Historisches


Michaelsbergpanorama im herbstlichen Abendlicht.

Legendäres Stückchen Erde

Armer Greis riet Anno zur Klostergründung

Der Siegburger Michaelsberg ist ein legendäres Stückchen Erde, wie Dr. Andrea Korte-Böger im eben erschienenen Jahrbuch des Rhein-Sieg-Kreises 2018 hervorhebt. Die Siegburger Stadtarchivarin hat darin den Beitrag "Der heilige Anno und die Abtei Michaelsberg im Spiegel seiner Heiligenlegenden" veröffentlicht.

Es geht unter anderem um Annos Motivation, sich auf dem Siegberg, wie die Erhebung im 11. Jahrhundert gemeinhin hieß, als Gründer zu profilieren. Da betet Anno still in der Krypta des Kölner Doms, als ein armer Greis auf ihn zutritt und ihn ermahnt: "Bischof, verliere keine Zeit mit dem Bau deiner Grabstätte! Auf Gottes Anordnung sollst du sie auf einem Berg haben, der nach dem beieilenden Fluss Siegberg genannt wird." Gesagt, gehorcht, getan. Als später Kloster und Kirche stehen, erhebt sich der strenge Anno aus seinem Schrein, wenn er meint, eingreifen zu müssen. Der Überlieferung nach züchtigt er einen im Chorgebet eingeschlafenen Mönch für dessen Unbotmäßigkeit. Erst als die Schlafmütze auf die Knie fällt und Abbitte leistet, verheilen die körperlich sichtbaren Spuren von Annos Maßregelung.