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City Ring: Der Münsterschule stinkt’s schon jetzt

(m.g.) Auf Wunsch der Jamaika-Koalition und der SPD prüft die Stadtverwaltung Bonn derzeit die Realisierbarkeit einer Erweiterung des bisherigen Cityrings. Das betrifft auch die Fritz-Tillmann Straße und die Straße „Am Hofgarten“, die zusammen eine Straße bilden. Das würde bedeuten, dass die Münsterschule einem verstärkten Verkehrsaufkommen ausgesetzt ist. 

„Mittlerweile hat sich der Verkehr um unsere Schule herum sehr verstärkt“, sagt Schulleiter Clauspeter Wollenweber, verursacht durch die Bauarbeiten auf dem City Ring. „Schon jetzt ist es chaotisch und es bilden sich Staus bei uns, mit dem unserer Schüler zurechtkommen müssen. Und durch den ruhenden Verkehr wird die Luft stärker belastet.“ 

Es sei kaum auszumalen, was passiert, wenn der City Ring um die Straßen „Am Hofgarten“ und Fritz-Tillmann-Straße erweitert wird. „Dann würde alles noch schlimmer und der Schulweg für unsere 250 Kinder noch gefährlicher werden.“ Hinzu komme, dass die Münsterschule zwei Schulgebäude hat, die verkehrstechnische getrennt voneinander sind. „Und beim Wechsel von einem Gebäude in das andere sind die Schüler auch dem Verkehr ausgesetzt.“ 

Bei der Elternpflegschaft klingeln die Alarmglocken. „Vor kurzem hat die Elternpflegschaft auf ihrer Sitzung beschlossen, eine Initiative ins Leben zu rufen. Dann wollen die Eltern mit Unterschriftensammlungen oder Gesprächen mit Politikern gegen die Verlängerung des City Rings vorgehen“, weiß Wollenweber. 

Viele der betroffenen Familien wohnen in der Südstadt, wo sich im Sommer eine Bürgerinitiative gegen die Verlängerung gegründet hat. Auch da sind einige der Eltern Mitglied. Die Initiative will sich wehren. „Wir wollen das sachlich im Gespräch mit den Politikern klären. Schließlich ist eine solche Verlängerung im Masterplan der Stadt nicht vorgesehen.“ Und aus seiner Sicht hat eine solche Verlängerung unangenehme Auswirkungen auf die Lebensqualität in der Südstadt“, sagt Stefan Rausch, Sprecher der Initiative. 

Denn durch die Verlängerung würde sich der angestaute Verkehr neue Wege durch die bisher ruhigen Wohnstraßen der Südstadt suchen. Also wären die Schulkinder auf ihrem Schulweg nicht nur auf den Straßen „Am Hofgarten“ und Fritz-Tillmann-Straße dem Verkehrschaos ausgesetzt, sondern auf ihrem ganzen Schul- oder Heimweg. 

Auf Anfragen von BONNDIREKT bestätigt die Stadt Bonn die laufende Prüfung der Verlängerung. „Die Stadt prüft derzeit eine erweiterte Variante des Cityrings, weil der Rat sie damit im Ratsbeschluss vom 7.Mai beauftragt hat. Die Ergebnisse soll die Verwaltung den politischen Gremien bis Ende 2018 vorlegen“, heißt es. Dabei will die Stadt auch auf den Wunsch der Bürgerinitiative nach einem Dialog mit der Politik eingehen. „Die Stadt will das Thema mit den betroffenen Interessenverbänden des örtlichen Handwerks und der Wirtschaft, den Stadtwerken, Interessensvertretern der verschiedenen Verkehrsarten, dem Behindertenverband sowie der Universität erörtern.“

 19.09.2018