Kommunales


800 Jahre Buschdorf

800 Jahre Buschdorf: Ortsteil feiert mit Kunstprojekt


Die Künstlerin Charlotte Esch hat im Rahmen des Ortsteiljubiläums ein Kunstprojekt mit dem Titel "Da-gewesen - Spuren 800 Jahre Buschdorf" realisiert. Dabei arbeitet Esch, die aus einer alteingesessenen Buschdorfer Familie stammt, mit Wärmestrahlung. Die Schau wird am 14. Mai auf dem Dorfplatz in Buschdorf eröffnet.

Bilder einer Wärmebildkamera zeigen die Welt in einer besonderen Weise: Alle Lebewesen strahlen Wellen im Infrarotbereich ab, die Wärmestrahlung. Statt Licht und Schatten erfasst die Kamera Temperaturunterschiede. Je wärmer ein Gegenstand oder ein Teil davon ist, desto heller ist die Darstellung. Eine weitere Besonderheit: Wärmebilder können auch dann noch aufgenommen werden, wenn das Objekt selbst schon gar nicht mehr am Ort ist. So hat die Künstlerin ihre Arbeit unter den Titel "Da-gewesen" gestellt.

"Das Ziel meines Projektes ist, alteingesessene Buschdorfer Bürger und neu Hinzugezogene zu verbinden. Es geht mir um das 'Wir-Gefühl'", erläutert Esch. Sie fotografiert Menschen sitzend im Sessel und später, wenn die Person den Sessel schon verlassen hat, so dokumentiert sie die Wärmespur. Ihre künstlerische Aussage: Jeder Mensch hinterlässt Spuren in seinem Leben. Ihre Ausstellung zum Jubiläum wird vom Kulturamt der Stadt Bonn gefördert. Die Schau wird am 14. Mai auf dem Dorfplatz in Buschdorf eröffnet. Sie läuft bis zum 22. Oktober. Im Herbst folgen Beamerpräsentationen auf dem Kirchengelände Sankt Aegidius.

Empfang im Alten Rathaus am 10. Januar 2017

Anlässlich des 800-jährigen Bestehens des Ortsteils Buschdorf hat Oberbürgermeister Ashok Sridharan gemeinsam mit dem Arbeitskreis "Buschdorf 800" am Dienstag, 10. Januar 2017, zu einem Empfang in das Alte Rathaus eingeladen.

"Die Identifikation der Buschdorferinnen und Buschdorfer mit ihrem Ortsteil ist hoch und das Engagement sehr groß", lobte Sridharan die Bewohner des Ortsteils auch mit Blick auf die Unterbringung von Flüchtlingen. "Ich danke ganz besonders herzlich allen, die sich für Integration und eine gute Nachbarschaft einsetzen", so der OB weiter. Er erinnerte zudem an Konrad Adenauer, der Buschdorf einmal als "einen der schönsten Flecken Bonns" bezeichnet hat.

Bei dem Empfang hat der Oberbürgermeister das erste Exemplar der Buschdorfer Chronik erhalten sowie ein Bild der Künstlerin Charlotte Esch, die im Rahmen des Ortsteiljubiläums ein Kunstprojekt mit dem Titel "Da-gewesen - Spuren 800 Jahre Buschdorf" realisiert.

800 Jahre Buschdorf oder noch mehr?

Ein schriftlicher Beleg zum Bestehen Buschdorfs findet sich in einer Urkunde aus dem Jahr 1217. Winricus de Burlsdorp bezeugte damals zusammen mit weiteren wohlgeborenen Personen, dass der Kölner Erzbischof Engelbert I. von Berg einen Zehnten auf das Kloster Schillingskapellen übertragen hat.

Darüber hinaus lässt die Entdeckung mehrerer römischer Sarkophage in den Jahren 1867, 1884 und zuletzt 1984 darauf schließen, dass Buschdorf sogar schon mehr als 800 Jahre "auf dem Buckel" hat. Denn die Grabbeigaben des Fundes aus dem Jahr 1984 werden auf das zweite Jahrhundert nach Christus datiert.