Bonn Rhein-Sieg


Bonner Grundstücksmarktbericht

Bonner Grundstücksmarkt: Preise steigen weiter

(s.b.) - Mehr als 1,3 Milliarden Euro wurden insgesamt im Jahr 2017 auf den Bonner Immobilienmarkt umgesetzt. Das entpricht einer Steigerung von rund acht Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das geht aus dem Grundstücksmarktbericht 2018 hervor, den der Gutachterausschuss für Grundstückswerte in der Bundesstadt Bonn zum Stichtag 1. Januar 2018 erarbeitet hat.

Der aktuelle Grundstücksmarktbericht gibt wieder eine Übersicht über den Immobilienmarkt in der Bundesstadt Bonn. Er stellt zudem die Umsatz- und Preisentwicklung des vergangenen Jahres dar und informiert über das Preisniveau in den unterschiedlichen Ausprägungen des Grundstücksmarktes. Insgesamt werteten die Experten 2 865 notariell beurkundete Kauffälle aus (minus 3 Prozent zum Vorjahr, 2017: 2 957). Der Geldumsatz bei den bebauten Grundstücken ist von rund 832 Millionen Euro auf rund 873 Millionen Euro gestiegen. Ansonsten hat sich der Geldumsatz bei den unbebauten Grundstücken und den Grundstücken mit Wohnungs- und Teileigentum im Vergleich zum vorherigen Jahr leicht verringert.

Die für 2017 ermittelten durchschnittlich gezahlten Kaufpreise für Ein- und Zweifamilienhäuser in mittleren bis guten Wohnlagen stellten sich im Vergleich zu 2016 je nach Gebäudeart und Baujahr differenziert dar.

So wurde in 2017 in Bonn beispielsweise für Neubau-Doppelhäuser mit 150 bis 250 Quadratmeter großen Grundstücken ein durchschnittlicher Kaufpreis von rund 450 000 Euro erzielt.

Unbebaute Grundstücke wurden teurer

Unbebaute Grundstücke sind 2017 im Vergleich zum Vorjahr teurer geworden. Der Preis für baureife Grundstücke für Ein- und Zweifamilienhäuser stieg im Durchschnitt um 5 Prozent, für baureife Grundstücke für Mehrfamilienhäuser gar um 15 Prozent. Die Preisentwicklung bei den baureifen Grundstücken für Gewerbebebauung blieb stabil.

Zonale Bodenrichtwerte zum 1. Januar 2018

Auf der Grundlage der Kaufpreissammlung und der oben genannten Gesamtkaufpreisentwicklung auf dem Bonner Grundstücksmarkt hat der Gutachterausschuss nach den Bestimmungen des Baugesetzbuches (BauGB) und der Gutachterausschussverordnung (GAVO) NRW zum Stichtag 1. Januar 2018 zonale Bodenrichtwerte für die bebauten Bereiche sowie für die Außenbereiche beschlossen.

Der zonale Bodenrichtwert ist der durchschnittliche Lagewert des Bodens innerhalb eines Gebietes (Bodenrichtwertzone), das nach seinem Entwicklungszustand sowie nach Art und Maß der Nutzung weitgehend übereinstimmende Merkmale aufweist. Der Bodenrichtwert ist bezogen auf den Quadratmeter Fläche eines Grundstückes mit dem definierten Grundstückszustand (Bodenrichtwertgrundstück).

In guten Wohnlagen liegt der durchschnittliche Bodenrichtwert für eine Ein- und Zweifamilienhausbebauung bei 500 Euro pro Quadratmeter, in mittleren bei 430 Euro und in einfachen Wohnlagen bei 350 Euro pro Quadratmeter. Der durchschnittliche Bodenrichtwert für Mehrfamilienhausgrundstücke beträgt in guten Wohnlagen 600 Euro pro Quadratmeter, in mittleren bei 450 Euro und in einfachen Lagen 395 Euro pro Quadratmeter.

Für Gewerbegrundstücke werden in Bonn durchschnittlich 110 Euro pro Quadratmeter bezahlt.

Eigentumswohnungen wieder gestiegen: Schwarzrheindorf, Bonn-Zentrum und Ippendorf am teuersten

Zum 1. Januar 2018 hat der Gutachterausschuss die sogenannten Marktrichtwerte für Eigentumswohnungen - differenziert nach vier Altersklassen - fortgeschrieben. Marktrichtwerte sind normierte Kaufpreise pro Quadratmeter Wohnfläche bezogen auf eine bestimmte Ortslage. Darüber hinaus hat der Gutachterausschuss auch Marktrichtwerte für Gründerzeitwohnungen beschlossen.

Die Preisentwicklung für Eigentumswohnungen ist in allen Baualtersklassen weiterhin steigend: die Durchschnittspreise der Neubauwohnungen (bis 3 Jahre alt) sind um rund 10 Prozent, die der 5 bis 30 Jahre alten Wohnungen um rund 6 Prozent, die der 30 bis 50 Jahre alten Wohnungen um rund 7 Prozent und die der 50 bis 70 Jahre alten Wohnungen um etwa 9 Prozent gestiegen.

Die beliebten Gründerzeitwohnungen haben mit rund 16 Prozent die höchste Steigerung erfahren.

In Schwarzrheindorf, Beuel-Zentrum sowie Ippendorf wurden die höchsten durchschnittlichen Kaufpreise für Eigentumswohnungen erzielt.