Kultur


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Jazzfest Bonn 2018 mit Schwerpunkt auf dem Klavier

(e.b.) - Kaum ein Instrument ist in „Klassik" und „Jazz" derart zentral verankert wie das Klavier: Dynamisch, harmonisch und rhythmisch gehen von dem Instrument sowohl in solistischer als auch in begleitender Funktion wichtige Impulse aus. Eine beeindruckende Vielfalt kreativer Wege am Klavier ist beim diesjährigen Jazzfest Bonn zu erleben. Zwischen dem 26. April und 12. Mai treten 18 Pianisten auf, in diversen Formationen. Ihr Background und musikalischer Farbenreichtum könnte kaum unterschiedlicher sein.

Da wäre zum Beispiel Django Bates, der als einer der besten europäischen Jazzmusiker gilt und mit seinem Trio Belovèd in der Universität Bonn gastieren wird. Hochvirtuos ist Bates‘ Musik, voller Gestaltungskraft und gespickt mit ungewöhnlichen Improvisationskonzepten – ein Klangerlebnis für jeden, der glaubt, im Jazz-Piano-Trio sei bereits alles gesagt worden. Ein anderes Unikum am Klavier ist Richie Beirach: Der in Brooklyn geborene Beirach bewegte sich zunächst in der klassischen Musik, begeisterte sich als Student jedoch zunehmend für die Welt der Improvisation. Bei seinem Konzert in Bonn erprobt er mit dem Violinisten Gregor Huebner genreübergreifend musikalische Räume in seiner ihm eigenen, mitreißenden Art und Weise; er spielt Werke der europäischen Musikgeschichte mit ebenso großem Verve wie Jazzstandards und Originalkompositionen aus seiner Feder.

Weitere Entdeckungen bei diesem Festival sind der Norweger Eyolf Dale, ein Wunderknabe mit berührendem Ton, der mit seinem Quintett erstmals in Bonn zu erleben sein wird. Die bekannteste deutsche Jazz-Pianistin Julia Hülsmann wird am 3. Mai im Beethovenhaus in einer mit Spannung erwarteten Uraufführung mit Christopher Dell (Vibraphon) zu erleben sein. Wenige Tage später stellt der Kölner Pianist Pablo Held im LVRLandesMuseum seine neue CD vor. Bereits ausverkauft ist das Konzert mit dem Michael Wollny Trio in der Bundeskunsthalle.