Kultur


Beethoven-Interpretation in Bonn

Vom 01.-30.Mai 2018: Zum sechsten Mal "Beethoven@home"

(e.b.) - Wie im letzten Jahr begonnen, konzentriert sich Beethoven@home auch in diesem Jahr mit 32 Veranstaltungen in vier Wochen auf den „musikalischen Schutzpatron" der Stadt. Seit dem vergangenen Jahr, in dem entschieden wurde, nur noch Veranstaltungen aufzunehmen, die sich auch mit Beethoven beschäftigen, ist die Zahl der Veranstaltungen um 50 % gestiegen.

An 24 verschiedenen Aufführungsorten präsentieren nicht weniger als 23 Veranstalter ein Musikprogramm rund um Ludwig van Beethoven. Mit 17 eigens für Beethoven@home konzipierten Veranstaltungen entwickelt sich das Musikschaufenster immer mehr zu einem eigenständigen Festival. Seit seiner Gründung im Jahr 2012 haben sich bisher insgesamt 76 große und kleine Veranstalter an 72 Orten beteiligt.

Der diesjährige Schirmherr Malte C. Boecker, Direktor des Beethovenhauses und Kuratoriumsvorsitzender der Beethoven-JubiläumsGmbH, sagt dazu in seinem Geleitwort:

„Herzlichen Glückwunsch Beethoven@home! Zum sechsten Mal findet nun schon das explorative Festival statt, das einen festen Platz im Jahreskalender der Beethovenstadt gefunden hat. Das „Musikschaufenster“ zeigt auch im Jahr „Minus Zwei“ vor dem großen Jubiläum, wie viele Künstler und Veranstalter in Bonn und Umgebung zu Beethoven unterwegs sind. Die gewachsene „Beethoven-Familie“ freut sich, dass die Reichweite unseres großen Bonners weit über die „Klassik“ im engeren Sinne hinausreicht".

Das Beethovenhaus selbst ist in diesem Jahr mit vier Veranstaltungen am Programm beteiligt, das Netzwerk Ludwig van B. ist gemeinsam mit Kooperationspartnern mit fünf Veranstaltungen vertreten.

„Treue und neue Veranstalter bilden jedes Jahr wieder eine anregende Mischung aus spielerischem Experiment und hochkarätiger Kammermusik", erläuterte Solveig Palm, die das Musikschaufenster 2012 ins Leben gerufen hat und seitdem konzeptionell und organisatorisch betreut.

Und Stephan Eisel, Vorsitzender der Bürger für Beethoven, die Mitveranstalter des Festivals sind, erinnerte an Beethovens Vermächtnis: „22 Jahre hat Ludwig van Beethoven in Bonn gelebt und gearbeitet - hier war er zu Hause. Daran knüpft beethoven@home an und zeigt mit der Vielfalt des aktuellen Programms heute, was damals den Bonner Beethoven ausgemacht hat – denn er war Pianist, Orchestermusiker und Komponist, vom musikalischen Zeitgeist geprägt und zugleich immer aufbrechend zu neuen Ufern".

Schwerpunkte in diesem Jahr:

Ø  Zum Auftakt (1. Mai) gibt das Netzwerk Ludwig van B. ein Thema vor, das den scheinbar geläufigen Klassiker Beethoven von weitgehend unbekannter Seite zeigt: in seinen Volksliedbearbeitungen „verschiedener Völker“ ist Beethoven nicht nur nah am Volkslied, sondern auch international und deftig humorvoll. Zwei weitere Veranstaltungen stellen ebenfalls diesen unbekanntesten, aber überaus reizvollen Teil aus Beethovens unbekannten Volksliedbearbeitungen vor. (5. + 7. Mai)

Ø  Die Hochschule für Musik und Tanz in Köln schickt seine Preisträger des Karlrobert-Kreiten-Klavierwettbewerbs in diesem Jahr in die „Beethovenklausur“ auf Burg Adendorf. (10.-12. Mai)

Ø  Der Universitätsclub Bonn setzt seine anspruchsvoll-unterhaltsame Musik-Gesprächsreihe mit der jungen aus dem Rheinland stammenden Geigerin Judith Stapf fort, die derzeit an der Barenboim-Zaid-Akademie studiert. (24. Mai)

Ø  An musikalisch neugierige Nachtschwärmer richtet sich die neue Reihe „Live Beetz“ in der Lounge-Bar des Pantheon, in der Klassik, Pop und DJ-Sound in respektvollen Dialog treten. (9. und 25. Mai)

Ø  Dass die musikalische Beschäftigung mit Beethoven schon in der Grundschule ihren Platz hat, beweist wie keine andere die Donatusschule mit ihrem großen Streicher- und Bläserorchester (18. Mai). Und selbstverständlich fehlt der Meister auch nicht bei den Schülerkonzerten der gleichnamigen städtischen Musikschule in den verschiedenen Musikschulbezirken (14.-17. Mai)

Die Initiatoren freuen sich über den auch in diesem Jahr erfüllten Anspruch, das Programm auf Beethoven zu fokussieren. Entstanden ist eine erstaunliche Vielfalt von Veranstaltungen, mehr als die Hälfte davon eigens konzipiert für Beethoven@home. Das breit gefächerte Programm umfasst Kammermusik und Klavierabende, Improvisation und Experiment, Gesprächsveranstaltungen, late-night-Lounge sowie Mitmachprogramme, die verschiedenste Medien und Altersklassen einbeziehen. Damit, so Solveig Palm, wird mal wieder widerlegt, dass Beethoven (oder Klassik insgesamt) angeblich nur für einen exklusiven Teil der Gesellschaft geeignet ist.

20.04.2018