Ein Ruck(es) geht durchs Land


Eine richtig geile Woche

Wer die letzten sieben Tage in der verbliebenen Medienlandschaft das Geschehen in einer immer mehr verrottenden Welt, in einem zerrissenen Europa, in unserer geliebten ‚Bananenrepublik' (BRD) und in unserer noch mehr geliebten Stadt Bonn verfolgte, freut sich über jeden Stromausfall oder einen Schneesturm mit dickem Nebel. Hauptsache: Man kriegt nichts mehr mit. Oder man nimmt es mit Häme und Spott.

Fangen wir mal an:

# In New York beschließt die UNO einen temporären Waffenstillstand in Syrien. Der Beschluss hat die gleiche Wirkung wie ein Halteverbotsschild vor einer Schule, an der besorgte Eltern morgens ihre unbesorgten Kinder abliefern: Niemand hält sich an irgendetwas.

# In Europa macht schon länger jeder, was er will, während der trinkfeste Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker weiter von einem einigen Europa schwadroniert. Gleichzeitig machen osteuropäische nationalistisch-orientierte Regierungen etwas anderes: Sie kümmern sich um keine europäischen Werte, greifen aber dreist in europäische Kassen, die von deutschen Steuerzahlern mit hohen Steuersätzen gefüllt werden. Und über den jüngsten Strafzoll-Amoklauf des US-amerikanischen Präsidententrottel Donald ‚Duck' Trump lallt Kommissionspräsident Juncker am Freitag in der Tagesschau: „Wir werden dann Strafzölle auf amerikanische Motorräder und Whisky erheben'. Mensch Juncker, was willst Du denn dann trinken? Steigst Du wieder auf Luxemburger Pflaumenschnaps („Eau de Prune“) um?

# In Deutschland entscheidet sich am Sonntag, ob und welche Regierung unser Land irgendwann in diesem Jahr noch bekommen wird. Für die ehemals ruhmreiche SPD ist es eventuell der dramatische Abgang in die zukünftige politische Bedeutungslosigkeit. Das mag auch damit zusammenhängen, dass die Partei keine Charaktere und Gesichter mehr hat, denen man echte Kompetenz zuordnen kann.

Dabei ist die CDU nicht viel besser: Der traditionelle Kanzlerwahlverein probte den Zwergenaufstand, weil die SPD in den GROKO-Verhandlungen Durchsetzungsvermögen bewiesen hatte. Zum Schluss aber beklatschten die christdemokratischen Delegierten wie 'Duracell-Hasen' wieder euphorisch ihre Kanzler-Glucke, deren größte politische Leistung immer noch in lähmender Handlungslosigkeit und grinsender Moderation bei Gipfeltreffen liegt.

Und jetzt auch noch das: Das ‚Verlegenheits‘-Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes zu einem eventuellen Diesel-Fahrverbot hat die Republik in den Grundfesten erschüttert. Wer zum Teufel kann mir endlich sagen, nach welchen Kriterien der Feinstaub-Messwert eigentlich festgesetzt wurde? Kein Mensch auf dieser Welt kann wissen, ab welcher fixen Zahl Feinstaub gesundheitsschädlich oder gar tödlich ist. Das hindert eine ‚Umwelt-Taliban‘ aber nicht daran, einen heiligen Krieg gegen das Automobil zu führen, welches nun mal heutzutage für eine mobile und funktionierende Gesellschaft unerlässlich ist. Warum verklagen wir nicht die Deutsche Umwelthilfe und deren Geschäftsführer auf Schadenersatz für ihren Anschlag auf unsere Gesellschaft?  

# In Bonn geht es in diesen Wochen richtig rund. Es wird gestritten über die Beethovenhalle, über ein zentrales Bad und – ja, kein Witz – über die fehlende TÜV-Plakette eines Radarblitzers auf der B9. Der amtierende Oberbürgermeister gefällt sich in der Rolle des amtierenden Frühstücksdirektors und dies macht er in der Tat gekonnt. Das war es dann aber schon. Die Ratsmehrheit – bestehend aus seiner eigenen Partei, einer fossilierten grünen Partei und immer dabei sein wollenden Freidemokraten hält ihm den Rücken frei. Über internen Ärger zwischen OB und Ratsmehrheit erfährt die Öffentlichkeit wenig, dafür sorgt das tägliche Print-Zentralorgan der Ratsmehrheit. Den Namen der Zeitung habe ich leider vergessen. Manchmal fragt man sich, wie BOFÜTAG (Bonns führende Tageszeitung) über die aktuellen ‚Leistungen' des Oberbürgermeisters berichten würde, wenn dieser noch den Namen seines Vorgängers tragen würde.

Sonst noch was?

Vor ein paar Tagen sagte mir ein Bonner aus meiner Generation einen schönen Satz: Für ein Zehntel dessen, was die Bevölkerung von staatlichen Stellen inzwischen geboten bekommt, wären wir Ende der sechziger Jahre auf die Straße gegangen und hätten diesem Staat Feuer unter seinen fetten Hintern gemacht. Und was macht unsere junge Erbengeneration? Sie amüsiert sich, konsumiert, rettet die Umwelt mit der Trennung von weißen und braunen Eierschalen, lässt sich von groß-kriminellen Steuern hinterziehenden Versandhändlern  dreimal in der Woche Klamotten nach Hause bringen und schickt sie dann meist wieder mit Dieseltransportern zurück. Auch ein schöner Beitrag zur Rettung der Umwelt.

Und ein Letztes:

Ist Ihnen auch schon aufgefallen, dass über 90% aller politischen Meldungen negativ sind? Allerdings: Auch wenn Sie den Fernseher mit seinen beschissenen Nachrichten aus dem Fenster werfen, verlangt dieser wundervolle Staat noch Gebühren für das Gerät und den selbst produzierten Mist.

Kommen Sie gut durchs Wochenende, lassen Sie den Fernseher aus und lesen Sie ein Buch!