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Verkaufsoffener Sonntag: „Wir brauchen endlich Rechtssicherheit“

(m.g.) - Mit einer Meldung sorgt die Evangelische Kirche im Rheinland erneut für eine Diskussion um die verkaufsoffenen Sonntage in NRW. Sie appelliert an die nordrhein-westfälische Landesregierung, auf die geplante Ausweitung der Ladenöffnungszeiten zu verzichten, und ruft zum Protest gegen die Pläne in sozialen Medien auf.

Das Vorhaben der schwarz-gelben Regierungskoalition sei „ein fatales Signal“, kritisiert die Kirchenleitung in einem Papier. „Mit der weiteren Aufweichung des Sonntagsschutzes über das geltende Ladenöffnungsgesetz NRW hinaus vollzieht sich eine zunehmende Ökonomisierung aller Lebensbereiche.“ Nach den Plänen von CDU und FDP soll die Zahl der verkaufsoffenen Sonntage in NRW von derzeit vier auf acht verdoppelt werden. Außerdem sollen Geschäfte an Samstagen bis 24 Uhr öffnen dürfen.

Der Einzelhandelsverband in Bonn und der Region sieht den Appell eher gelassen. „Wir sind mit der Vier Tage Regelung in NRW eigentlich recht zufrieden. Hier in Bonn gibt es sogar nur drei verkaufsoffene Sonntage“, sagt Jannis Vassiliou, Vorsitzender des Verbandes. Das Problem sei ein ganz anderes. „Wir brauchen endlich Rechtssicherheit. Aufgrund einer Unsicherheit in der Gesetzgebung ist es der Gewerkschaft Verdi immer wieder gelungen, erfolgreich gegen verkaufsoffene Sonntage zu klagen.“ Und das dürfe nicht sein, das verunsichere den Einzelhandel und dessen Geschäftsplanungen.

„Daher ist es für den Einzelhandel in Bonn und NRW viel wichtiger, dass die verkaufsoffenen Sonntage auf einem rechtssicheren Fundament stehen. Wir wissen das die Landesregierung daran arbeitet und hoffen, dass das auch bald umgesetzt wird“, so Vassiliou. Viel mehr verkaufsoffene Sonntage müssen es gar nicht sein. „Ein offener Sonntag hat ein Alleinstellungsmerkmal, der dafür sorgt, dass die Kunden an den Tagen auch einkaufen gehen. Geht dieses Alleinstellungsmerkmal aufgrund zu vieler verkaufsoffener Sonntage verloren, bleiben die Kunden sonntags ebenfalls zuhause.“

Auch beim City Marketing ist man mit der jetzigen Anzahl an verkaufsoffenen Sonntagen in Bonn zufrieden. „Das gilt auf jeden Fall für den größten Teil unserer Mitglieder“, so Karina Kröber, Vorstand der City Marketing. „Es kann aber sein, dass sich die größeren Häuser mehr Sonntage wünschen.“ Viel schlimmer sei der bürokratische Aufwand, der für die Organisatoren mit einem verkaufsoffenen Sonntag verbunden ist. „Das muss verbessert werden.“ Die Rechtssicherheit liegt Karina Kröber ebenfalls am Herzen. „Wenn wir die bekommen, wäre das der Hammer.“