Satire


Bonner Fraktion ‚Die Linke‘:

Große Mehrheit beharrt auf Pferden im Karneval

Als einzige Fraktion hat sich die Linksfraktion im Umweltausschuss für das Anliegen eines Bürgerantrages ausgesprochen, in Rosenmontagszügen zukünftig Pferde zu untersagen. Während die Stadtverwaltung hierfür angeblich keine rechtliche Handhabe sah, zeigte die Linksfraktion mit einem Änderungsantrag auf, dass ein solches Gebot durchaus durchsetzbar wäre. Es fehlte aber am politischen Willen. Alle anderen Fraktionen wollten das Führen und Reiten von Pferden in Karnevalszügen nicht verhindern. Dabei sprachen letztjährige Vorkommnisse in Düsseldorf, Köln und auch Bonn aus Sicht der Linksfraktion dafür, hier einen Schlussstrich zu ziehen: Schluss mit stressvollen Stunden für die Tiere und Schluss auch mit der Verletzungsgefahr für Mensch und Tier.

Keine Gefahr wäre der Verzicht auf Pferde hingegen für einen fröhlichen und phantasievollen rheinischen Karneval gewesen, der ohne das Mitführen von Pferden nicht wesentlich an Charakter verloren hätte. Eine übergroße Mehrheit im Umweltausschuss aus allen anderen Fraktionen setzte sich aber stur aus falsch verstandenem Traditionsverständnis über Argumente des Tierwohls und der Gefahrenprävention hinweg. Ein Rosenmontagszug ohne gestresste und teilweise sogar sedierte Pferde – das wäre möglich gewesen, scheitert in Bonn aber an der Blockade von CDU, SPD, Grünen, FDP, BBB und Soli!

 

Kommentar von Erwin Ruckes zum unterlegenen Antrag der LINKE:

Da sind der Fraktion 'Die LINKE' wohl die Pferde durchgegangen: Leute, habt ihr sonst wirklich keine Probleme? Oder seid ihr etwa - wie die Karnevalspferde - gestresste und sogar sedierte Ausschussmitglieder?  Oder war das ein nachträglicher Beitrag zur letzten Session? Es ist ja bekannt, dass sich die politische Linke in Humorfragen manchmal etwas schwer tut: Das gilt übrigens auch für die SPD und andere para-karnevalistische Organisationen.

 „Verbieten gehört verboten“: Das war mal ein guter Spruch bei den GRÜNEN, die auch nicht unbedingt als Vollblut-Karnevalisten durchgehen.

Euer Engagement für Vierbeiner war ein voller Sockenschuss bzw. ‚Schuss in die Hufe’, zeigt aber auf subtile Weise, warum DIE LINKE immer im einstelligen Prozentbereich bei Wahlen bleiben wird: Weil sie keine Antenne für die - zugegeben mitunter merkwürdigen - Vergnügungslüste der breiten Mehrheit hat. Immer nur Minderheiten schützen, das geht auch in der Tierwelt daneben.

Und wer schützt euch, die linke Minderheit? Wir natürlich, wir haben ein Herz für LINKE, den Verstand braucht man ja nicht überall.