Kultur


Bundeskunsthalle

(e.b/s.b.) - «Nasca Im Zeichen der Götter» entführt die Besuchenden in den Süden des Andenstaates, wo die Nasca-Kultur (ca. 200 v.Chr. – 650 n. Chr.) ihre Blütezeit erlebte. Im Wüstenboden des südlichen Perus hinterließen die Nasca eines der größten Archäologie-Rätsel, das noch immer auf seine Entschlüsselung wartet:Die riesigen Bodenzeichnungen, auch Nasca-Linien genannt.

 

Es gibt wohl keine prähispanische Kultur, die farbenprächtigere Keramiken und Textilien hinterließ als die Nasca. In der Ausstellung "Nasca. Im Zeichen der Götter. Archäologische Entdeckungen aus der Wüste Perus" zeigt die Bundeskunsthalle, Friedrich-Ebert-Allee 4, ab Donnerstag, 10. Mai 2018, die Funde dieser untergegangenen Gesellschaft.

Das vermutlich geheimnisvollste Zeugnis der südamerikanischen Kultur sind die Nasca-Linien, die die UNESCO zum Weltkulturerbe erklärte. Vorgestellt werden die großen Bodenzeichnungen in der aktuellen Bonner Schau via Multimedia-Installation. Darüber hinaus gibt es rund 200 Exponate zu sehen, die die Gesellschaft, die Geschichte und die Kunst der Nasca präsentieren.

Geprägt war die Nasca-Kultur von Ritualen, Kunst, hochentwickeltem Handwerk, Musik und dem Leben in einer der extremsten Klimaregionen unseres Planeten. Der goldene Gesichtsschmuck eines Priesters oder eine Doppelausgussflasche in Schlangenform erzählen faszinierende Geschichten über den Alltag der Menschen, die in fruchtbaren Tälern zwischen den Hochanden im Osten und einer dem Pazifik vorgelagerten Wüste lebten.

Die Nasca hinterließen keine Schriftzeugnisse, jedoch eine Bildsprache auf Textilien, Keramiken und dem Wüstenboden. Sie entwickelten eine höchst komplexe Lebensweise mit fremdartig erscheinenden Ritualen und Kunstwerken, die zum qualitätvollsten archäologischen Erbe der Welt gehören. Kultur-Interessierte können die Ausstellung bis Sonntag, 16. September 2018, besuchen.

Rein Wolfs, Intendant der Bundeskunsthalle: „Immer wieder stellen uns Zeugnisse vergangener Kulturen vor Fragen, die sich kaum eindeutig beantworten lassen, unsere Phantasie und den Forscherdrang jedoch umso mehr beflügeln. Die einzigartigen Geoglyphen der Nasca begegnen uns als Spuren einer gelebten Kultur, in der sich Kunst und Ritus vereinen. Sie bieten die Chance für einen neuen Blick auf gesellschaftliche Traditionen und Relikte, die sich – ihres Kontextes entbunden – von Fakten in Mysterien verwandeln".

Die bis zum 16.September 2018 laufende Ausstellung ist eine Zusammenarbeit zwischen dem Museo de Arte de Lima (MALI) und dem Museum Rietberg (Zürich) in Kooperation mit der Bundeskunsthalle unter Beteiligung der bedeutendsten Nasca-Archäologinnen und -Archäologen weltweit.

(10.05.2018)