Kann er Bonn retten?
In Bonn geht es drunter und drüber. Frischer Wind bläst im Stadtrat und dieser Wind bläst dem neuen Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch immer stärker ins Gesicht. Die Windmaschine bedienen die neuen schwarz-grünen Koalitionäre hervorragend, sie lassen in alle Richtungen blasen, zur Not blasen sie ohne Probleme zum Rückzug von eigenen früheren politischen Positionen.
Und der OB? Dem reicht es allmählich! Hundert Tage hat er dem Rat gegeben, endlich ein paar konstruktive Lösungsvorschläge für die vielen Probleme in Bonn darzulegen. Stattdessen torpediert die Ratsmehrheit seine eigenen Vorschläge und fummelt mit wachsender Lust an der Windmaschine. Das Ganze transportiert die Auflagen schwindsüchtige führende Bonner Tageszeitung sofort als Enthüllungsgeschichtchen. ‚Watergate’ war woanders, liebe Lokalredakteure. Wir sind hier in Bonn und das ist nach einem legendären, fiesen Spruch immer noch halb so groß, aber doppelt so tot wie der Friedhof von Chicago. Daran werden auch unsere kommunal-politischen Friedhofsgärtner im Stadtrat nichts ändern.
Und der OB? Der hat die Faxen und auch die e-mails dicke. Beim Aufräumen in seinen Keller findet er alte Titanic-Hefte aus 1989. Darin hatte das ‚endgültige’ Satire-Magazin den damaligen Bundesaußenminister Genscher als ‚Genschman’ präsentiert. Und dieser Genschman gab seinem politischen Umfeld aus allen Parteien so richtig Gas.
„Die Idee“, dachte Nimptsch. „So mach ich das zukünftig in Bonn. Ich lasse mir doch von diesem Stadtrat nichts vorsingen. Singen kann ich immer noch viel besser als die Ratsmitglieder Kölsch trinken“.
Gedacht, getan. Nimptsch ersteigert bei E-Bay ein wenig gebrauchtes Superman-Kostüm, bezahlt aus eigener Tasche und wahrt damit seine Unabhängigkeit.
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