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Der Kommentar zum Thema

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Immer schön weggucken?
Was treibt Menschen eigentlich zur sinnlosen Zerstörung von öffentlichem Eigentum? Warum empfindet die Mehrheit der Bevölkerung dies abstoßend, nimmt es aber achselzuckend zur Kenntnis?
Auch in Bonn entstehen jedes Jahr mehr Kosten zur Beseitigung von Vandalismus-Schäden, darunter viele in Bus und Bahn. Irgendwo werden diese Kosten natürlich über den Fahrschein überwälzt, was wiederum bedeutet: Der normale Bus+Bahn-Benutzer zahlt für den Vandalen mit. Da müßte er doch eigentlich ein unmittelbares Interesse haben, daß die Zerstörer erwischt und bestraft werden, damit Vandalismus zu risikoreich wird.
Nicht erst seit den Ereignissen auf einem Münchner S-Bahnhof muß sich die Mehrheit der Bevölkerung allerdings fragen lassen, wie sie eigentlich gestrickt ist. Während sich Hunderttausende mit irgendwelchen Ehrenämtern aufplustern, scheint es nicht sehr ehrenvoll zu sein, Zivilcourage im Alltag auszuüben. Wer steht denn in Bus und Bahn auf und weist einen Typen zurecht, der gerade seine dreckigen Springerstiefel auf die Sitzbank legt und in aller Muße mit einem Glasschneider die Scheibe zerkratzt?  Wer mischt sich ein, wenn hilflose Personen massiv belästigt oder gar geschlagen und ausgeraubt werden?

Da wird dann ganz diskret weggeguckt, nur nicht auffallen, sonst krieg ich noch Ärger und Angst habe ich auch, man liest ja viel über Gewalt in Bus+Bahn.
Jawohl, man wird noch viel mehr lesen zu diesem Thema, wenn in den Köpfen der Mehrheit kein Umdenken erfolgt. In New York und Chicago war es vor über zwei Jahrzehnten ein Stück ‚Abenteuerurlaub’ mit der U-Bahn zu fahren. Heute geht es dort freundlich und relativ komfortabel zu, ein negativer Trend wurde umgekehrt.
Davon sind wir in Deutschland und auch in Bonn noch ein gutes Stück weg. Erforderlich ist ein konsequentes Einschreiten, wo das soziale Zusammenleben mit Füssen getreten wird. ‚Gutmensch’ zu sein und für alles Verständnis zu äußern, funktioniert einfach nicht und bringt unsere Gesellschaft nicht weiter.                                                                             Erwin Ruckes
 

Pütz & Schmitz

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Pütz & Schmitz fahren Bahn
   

Nahverkehr

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Bonner Entree Dunkle Ecken in Ramersdorf
Bonner Entree Dunkle Ecken in Ramersdorf
Grafitti in der City "Kunst" ohne Durchblick
Grafitti in der City "Kunst" ohne Durchblick
Was soll es bedeuten? "Einsteigen lohnt sich" (SWB)
Was soll es bedeuten? "Einsteigen lohnt sich" (SWB)
   

Vandalismus im Umfeld von Bus und Bahn:
Jährlich mehrere Hunderttausend Euro für Schäden

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In der Unterwelt
BONN
Bus + Bahn
Vandalismus
Aggressivität
Gleichmut
Knapp 100 Stadt- und Straßenbahnen sind täglich im Einsatz. Mit ihnen fahren Leute zur Arbeit, ältere Menschen benötigen den öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) nicht nur aus Kostengründen und auch für Gäste und Besucher von Bonn sind Bus+Bahn ein attraktives Transportmittel, die Stadt zu erkunden. Beliebt ist der ÖPNV leider auch bei anderen Nutzern und diese sind bei den Stadtwerken Bonn (SWB) so beliebt wie kölsche Hooligans beim 1.FC Köln.  Diese „autonomen Fahrgäste“ benutzen Bus+Bahn nicht nur, um von ‚A’ nach ‚B’ zu gelangen, sondern auch um ihr Aggressionspotential los zu werden. Sie zerkratzen oder bemalen Scheiben, schlitzen Sitze auf und demolieren, was sich demolieren läßt. Demnächst auch Fahrgäste?

In den meisten Bahnen sind mittlerweile Kameras installiert, um die Täter abzuschrecken oder auch später zu fassen. Die Anzahl der Kameras in den Bahnen soll deshalb weiter  erhöht werden und die Täter werden konsequent angezeigt und offensiv verfolgt.

Wenn zur Sommerzeit in der Rheinaue und an anderen Bonner Freizeitorten die großen ‚Events’ laufen ist es besonders schlimm. Dann geht es richtig rund. Neben den Fahrzeugen werden auch Haltestellen, Bahnsteige und Anlagen mutwillig beschädigt und müssen für weit mehr als eine halbe Million Euro repariert und wieder instand gesetzt werden. Bei den Tätern ist – auch wenn sie gefaßt werden – oft nichts zu holen, manchmal nicht mal der Fahrschein. Und es werden viel zu wenige gefaßt, weil sie natürlich – wie alle Kriminellen – gerne im Dunkeln ‚arbeiten’. Ein heruntergekommenes Umfeld begünstigt aber auch weitere Kriminalität in unwirtlichen Tunnelgängen und an Haltestellen. Dort steigt die Zahl der Belästigungen ebenfalls, wovon nicht nur Frauen betroffen sind.

Da lassen sich die SWB schon mal was einfallen: In den Bussen hilft eine spezielle Bestuhlung. Durch Rundsitzecken sitzen potentielle Täter nicht mehr so anonym wie auf herkömmlichen Sitzbänken im hintern Teil des Busses. So etwas hilft und deshalb wird bei der Anschaffung von Neufahrzeugen Wert auf Ausstattung mit Rundsitzen gelegt.

Weniger überzeugend sind die von den SWB angeregten ‚Haltestellenpatenschaften’ für die rund 850 Bus- und 82 Bahnhaltestellen. Damit sollen Werbepartner angesprochen werden, welche die Haltestellen attraktiver gestalten und individualisieren. Dem ‚Normal-Vandalen’ ist es aber relativ egal, welche Fläche er beschmiert oder zerstört.

In Berlin ‚zerkratzen’ die Verkehrsbetriebe inzwischen die Scheiben der U-Bahn selbst: Sie bekleben die Fenster mit durchsichtigen Symbolen des Brandenburger Tors, es sieht aus wie mit dem Glasschneider eingeritzt und für den ‚echten Vandalen’ ist kein Platz mehr zum Kratzen. Soweit sind wir in Bonn noch nicht. Die SWB ziehen beschädigte Fahrzeuge und Anlagen sofort aus dem Verkehr, wohl wissend, daß zum Beispiel Graffiti-Sprayer auch Betrachter ihrer ‚Werke’ brauchen, um  sich in der eigenen Szene Beachtung zu verschaffen. Dies scheint neben dem ‚Nicht-erwischt-werden’ der zweite Kick für einen Sprayer und ÖPNV-Vandalen zu sein.

Und noch etwas schockiert: Leider sind es vor allem die Schülerbusse, in denen am häufigsten Sitze aufgeschlitzt oder beschmiert werden. Vandalismus kann also nicht eindeutig bestimmten soziologischen Gruppen zugeordnet werden. Auch im ‚anständigen Bürgertum’ scheint eine gehörige Portion Vandalismus zu schlummern.

Aber wieso, liebe Leser? Wissen Sie eine Antwort, wenn ‚Ja’, schreiben Sie uns, wenn ‚Nein’, schreiben Sie uns ebenfalls. Eine Meinung ist immerhin das Letzte, was wir uns  - unbesteuert vom Finanzamt – noch leisten können.