Gesundheit


Grippewelle kommt ins Rollen

(m.g.) Es geht wieder los. „Kurz vor dem Jahreswechsel hat in Deutschland die Grippewelle 20117/2018 begonnen“, sagt Susanne Glasmacher, Pressesprecherin des Robert Koch Instituts. „Bisher haben wir 27 gemeldete Todesfälle.“ Bei den meisten Todesopfern der aktuellen Welle handelt es sich um ältere Menschen. Überschreitet der Anteil von Influenzaviren bei Patienten mit akuten Atemwegserkrankungen bundesweit die Zehn-Prozent-Marke, ist die Definition für eine Grippewelle erreicht.

Das Robert-Koch-Institut rechnet mit einer stärkeren Grippewelle als im vergangenen Jahr. Ein Grund dafür sei, dass die Impfung mit dem bisher üblichen Dreifachimpfstoff gegen Grippe nach Einschätzung von Experten nur bedingt wirkt. "Mehr als die Hälfte der bisher nachgewiesenen Influenza-Fälle wurde durch Influenza-B-Viren der Yamagata-Linie verursacht, die nicht in dem Dreierimpfstoff enthalten sind", erklärt Susanne Glasmacher Der Vierfachimpfstoff dagegen kann gegen den Influenza B-Virus schützen.

Moderat bis deutlich erhöhte Werte gebe es bereits für Nordrhein-Westfalen und Hessen. Der Osten und der Norden des Landes seien bisher noch nicht so stark betroffen. „In der ersten Kalenderwoche des Jahres wurden aus NRW 200 Infektionen gemeldet, in der zweiten Woche waren es 300 und in der dritten 450 Meldungen. Man sieht also, dass die Welle in NRW an Fahrt aufnimmt“, so Glasmacher.

„Bis zum heutigen Tage liegen dem Gesundheitsamt Bonn 52 Influenza-Meldungen vor. Im gesamten Januar des Vorjahres waren es 89 Fälle“, sagt Andrea Schulte, Sprecherin der Stadt Bonn. „Insofern zeigt sich ein zeitlich leicht verzögerter Beginn der Grippewelle in Bonn.“

Und jetzt steht Karneval vor der Tür. Aber die Krankenhäuser in Bonn sind bestens vorbereitet. „Die nahende rheinische Kontaktwoche wird die Ausbreitung der Grippewelle sicherlich begünstigen. Im Johanniter Waldkrankenhaus sind wir mit dem Influenzaschnelltest und der Möglichkeit infizierte Patienten auf unserer Isolierstation zu behandeln, gut gerüstet“, sagt Dr. Udo Schmitz, Chefarzt der Abteilung Allgemeine Innere Medizin des Bonner Johanniter Waldkrankenhauses.