Ein Ruck(es) geht durch Bonn ...


Chance verpasst!

Für BoFüTaz (Bonns Führende Tageszeitung) lief es letzte Woche nicht ganz rund: Erst verlor man vor dem Kölner Landgericht mit 1:3 gegen den Bonner Oberbürgermeister, dann erhielt die Zeitung eine wenig schmeichelhafte Würdigung in der ,Frankfurter Allgemeine Zeitung‘ (FAZ) und schließlich verpasste Tyrocks Treter-Truppe (,TTT‘) auch noch die Chance, etwas gegen die eigene Auflagen-Schwindsucht zu tun, indem sie über diese Ereignisse erst gar nicht berichtete. Da ist natürlich BONNDIREKT gefordert und vermittelt der Öffentlichkeit, was in BoFüTaz nicht zu lesen war.

Das Kölner Landgericht entschied im Rechtsstreit zwischen dem General-Anzeiger und OB Nimptsch. Dieser hatte vor einiger Zeit eine einstweilige Verfügung gegen den G.A. erwirkt, in der der Zeitung vorläufig die Behauptung von vier Aussagen im Rahmen ihrer Anti-Nimptsch-Kampagne untersagt wurden. Dazu die FAZ vom 19.03.2014:

Das Gericht konzedierte lediglich die ursprüngliche G.A.-Behauptung, Nimptsch habe den geheimen Bericht des Rechnungsprüfungsamtes nur an die Agentur Kreativ-Konzept weiter gegeben. Dies – so das Gericht – sei aus damaliger G.A.-Sicht richtig gewesen. Allerdings ist inzwischen erwiesen, dass der G.A. eben nicht ausreichend informiert und die Behauptung objektiv falsch war. In der Fussballer-Sprache heisst das: Bei der 1:3-Niederlage des G.A. gegen Nimptsch wurde der G.A.Treffer im Nachhinein als ‚Abseits’ erkannt, was an der verdienten Niederlage  nichts mehr änderte.

Zur Unterstützung des G.A. im Prozess waren aus Bonn zwei Zeugen angereist: Die beiden Fraktions-Einpeitscher Georg Fenninger(schwarz) und Tom Schmidt(grün). Beide waren bereit, für den General-Anzeiger und gegen Nimptsch, also auch gegen die Stadt Bonn, die sie ansonsten ehrenamtlich vertreten, auszusagen. Nur unbedarfte Leser können darüber verwundert sein, schließlich befinden sich CDU/GRÜNE/G.A. schon lange in einer  destruktiven Dreier-Koalition.

Von all diesen Streitereien war im G.A. selbst nichts zu lesen, dafür gab es ausführliche Berichte über die gute Stimmung auf der Jahres-hauptversammlung des Vereins ‚Waldfreunde’ in Duisdorf oder über 15 Müllsäcke, die der Verschönerungsverein Oberbachem zur Freude der Natur am Wochenende sammelte.

Nun ist ja irgendwie zu verstehen, dass man selbst nicht gerne über eigene Niederlagen redet. Aber der G.A. ist keine Privatperson, sondern eine Zeitung mit Anspruch auf umfassende Berichterstattung. Und diesen Anspruch erfüllt die Zeitung auch ganz ordentlich in den meisten Rubriken, so im Feuilleton, Wirtschaft und Sport. Lediglich die Lokalteile bringen geneigte Leser immer häufiger zum Kopfschütteln über so viel politische Einseitigkeit, kommentierende Geschwätzigkeit und manchmal auch Falschmeldungen, die dann das Gericht bestraft.

Wir von BONNDIREKT schätzen den General-Anzeiger, ich persönlich benutze ihn besonders gerne als Unterlage beim Kartoffelschälen, weil die Papierqualität stimmt und robust ist. Früher wurde auch gerne Fisch darin verpackt, aber die Zeiten sind vorbei, wir müssen ja an die Umwelt denken, wenn wir sie schon nicht retten können.

BONNDIREKT berichtet, kommentiert und glossiert weiter, demnächst im neuen Gewand mit noch mehr Inhalt und Service. Digital und unabhängig, pointiert und ideologiefrei, lokal und regional. Aber nicht einseitig!