Ein Ruck(es) geht durchs Land


Und heiter geht es weiter

„Only good news are bad news"

Oder war das nicht anders herum? „Only bad news are good news“: Jedenfalls eine alte Journalistenerkenntnis, die darauf baute, dass schlechte Nachrichten sich besser als gute Nachrichten verkaufen. Heutzutage verkaufen sich auch gute oder erfundene Nachrichten, sie müssen nur etwas bescheuert sein. Zum Beispiel:

Die Welt

Kommt es jetzt tatsächlich zu einem Treffen von ‚Dick' und ‚Doof'? Gemeint sind natürlich Kim Jong-Un und Donald ‚Duck' Trump. Was wollen die Herren bereden und wo wollen sie sich treffen? Die BONNDIREKT-Auslandskorrespondenten Kim Er-Weng(Asien) und Irvin Ruckefeller(USA) berichten aus zuverlässigen Quellen, dass man sich als Gesprächsthema der beiden Präsidenten auf die Pflege ihrer Frisuren geeinigt habe. Und da liegt nun wirklich einiges daneben: Während Kim wie ein mit einem Sparschäler gekämmter Boskoop-Apfel herum läuft, sieht Trump aus, als hätte man ihm ein besonders flauschiges Fensterleder auf den Hohlkopf getackert. Für die Dauer der Suche nach einem brauchbaren Friseur für beide soll ein Waffenstillstandsabkommen vereinbart werden. Fachleute gehen von einer langjährigen Suche aus und damit wäre die Gefahr eines Atomkrieges erst einmal gebannt.

Das Treffen soll übrigens in der sächsischen Landtagskantine stattfinden. Warum? Insider erklären, dass Kim und Trump unter den dort zahlreich herum laufenden Knallköppen aus Sicherheitsgründen nicht sonderlich auffallen.

Und was sagen wir Rheinländer zum geplanten Treffen? Wir sagen: „Pack schlägt sich, Pack verträgt sich". Oder auch nicht!

Deutschland

Nächste Woche wird's was geben: Nein, keine Geschenke vom Nikolaus, wir bekommen eine neue Regierung. Die Entwicklung zu diesem Ereignis könnte man ja jetzt über mehrere Seiten hinweg auf verschiedene Art kommentieren. Das erspare ich mir aber (noch), schließlich brauchen wir alle eine Regierung. Ob es unbedingt diese sein muss, hat letztlich das Wahlvolk zu verantworten (Haben Sie gemerkt, wie elegant ich die Beschreibung ‚Der Wähler‘ oder ‚die Wähler*innen vermieden habe?). Tja, ich beteilige mich doch nicht an dieser gnadenlos dämlichen Gender-Grammatik, nicht mal in der Woche des ‚Weltfrauentages', der in humorvollen chauvinistischen Kreisen auch „Weiberfastnacht für Halbintellektuelle“ genannt wird.

Was halten sie denn von der SPD-Ministerriege? Der neue Vizekanzler und Finanzminister Scholz hat vielleicht ein richtiges Amt erhalten. Als karnevalistische Frohnatur wäre er sicher eine Fehlbesetzung und zu lachen hatten die Steuerzahler bei Sparkommissar Schäuble auch nicht viel.

Heiko Maas? Der Saarländer ist immer penibel gekleidet, elegant, eloquent und könnte in einem saarländischen ‚Tatort' perfekt einen Heiratsschwindler geben.

Hubertus Heil? Schwer in Ordnung, ehrlich und echt langweilig, irgendwie ein Modell-Sozialdemokrat, der Frau Merkel schon deshalb kein Feuer geben wird, weil er als Nichtraucher keine Streichhölzer besitzt.

Die sozialdemokratischen Ministerinnen? Alle  ein Geschenk des Himmels, genau wie Frau Nahles, der ich die Teilnahme am Friseurtreffen von Kim und Trump empfehle (siehe oben). Vielleicht stände ihr eine Kurzfrisur ganz gut. Mit der jetzigen Haartracht erinnert sie eher an die Leiterin der Putzkolonne einer Reinigungsfirma aus der Eifel.  Ätschi, bätschi!

Bonn

Als Beethoven aus Bonn nach Wien flüchtete, hatte er in Bonn ja schon ein paar Enttäuschungen erlebt und wohl geahnt, dass seine Heimatstadt sich mit ihm immer wieder schwer tut. Damals gab es noch keinen Stadtrat in der jetzigen Formation und nicht den aktuell amtierenden Oberbürgermeister. Jetzt haben diese kongenialen politischen Überflieger auch noch seinen Geburtstag in 2020 vergeigt, weil die primäre Hallenspielstätte nicht fertig wird. Und was machen die Verantwortlichen für die wundervolle Planung? Sie erklären einfach weiter wursteln zu wollen. Andernfalls hätten sie ja auch eine Bankrotterklärung ihres politischen Handels abgeben müssen.

Der amtierende Frühstücksdirektor der Bundes- und Beethovenstadt, in dem manche auch den Oberbürgermeister vermuten, räumt auf der Internationalen Tourismusbörse in Berlin(ITB) zwar ein, keinen ‚Plan B' - etwa den Bau einer temporären Spielstätte - zu haben, aber man wolle die Chance ergreifen,  Spielstätten zu bespielen, die es sonst noch in Bonn und der Region gibt. Und dazu fiel ihm dann auch noch das letztjährige Karnevalskonzert mit 3000 Zuhörern auf Pützchens Markt unter Leitung von Generalmusikdirektor Dirk Kaftan ein. Ja, Pützchen ist eben überall und viele in Bonn haben ja schon länger den Eindruck, dass Bonner Kommunalpolitik im Beueler Bayernzelt und nicht im Rathaus und im Stadthaus gemacht wird.

Würde Beethoven noch leben, hätte er sich umgehend in den ICE nach Wien gesetzt. Aber der arme Ludwig hätte auch damit rechnen müssen, dass der Zug gar nicht in Bonn hält.

Tatatataaa!

(Auf dem Klavier in einer unteren Oktave mit einem Finger dreimal ein ‚G' und einmal ein ‚E', anschließend dasselbe mit ‚F' und ‚D' anschlagen).

Komponieren kann wie Politik so einfach sein. Allerdings benötigt Kunst auch Talent, Politik offensichtlich nicht. (11.03.2018)