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Der Kommentar zum Thema

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Tollhaus Bonn

Ein Jahr Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch, ein Jahr neue politische Verhältnisse im Stadtrat, ein Jahr ‚Millionenfalle’ im General-Anzeiger.  Sind das Jubliäen, die man feiern sollte? im ‚Tollhaus Bonn’ wird mittlerweile alles gefeiert oder soll man sagen: Abgefeiert?  Also feiern auch wir ab:

Der Oberbürgermeister:
OB Nimptsch hatte sich sein erstes Jahr vielleicht leichter vorgestellt. Er selbst wurde zwar mit einem respektablen Ergebnis zum OB gewählt, aber die Mehrheit der Bevölkerung setzte ihm mit der Zusammensetzung des Stadtrates schwierige  ‚Partner’ an die Seite. Verbirgt sich hinter seinem smart lächelnden Pokerface auch Unsicherheit? Nimptsch regiert die Stadt wie früher seine Gesamtschule: Präzise, zielgerichtet und immer im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten. Ist Nimptsch ein hervorragender Verwalter, aber ohne kreative Perspektive?

Der Stadtrat:
Es gibt Menschen, die bezeichnen den aktuellen Stadtrat als den Schlechtesten, den Bonn je hatte. Das muss man so nicht sehen, dennoch: Bisher überzeugte eine Mehrheit der Stadtverordneten weniger durch Leistung als durch aufgesetzte Entrüstung. Das ist einfach zu wenig und das ‚Programm’ der schwarz-grünen Mehrheit erschöpft sich überwiegend in Nörgelei am amtierenden Oberbürgermeister. Ist dieser Stadtrat ein Hemmnisschuh für die weitere Entwicklung Bonns?


Die Lokalpresse:
Die Bonner lokale Presselandschaft befindet sich  in einer Schräglage. Die ‚Bonner Rundschau’ existiert zwar weiter auf dem (Zeitungs-)Papier, findet aber kaum noch Leser. Dem Boulevardblatt ‚Express’ fehlt eine Persönlichkeit als Lokalchef, wie sie Hans-Karl Jakob und Detlev Schmidt weiland verkörperten. Beim  General-Anzeiger glaubte man der sinkenden Auflage mit einem neuen journalistischen Stil entgegen zu wirken: Mit ‚Verdachtsjournalismus’ wird zwar eine mächtige Welle gedreht, aber Qualität und Auflage sinken weiter.
Dass sich mit einer gebetsmühlenhaften Wiederholung von Verdächtigungen, nebelhaften Frage-stellungen und Nachrichtenunterschlagungen auch noch Journalistenpreise gewinnen lassen, stellt die Fragwürdigkeit solcher Preise („Friseurdiplome“) heraus. Die ‚Millionenfalle’ entpuppt sich zunehmend als Bonner ‚Milieufalle’.
 

Ein Jahr im Amt: Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch

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Jürgen Nimptsch
BONN
OB Nimptsch
Nicht-OB Dürig
Stadtrat
Rückblick
Wie wird man eigentlich Oberbürgermeister? Zunächst einmal das Wichtigste: Man muß es auch werden wollen. Das unterschied SPD-Mann Jürgen Nimptsch vor einem Jahr wesentlich von Mitbewerber und CDU-Mann Christian Dürig. Letzterer war vom damaligen Bonner CDU-Zampano Helmuth Stahl, der selbst als OB-Kandidat 1999 gegen die amtierende SPD-OB Bärbel Dieckmann im zweiten Wahlgang scheiterte, in die Kandidatur gedrängt worden. Ob es dafür Versprechungen gab, überlassen wir hier den investigativen Fähigkeiten der Tagespresse, die dafür mitunter Preise erhält. Der von Stahl aufgestellte Kandidat Dürig lieferte einen solch mitreißenden Wahlkampf ab, daß Bürgerinnen glaubten, eine Straßenlaterne hätte sie zum Tanzen aufgefordert. Und die düpierten Mitglieder der CDU-Findungskommission wurden so sauer, daß ein CDU-Mitglied der Findungskommission (und früherer Schatzmeister) der Partei den Rücken kehrte und seine Sympathie für den grünen OB-Kandidaten offenbarte. Dürig ist mittlerweile nicht einmal mehr auf der Homepage der Meckenheimer CDU zu finden, deren Vorsitzender er bis letztes Jahr noch war. Aber auf seiner privaten Homepage liefert Dürig einen letzten Beweis seiner Sprachgenialität: Er bezeichnet als Höhepunkt seiner politischen Karriere „...die Aufgabe als CDU-Bundesgeschäftsführer von 1997-1999“. Eine lange Zeit, um etwas aufzugeben!


Anders lief die Kandidatur von Jürgen Nimptsch. Als Bärbel Dieckmann nach drei Wahlperioden nicht mehr kandidierte, hatte das Bonner SPD-Parteiestablishment den jungen links-dynamischen Vorsitzenden Ernesto Harder intern als OB-Kandidat auserkoren. SPD-Harder war aber weniger bekannt als der gleichnamige Ehemann der Beueler Vize-Obermöhn Ina Harder und nicht nur im Karneval gibt es bekanntlich viele Spaßbremsen. Also traf sich eine kleine Truppe von früheren und amtierenden Bonner SPD-Figuren privat und lud dazu Jürgen Nimptsch ein. Das Ziel: Nimptsch sollte Kandidat werden. Die Operation klappte, Nimptsch erklärte sich zur Kandidatur bereit. Der vorher ausgemauschelte Kandidat Harder zog zurück und machte sich um Bonn verdient: Er bewahrte die Stadt vor einem Oberbürgermeister Christian Dürig, der wohl nur gegen Harder gewonnen hätte.


Nachdem Nimptsch mit 40,91% der Stimmen von 56,04% der Wähler als OB gekürt war, gab er sein Engagement als viel beachteter Schauspieler bei der Kölner Theatergruppe ‚Cäcilia Wolkenburg’ auf und wechselte nahtlos in die brutale Realität. Theater-Vorstellungen laufen seit 2009 jetzt im Stadtrat ab und dies bei freiem Eintritt.


Damit wären wir bei den anderen Darstellern der Bonner Heimatbühne: Die Ratsmitglieder sind so zahlreich wie nie zuvor (80), aber sind sie auch so gut wie ihre Vorgänger? Die größte Fraktion (CDU) ist nur noch ein Schatten von früher, die zweitgrößte Fraktion (SPD) präsentiert sich überwiegend als konzeptionsloser Hühnerhaufen. Die FDP ist wie Westerwelle: Da weiß man nicht, wohin damit! Ein paar Einzelkämpfer von den Rändern lärmen munter herum und nur die GRÜNEN haben eine Strategie: Alle und alles erstmal in Frage stellen oder verdächtigen! Irgend etwas wird schon hängen bleiben und selbst steht man als politische Sauberputztruppe da.


Und der Oberbürgermeister? Der setzt auf Beharrlichkeit und Rechtssicherheit. Von Dynamik und Kreativität im politischen Geschäft ist in Bonn im Augenblick allerdings nirgendwo etwas zu spüren. Ob das mit den handelnden Personen zusammen hängt?


Und wo landet Bonn, wenn es weiter den Rhein runter geht? Genau, in Köln und wie das endet, erleben wir gerade bei der Sparkasse Köln/Bonn.
   

Pütz & Schmitz

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Pütz & Schmitz
Zeichnung R. Wildermann/Text E. Ruckes


   

Ein Jahr im Bild

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Jürgen Nimptsch Christian Dürig Nimptsch Dieckmann
OB NImptsch und Nicht-OB Dürig
OB Nimptsch mit Ex-OB Dieckmann
Jürgen Nimptsch singt Jürgen Nimptsch im Karneval
OB Nimptsch mit Dunkelmännern
OB Nimptsch im Hasenstall
Jürgen Nimptsch im Karneval Jürgen Nimptsch mit Votivkerze
OB Nimptsch hat eine Fahne
OB Nimptsch als Kerzenhalter
Jürgen Nimptsch auf Baustelle Jürgen Nimptsch im WCCB
OB Nimptsch als Erdarbeiter OB Nimptsch im WCCB
Jürgen Nimptsch applaudiert Jürgen Nimptsch beim Fassanstich
OB Nimptsch als Randfigur OB Nimptsch bei der Arbeit