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Informationen zum Thema

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Der SPD-Bezirksverordnete Herbert Spoelgen stellte Anfang November 2009 eine aktuelle Anfrage zur Situation des Bonner Wochenmarkt auf dem Marktplatz:

Die Verwaltung wird um Beantwortung folgender Fragen gebeten:

1. Wie beurteilt die Verwaltung die Entwicklung des Bonner Wochenmarktes seit der Übernahme in private Trägerschaft?

2. Wie erklärt sich die Verwaltung die zunehmend zu beobachtenden Leerstände auf dem Markt?

3. Welche zusätzlichen Warenangebote sind zur Steigerung der Attraktivität des Wochenmarktes in absehbarer Zeit zu erwarten und welche Überlegungen gibt es im Hinblick auf eine Vereinheitlichung und Steigerung des Gesamteindrucks des Marktes?

4. Aus welchen Gründen ist ein nur in den ersten Wochen präsenter ‚Marktmeister’ seit Monaten nicht mehr zu sehen?

5. Was muss getan werden, um den Wochenmarkt wieder unter städtischer Regie zu organisieren?

Begründung:

Der Bonner Wochenmarkt bietet seit vielen Wochen ein trostloses Bild. Zeitweise waren nicht einmal 20 Stände auf dem Wochenmarkt vertreten. Dies widerspricht ganz eklatant den mit der Marktgilde getroffenen vertraglichen Vereinbarungen.
Auch das dem Kunden tatsächlich präsentierte Angebot hat sich im letzten Jahr keinesfalls verbessert.
Der groß propagierte „Marktmeister“ ist seit Monaten offenbar nicht mehr vorhanden, jedenfalls nicht auf dem Markt präsent.
Die von der Politik geforderte Aufwertung des Erscheinungsbildes des Marktes hat bis heute nicht stattgefunden, ganz im Gegenteil. Der gesamte Markt wirkt unansehnlicher denn je.
Deshalb sollte bei weiterer Missachtung der Vorstellungen der Politik durchaus darüber nachgedacht werden, den Markt wieder unter städtischer Regie zu organisieren.

Die Verwaltung (federführend Amt 33/Bürgerdienste) antwortete auf diese  Anfrage mit nachfolgender Stellungnahme:

zu 1.)
Die Vielfalt der Sortimente wurde verbessert durch 7 zusätzliche Händler mit bis dahin fehlenden Sortimenten (2 x Blumen und Pflanzen, 1 x Honig und Honigprodukte, 1 x Tee, Gewürze, Kräuter, 1 x Brot und Backwaren, 1x Tiroler Spezialitäten und 1 x Suppenstand Caritas). Die Stromversorgung im Bereich zwischen Mittelgang und Sternstraße wurde mit hohem finanziellem Aufwand durch die DMG Marktgilde e.G. komplett erneuert. Dadurch konnte die Abhängigkeit der Stromversorgung von einem einzelnen privaten Markthändler beendet werden.

Eine Reihe von Marketingaktionen für den Markt wurden durch die DMG Marktgilde e.G. durchgeführt. Insbesondere die Aktionen mit Schulklassen haben ein positives Echo gefunden, aber auch das Verschenken von Blumen z.B. zum Muttertag. Aktuell läuft die Überreichung von Präsentkörben an Hochzeitspaare, die im Alten Rathaus heiraten an.

Es wurde ein Marktbüro eingerichtet, die Präsenz der Marktmeister/ -in an jedem Tag von morgens 6:00 Uhr bis abends ca. 20:00 Uhr wurde eingeführt und ist grundsätzlich vor Ort gegeben. Über Aushang an den Verkaufsständen der Händler/ -innen werden die Kunden darauf aufmerksam gemacht. Zahlreiche Kunden haben die Möglichkeit der Ansprache genutzt. Diverse Beschwerden und Konflikte konnten auf diese Art und Weise vor Ort behandelt werden.

zu 2.)
Leerstände sind punktuell zu betrachten. Ein Obst- und Gemüsehändler ist kürzlich insolvent geworden. Dieser Standplatz wurde ganz aktuell (seit 19.11.2009) mit einem Selbstvermarkter (Eier, Geflügel, Nudeln, Wurst, Äpfel, Kartoffel, etc.) besetzt. Ein weiterer Markthändler hat gekündigt.
In den vergangenen Tagen und Wochen hatten einige Händler Urlaub, z.B. während der Herbstferien. Andere sind kurzfristig längere Zeit krankheitsbedingt ausgefallen. Einzelne tageweise (1 – 3 Tage) Ausfälle waren auf defekte Fahrzeuge, Trauerfälle im persönlichen Umfeld, personelle Probleme (keine Aushilfskräfte), etc. zurückzuführen. Eine kurzfristige Nachbesetzung ist in solchen Fällen faktisch nicht möglich.
Weitere Ausfälle sind vorauszusehen, da ein Händler eines Obst- und Gemüsestandes durch krankheitsbedingte Probleme ebenfalls an die Einstellung seines Betriebes denkt. Ein weiterer Stand hat derzeit teilweise Personalprobleme.

zu 3.)
Ausscheidende Händler sollen mit attraktiven Angeboten (z.B. Selbstvermarkter, Bio, Spezialisten) ersetzt werden. Eine Umstellung im Bereich zwischen Mittelreihe und Sternstraße ist derzeit wegen des Umbaus „Metropol“ nicht möglich. Die Stände zu vereinheitlichen scheitert augenscheinlich an den finanziellen Möglichkeiten der Händler.

Wichtig ist die Bereitschaft der Händler zusammen mit der DMG Marktgilde e.G. das begonnene Marketing für den Wochenmarkt auszubauen, um die Bedeutung und Attraktivität des Wochenmarktes voranzutreiben.

zu 4.)
Die Marktmeister/-in sind an ihrer Dienstkleidung zu erkennen, mit der Aufschrift "Marktmeister". Allerdings haben diese auch Büroarbeiten, Besprechungen, Reinigung der Kehrmaschine etc. zu erledigen. Sie sind allerdings während der gesamten Betriebszeit des Bonner Wochenmarktes über ein Diensttelefon (Festnetz - wird nach mehrmaligem Klingeln auf das Handy umgestellt - und Handy) ständig zu erreichen. Die Händler/ -innen haben einen entsprechenden Hinweis der Telefonnummern, z. B. für Reklamation, an ihrem Stand ausgehängt.

zu 5.)
Nach dem Mietvertrag zur Nutzung des Platzes „Markt“ in der Bonner Innenstadt zur Durchführung des Bonner Wochenmarktes zwischen der Bundesstadt Bonn und der DMG Marktgilde e.G. hat das Vertragsverhältnis eine Laufzeit von zunächst fünf Jahren (endet am 31.03.2013)und verlängert sich automatisch jeweils um zwei Jahre, soweit der Vertrag nicht von einer der Vertragsparteien schriftlich mit einer Kündigungsfrist von sechs Monaten zum Ende der Laufzeit gekündigt wird.
Die Verwaltung ist berechtigt, das Vertragsverhältnis jederzeit aus wichtigem Grund, nach vorheriger schriftlicher Abmahnung, fristlos zu kündigen. Gründe, die eine solche Kündigung rechtfertigen würden, sind für die Verwaltung derzeit nicht erkennbar.

 

Pro und Contra Wochenmarkt

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Pro :

* Der Markt an dieser Stelle hat eine lange Tradition

* Für die Markthändler ist der Markt existenziell wichtig

* Ein Markt vor dem Rathaus ist auch eine Touristenattraktion

Contra :

* Der Markt ist für die Versorgung der Bevölkerung nicht notwendig

* In der jetzigen Form präsentiert sich der Markt ungeordnet

* Es gibt immer wieder Klagen der Kunden über die Händler

   

Weg mit dem Chaosmarkt

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In den vier Bonner Stadtbezirken Alt-Bonn, Bad Godesberg, Beuel und Hardtberg mit ihren vielen Ortsteilen finden sich kleinere Märkte, auf denen frisches Obst und Gemüse, dazu regionale und exotische Spezialitäten angeboten werden. Zusätzlich verfügen wir in Bonn über eine große Zahl orientalisch angehauchter kleinerer Lebensmittelmärkte, die ihren speziellen Charme und auch ihre spezielle Kundschaft haben. In Bonn mangelt es also nicht an Einkaufsmöglichkeiten im Marktbereich.

Der schon lange nicht mehr an allen Tagen größte Wochenmarkt in Bonn auf dem Bonner Marktplatz ist indes in den letzten Jahr nur noch ein ärgerliches Streitobjekt, das dem Ansehen der Innenstadt inzwischen mehr schadet als nützt.
Da gibt es eigentlich nur eine richtige Konsequenz: Schafft diesen Chaosmarkt doch einfach ab, macht den berühmten dreieckigen Bonner Marktplatz wieder zu dem, wozu er angelegt wurde: Als Platz der Begegnung, Entspannung und Kommunikation vor einem der markantesten Gebäude Bonns, dem Alten Rathaus. Plätze brauchen die Menschen, um Platz zu haben und um durch zu atmen im Häusermeer. Das gilt auch für den Münsterplatz, der in den letzten Jahren  immer mehr mit teilweise schlampigen Veranstaltungen zugemüllt wurde. Darunter leidet das Bonner Münster ebenso wie das Alte Rathaus. Wir sollten froh sein, in Bonn über solche Freiflächen mit markanten Gebäuden zu verfügen. Leisten wir uns den Luxus von Freiräumen, sie sind ebenso wichtig für die hier lebenden Menschen wie für die Besucher der Stadt.

Verwaltung und Politik sind aufgefordert, die Wünsche der Bürgerinnen und Bürger endlich umzusetzen. Oder ist die Stadt bei der desolaten Haushaltslage auch noch auf die Standmieten von Bananenhändlern und Kirmesbetreibern angewiesen?                                                                          
Erwin Ruckes
   

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