Burgstrasse Bad Godesberg Burgstrasse
Burgstraße um 1907 Burgstraße 2010
Bad Godesberg Bad Godesberg
"Zu vermieten" an der Koblenzerstraße
Klinkercenter
Bad Godesberg Bad Godesberg
Idylle an den Kammerspielen (Stadttheater)
Multikulti oder Monokulti?
Bad Godesberg Bad Godesberg
Durchgang 'nur für Berber' Noch nicht saniert: Am Ännchenplatz
Bad Godesberg Bad Godesberg
Godesberger Flaniermeile Westwall am Moltkeplatz
   

Der Kommentar zum Thema

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Was ist aus meiner Heimatstadt geworden?

Wofür stehen die drei Buchstaben B-A-D noch vor dem Namen Godesberg? Für eine Badestadt im klassischen Sinne jedenfalls schon lange nicht mehr. Ein Thermalbad existiert nicht, der Mineralbrunnen stellte vor Jahrzehnten seinen Betrieb ein und aus der verbliebenen Draitschquelle (‚Kurfürstenquelle’) tropft es höchstens noch in mitgebrachte Flaschen, welche sich  Besucher dort füllen lassen. Davon gehen vielleicht ein paar gesundheitsfördernde Wirkungen für die Wassertrinker aus, der Stadtbezirk ‚Bad’ Godesberg wird davon wohl nicht mehr gesunden.

Besonders schlimm: Nicht wenige Godesberger Kommunalpolitiker jeglicher Couleur reden sich die Zustände aus irgendwie falsch verstandener ‚political correctness’ auch noch schön. Nur hinter vorgehaltener Hand oder unter vier Augen werden die katastrophalen Zustände in der Innenstadt beklagt. Die Zeiten, in denen der Einfluß Godesberger Kommunalpolitiker im Rat der Gesamtstadt Bonn noch stark war, scheinen ebenfalls vorbei.

Ist die Godesberger Innenstadt am Ende? Im Augenblick anscheinend am Ende einer konstruktiven Perspektive, wie es weiter gehen soll. Tagsüber ist der Theaterplatz überwiegend mit Menschen aus den die City umgebenden Wohngürteln bevölkert, auswärtige Besucher scheinen sich sehr in der Minderheit zu befinden. Was wollen sie auch besichtigen? Abends ist die Godesberger Innenstadt ziemlich tot und bis auf wenige Ausnahmen gastronomisch überschaubar. Es passiert nichts, außer gewissen Dingen, die nicht passieren sollten.

Es fällt gegenwärtig wirklich schwer, positive Zukunftsaussichten für die Godesberger Innenstadt vorher zu sagen. Sie ist einfach nicht attraktiv und die Zahl der klassischen Einzelhändler und von Inhabern geführten Geschäften sinkt. Ramschläden sind auf dem Vormarsch, ähnlich wie in der Alt-Bonner City und den meisten vergleichbaren Städten.

Daran ändern auch Einzelhandelskonferenzen, Gutachten und Stadtplanungsgesellschaften nichts mehr, der Zahn der Zeit hat schwer an Godesberg genagt.                                                      Erwin Ruckes
   

Bad Godesberg oder „bad“ Godesberg

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Bad Godesberg
BONN
Bad Godesberg
Kaputt saniert
Kriminalität
"Ghazastreifen"
„Och wat wor dat fröher schön doch en Bad Jodesberg...“
In Anlehnung an einen sentimentalen Kölner ‚Ohrwurm’ denken manch ältere Godesberger an die Zeiten zurück, als Bad Godesberg noch über eine intakte Innenstadt verfügte. Davon kann heute keine Rede mehr sein, die Godesberger Innenstadt hat massive Probleme in vielen Bereichen und besonders schlimm ist:
Mittelfristige Besserung ist nicht in Sicht.
Was ist passiert?

Die früher selbstständige Stadt Bad Godesberg kam im Rahmen der kommunalen Neuordnung 1969 zur Stadt Bonn. Heute leben über 70.000 Menschen im zweitgrößten Stadtbezirk Bonns, der eine lange Historie als qualitativ hochwertige ‚Wohnstadt’ hat. Das gilt auch noch heute, solange man in ausgewählten Vororten von Bad Godesberg wohnt.

Gegen die Zusammenführung der selbständigen Städte und Gemeinden Bad Godesberg, Beuel und Duisdorf zur neuen kreisfreien Stadt Bonn regte sich in Bad Godesberg der heftigste Widerstand. Heimatverbundene Kräfte und auch Geschäftsleute fürchteten eine Abwertung der florierenden Godesberger Innenstadt gegenüber der City von Alt-Bonn. Nach vierzig Jahren muß man leider sagen, die Pessimisten hatten wohl Recht, obwohl der Niedergang der Innenstadt keineswegs nur auf die Eingemeindung zurück zu führen ist. Das ehemals selbständige Bad Godesberg erlangte natürlich bei seiner Eingemeindung viele Vorteile in der Infrastruktur (Kultur, Verkehr etc.), die es als selbständige Stadt nicht so schnell oder gar nicht erreicht hätte. Außerdem saugte es vorher schon Honig aus der Ernennung der alten Stadt Bonn zur Bundeshauptstadt.

Bis zum Umzug von Parlament und Regierung galt Bad Godesberg als ‚Diplomaten-Stadtteil’ und war stolz auf seine Internationalität. Nahezu alle Botschaften in Deutschland waren dort angesiedelt und sorgten für ein interessantes Flair. Auch dies hat sich radikal geändert. Der heutige hohe Ausländeranteil in der Innenstadt hat auch seine optischen Auswirkungen hinterlassen. Besonders der Ännchenplatz und die Bonner Strasse entwickelten sich zu einem Laden- und Wohnghetto, das die heutige ‚Godesberger Internationalität’ nicht wirklich schmückt. Der böse Begriff vom ‚Ghazastreifen’ macht dort die Runde.

Im baulichen Bereich sprachen Kritiker schon früh von einer ‚Kaputt-Sanierung’ der Innenstadt. Eine heute nicht mehr nachvollziehbare Neubaugestaltung der sicherlich sanierungsbedürftigen früheren Godesberger Altstadt wirft die Frage an Politik und Verwaltung auf: Wie konnte so etwas überhaupt genehmigt werden? Eine Rot-Klinkerwüste im teilweise verkommenen Altstadt-Center, der seelenlose ‚Lindeblock’, eine geschmacklose ‚Legoland’-Architektur am Ännchenplatz‚ grotten-langweilige ‚Plattenbau-Architektur’ rund um den Theaterplatz und zugemüllte, mit Graffiti verunzierte Gäßchen und Durchgänge zwischen Koblenzer-, Alter Bahnhof- und Moltkestrasse versprühen stellenweise den ‚Charme’ verslumter französischer Vorstädte. Eine für den Autoverkehr gesperrte Koblenzer Strasse ergibt noch lange keine gefällige Fußgängerzone, solange sie weiter mit dem alten kaputten Belag auskommen muß und angrenzende leere Ladenlokale in Einkaufspassagen für ‚Geisterstadt’-Atmosphäre sorgen. Und der nach vielen Diskussionen renovierte Moltkeplatz erinnert ohne Markt mit seinen Panzersperren an Platzgestaltungen, die wir früher in totalitären Ostblockstaaten kannten.

Hinzu trat in den letzten Jahren eine soziologische Problematik, die sich im Brennpunkt Godesberger Innenstadt mit zahlreichen Einbrüchen, Sachbeschädigungen und Überfällen dokumentiert. Jugendbanden – häufig mit Migrantenhintergrund – sorgen für ein Klima von Unsicherheit und Angst. Das in diesem Jahr anstehende 800-jährige Jubiläum der Godesburg, dem eigentlichen Wahrzeichen der Stadt, zeigt symptomatisch, wo Bad Godesberg heute steht: Politik, Verwaltung und Bonner Tourismuswerber zucken mit den Schultern und murmeln von mangelnden finanziellen Mitteln und mangelndem touristischen Interesse. Und so wursteln sie alle vor sich hin: Kommunalpolitiker, Kaufleute, Stadtmarketing und auch die Lokalpresse, welche die Zustände teilweise verniedlicht, weil sie natürlich vom Anzeigenaufkommen der Geschäftsleute lebt und weniger von den Abonnenten in den Vororten. Die Geschäftsleute selbst geben sich – zusammen mit Stadtmarketing Bad Godesberg – noch die meiste Mühe. Aber es sieht nach einem Windmühlenkampf aus. Bad Godesberg hat – zumindest in seiner Innenstadt - den Begriff ‚Bad’ längst gegen das gleichnamige englische Wort ‚bad’ eingetauscht.

Ist das ‚Schönste an Bad Godesberg’ etwa der Tunnel unter der City, der eine schnelle Unterquerung der Stadtbezirks ermöglicht?

Was sagen Sie zur Bad Godesberger Innenstadt?