Ein Ruck(es) geht ...


Foto: Thilo Beu

BONNOPOLY. Nichts Neues aus der Provinz

Ein erbärmliches Agitprop-Theater

Mit Volker Löschs Inszenierung von "Bonnopoly" in den Kammerspielen gelang dem Bonner Theater ein grandioses Eigentor. Dass dennoch ein Großteil des Publikums die Vorstellung feierte, lag wohl eher an der Erwartungshaltung der Besucher, die gerne ihre Vorurteile bestätigt sahen.

Es geht im Untertitel um „Das WCCB, die Stadt und ihr Ausverkauf“ in einem dreistündigen Theaterabend, der – wie GA-Autor Dietmar Kanthak richtig bemerkt -  in der ersten Hälfte mit den Mitteln von Satire und Groteske arbeitet und im ‚öden Universum des Agitprop‘ endet. Eine beachtenswerte Analyse des Autors einer Tageszeitung, die mit ihrer unseligen Wiederkäuer-Serie 'Die Millionenfalle‘ viele Leser langweilte und endlich vergraulte.

Dass sich ausgerechnet Theaterschaffende über städtische Finanzierungen als ‚unternehmerisches Sumpfland‘(Bonnopoly-Autor Ulf Schmidt ) aufregen, wirkt schon anachronistisch. Die Theaterbranche ist in den letzten Jahrzehnten – auch speziell in Bonn – nicht durch übermäßigen ökonomischen Sachverstand aufgefallen, dafür umso mehr durch opulentes Geldausgeben und schamloses Geldfordern.

Wie soll man diese Inszenierung bewerten? Als ‚Schlammcatchen mit theatralischem Anspruch?‘ Merke: Wer selbst bis zu den Hüften im Finanzschlamm steht, sollte sich seiner begrenzten Beweglichkeit bewusst sein.

Autor und Regisseur von Bonnopoly sei eine Empfehlung gegeben: Man möge sich doch mal Gedanken für die Inszenierung eines Theaterstücks über das Finanzgebaren des Bonner Theaters in den Zeiten früherer Intendanten von Jean-Claude Riber über Gian-Carlo del Monaco bis heute machen. Zu unterstützender Recherche stehe ich gerne zur Verfügung. Und die Finanzierung? Ach, das kriegen wir doch mit der Theater-Lobby hin!