Kultur


Beethovenfest 2018 am Start!

(e.b./e.r.) -  Ein Fest muss »rauschend« sein! Umso mehr, wenn es sich um die Eröffnung eines Festivals handelt. Das Beethovenfest Bonn 2018 beginnt seine Saison mit einem Wochenende voller Open-Air-Veranstaltungen: Zweimal große Orchesterkonzerte, live übertragen am Freitag und am Sonntag – mit Beethovens »Schicksalssymphonie« hier und »Rheinischem Originalklang« dort.

Public Viewing und Ludwigs Lounge  

Am Eröffnungswochenende erleben Besucher des Bonner Marktplatzes auf einer großen Leinwand-Bühne vor dem Alten Rathaus kostenlos Liveübertragungen des Beethovenfestes.

Besonders optimal ist der Kulturgenuss in ‚Ludwigs Lounge': Dort erleben Besucher das Programm bei Wind und Wetter in einem erhöhten, bequem eingerichteten VIP-Bereich mit bestem Blick auf die Leinwand. Ludwigs Lounge öffnet jeweils eine Stunde vor Beginn der Übertragung eines Konzerts. Ein besonderes kulinarisches Angebot  mit Menü, Nachspeisenbüffet, exzellenten Service und allen Getränken inklusive gibt es zu einem Preis von € 89 Euro pro Person.

Am Freitag auf der Leinwand

Am Eröffnungswochenende bietet „Ludwigs Lounge“ an allen drei Abenden ein besonderes kulinarisches Angebot: Im wettergeschützten Pavillon mit bestem Blick auf die große LED-Wand kann man die Übertragung der Live-Konzerte aus dem World Conference Center Bonn sowie die legendäre Berliner Einspielung der neunten Symphonie Beethovens mit Leonard Bernstein aus dem Jahre 1989 genießen. Am Freitag auf der Leinwand: Bertrand Chamayou, das Orchestre Philharmonique de Radio France und Mikko Franck.

Am Samstag auf der Leinwand

Ludwig van Beethovens Symphonie Nr. 9 d-Moll op. 125 in der legendären Interpretation von Leonard Bernstein aus dem Jahr 1989 (Aufzeichnung aus dem Konzerthaus Berlin).

Am Sonntag auf der Leinwand:

Der Bonner Kammerchor, Chorus Musicus Köln und das Orchester Rheinton unter Christoph Spering

Am Samstag in der Innenstadt: Die Schüler sind los!

Der Samstag des Eröffnungsfests gehört  Schülerinnen und Schülern, jungen Bonner Musikerinnen und Musikern: Über 1.000 von ihnen machen die Stadt zu einem begehbaren Klangraum.

Veranstaltungen vom 31.08-01.09.2018

Eröffnungskonzert

Vorhang auf! Mit Verve bahnt dich der junge finnische Dirigent Mikko Franck seinen Weg in die Schicksalswelten des aktuellen Festivals. Am Beginn steht »Le tombeau de Couperin«: Maurice Ravels Hommage an barocke Tanzformen, zugleich ein Requiem für seine im Ersten Weltkrieg gefallenen Kriegskameraden.

Der französische Pianist Bertrand Chamayou, für seinen hellen Geist und seinen besonderen »Flow« berühmt, spielt mit dem »Ägyptischen Klavierkonzert« von Saint-Saëns ein orientalisch inspiriertes Intermezzo, bevor das Orchestre Philharmonique de Radio France sich in die Wogen von Beethovens fünfter Symphonie stürzt, von deren Anfangsmotiv der Meister gesagt haben soll: »So pocht das Schicksal an die Pforte.« Sollte er damit die auf Wien vorrückenden Soldaten Napoleons gemeint haben, so hätten wir hier ein Rückspiel im Geist der Völker-Versöhnung ...

Das Programm am Freitag 31.08.2018 um 20:00h im World Conference Center (Saal ‚New York‘)

Maurice Ravel
»Le tombeau de Couperin«. Ballettmusik für Orchester (1919)

Camille Saint-Saëns
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 5 F-Dur op. 103 »Ägyptisches Konzert«) (1896)

Ludwig van Beethoven
Symphonie Nr. 5 c-Moll op. 67

Künstler:

Bertrand Chamayou Klavier/Orchestre Philharmonique de Radio France /Mikko Franck Dirigent

Quintessenzen

Drei große europäische Komponisten – Rossini, Schumann und Schostakowitsch – setzt Mikhail Pletnev auf sein Programm, dreimal mit »letzten Werken«. »Guillaume Tell« war die letzte der 39 Opern Rossinis, die Ouvertüre wurde zum Hit auch als Film-Musik. Schumanns letztes Orchesterwerk dagegen hatte ein kompliziertes Schicksal und wurde erst spät für das Konzertleben entdeckt. Inzwischen setzen sich junge Geiger wie der vielfach preisgekrönte Renaud Capuçon mit Begeisterung für das Werk ein. Die letzte Symphonie von Dmitri Schostakowitsch – »Quintessenz seines Lebens« – rundet das Programm ab: Neben Anklängen an eigenes Schaffen und Zitaten aus Werken von Richard Wagner erklingen, erneut an diesem Abend, Motive aus Rossinis »Guillaume Tell« ...

Programm:

Gioachino Rossini
Ouvertüre zur Oper »Guillaume Tell«

Robert Schumann
Konzert für Violine und Orchester d-Moll WoO 1

Dmitri Schostakowitsch
Symphonie Nr. 15 A-Dur op. 141 (1971)

Künstler:

Renaud Capuçon Violine
Russisches National­orchester
Mikhail Pletnev Dirigent

01.09.2018 / 20:00h (Konzerteinführung 19:30h) / World Conference Center (Saal ‚New York‘)

Wiedervorlage »Egmont«

Kurz nach der Schlacht von Wagram nahm Beethoven den Auftrag des Wiener Burgtheaters für eine Schauspielmusik zu Goethes Freiheitsdrama »Egmont« an. In die »Egmont«-Musik, angereichert mit Auszügen weiterer Beethoven-Werke wie »König Stephan« und dem »Opferlied«, hat der britische Musikschriftsteller Paul Griffiths einen neuen – einen politischen – Text gesetzt. Ausgehend von dem Bericht eines Generals über die Hilflosigkeit seiner UN-Friedenstruppen angesichts des Völkermords in Ruanda (1994), schrieb Griffiths ein Libretto, das nun der Musik Beethovens eine bewegende Schärfe und Gegenwart verleiht.

Programm:

Mauricio Kagel
Auszüge aus »Zehn Märsche um den Sieg zu verfehlen« für Bläser und Schlagzeug (1979)

Paul Griffiths / Ludwig van Beethoven
»The General«. Monodram mit Musik aus »Egmont« op. 84, »König Stephan« op. 117, »Leonore Prohaska« WoO 96 und »Opferlied« op. 121b (2007)

Künstler:

Nike Wagner Festvortrag
Markus Meyer Sprecher
Sophia Brommer Sopran
Beethoven Orchester Bonn
Phil­har­mo­nischer Chor der Stadt Bonn
Dirk Kaftan Dirigent

01.09.2018 / 11:00h / Universität Bonn(Aula)

Rheinische Musikfeste

200 Jahre ist es her, dass die Niederrheinischen Musikfeste ins Leben gerufen wurden. Öffentliche Orchesterkonzerte hatten damals Seltenheitswert, und so erfreute sich dieses frühe Musikfestival eines immensen Zulaufs. Wichtig hierbei war das gemeinsame Musizieren in groß besetzten Auftragswerken – häufig geistlicher Natur. Davon gibt uns ein Spezialensemble, das Orchester Rheinton unter Christoph Spering, nun die schönsten Beispiele: einen Orchesterpsalm von Felix Mendelssohn Bartholdy, der den Auszug Israels aus Ägypten schildert, und ein Oratorium von Ferdinand Ries, »Der Sieg des Glaubens«,das den Triumph der »sanftmütig Glaubenden« feiert. »Wahrer Jubel herrschte überall«, so der Komponist nach der Uraufführung 1829. Ries war nicht zufällig der Lieblingsschüler Beethovens. Strahlend in der Mitte des Programms trohnt Beethovens Siebte – damit es neben all der Geistlichkeit auch einmal weltlich und ausgelassen hergehe.

Programm:

Felix Mendelssohn Bartholdy
Der 114. Psalm »Da Israel aus Ägypten zog« für achtstimmigen Chor und Orchester op. 51

Ludwig van Beethoven
Symphonie Nr. 7 A-Dur op. 92

Ferdinand Ries
»Der Sieg des Glaubens«. Oratorium für Soli, Chor und Orchester op. 157

Künstler:

Robin Johannsen Sopran
Marion Eckstein Alt
Corby Welch Tenor
Matthias Winckhler Bass
Bonner Kammer­chor
Georg Hage Einstudierung
Chorus Musicus Köln
Orchester Rheinton
Christoph Spering Dirigent

18:00h / World Conference Center Bonn, Saal »New York«

Sturm-Sonate« en rose

Rosa der Bühnenboden, das Licht, die Kostüme, der Flügel. Heiter und leichtfüßig kommt Mathilde Monniers »Rose-variation« daher und zerlegt so konsequent wie unerschrocken das klassische Bewegungsvokabular. Meisterlich greift die Choreographie dabei die Energie von Beethovens »Sturm-Sonate« auf, ohne die Autonomie der Bewegung jemals in Frage zu stellen. Berühmt dafür, die Unabhängigkeit von Musik und Tanz »erfunden« zu haben, führen die Arbeiten von Merce Cunningham die verschiedenen Bühnenkünste dennoch zu eigenwilligen Symbiosen zusammen. So auch in »Sounddance« – Cunninghams Antwort auf die Welt des klassischen Balletts. Die Brücke zwischen beiden Stücken schlägt Twyla Tharps schlichtweg verblüffendes Stück »The Fugue«: Streng orientiert an Bachs »Musikalischem Opfer« vermittelt sich die Kunst der Fuge, ohne dass ein einziger Takt Musik erklingt.

Programm:

Mathilde Monnier
»Rose-variation« zu Ludwig van Beethovens Klaviersonate Nr. 17 d-Moll op. 31/2 »Sturm-Sonate«) (2014)

Twyla Tharp
»The Fugue« (1970)

Merce Cunningham
»Sounddance« (1975)

Künstler:

CCN – Ballet de Lorraine
Mathilde Monnier Choreographie
Twyla Tharp Choreographie
Merce Cunning­ham Choreographie
Tanguy de Williencourt Klavier

19:30 / Oper Bonn

Zu guter Letzt:

Mit 13 fabrikneuen Fahrzeugen sorgt die BMW Niederlassung Bonn dafür, dass Intendantin Nike Wagner und die MusikerInnen von sportlich bis elegant, aber stets sicher an die Konzertorte des Beethovenfestes 2018 gelangen.

Pünktlich zum Festivalbeginn ist zudem das Team des Beethovenfestes komplett: 45 Studentinnen und Studenten, das sogenannte »B-Team«, sind mit roten „B“-Kennzeichen überall zur Stelle: Als Einlasskontrolleure, Programmheftverkäufer, Platzanweiser, Wegweiser an 23 Spielstätten.

Neben den studentischen Helfern unterstützen 12 Praktikanten das feste Beethovenfest-Team. Drei Wochen lang wurden Projektkoordinatoren, Presse- und Dramaturgie-Assistenten, Technik-Verantwortliche und die Abenddienstleitung eingearbeitet – mit dem Beginn des Beethovenfests am 31. August tragen sie alle zur Betreuung unseres Publikums und unserer Künstler bei.