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Ladepunkte für Stromer – Bonn hinkt hinterher

(m.g.) Vor kurzem hat der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) die aktuellen Zahlen seines Ladesäulenregisters veröffentlicht. Daraus ergibt sich ein Städte-Ranking bezüglich der öffentlichen Ladepunkte und Ladesäulen in den deutschen Städten. Hier findet sich die Stadt Bonn im unteren Bereich der Tabelle wieder. 

In dem Städte-Ranking des BDEW-Registers belegt Hamburg mit 785 öffentlich zugänglichen Ladepunkten den ersten Platz, dicht gefolgt von Berlin mit 743 Ladepunkten. Im neuen BDEW-Ladesäulenregister sind aktuell rund 13.500 öffentliche und teilöffentliche Ladepunkte an rund 6.700 Ladesäulen für Deutschland erfasst – davon 13 Prozent Schnelllader. Das Stadtgebiet Bonn mit einem Umkreis von zehn Kilometern kommt hier gerade einmal auf 72 Ladepunkte. 

Die Stadt steht dem Aufbau einer Ladeinfrastruktur jedoch positiv gegenüber. Bereits 2016 hatte die Verwaltung im Rahmen des Ratsbeschlusses „Förderung der Elektromobilität aufgrund der Möglichkeiten des Elektromobilitätsgesetzes“ darauf hingewiesen, dass sie gemeinsam mit den Stadtwerken Bonn die Möglichkeit des sukzessiven Aufbaus von Ladeinfrastruktur zu prüfen. Es wurde beschlossen 25 Ladesäulen zu errichten, mittlerweile sind es 33 (mit 72 Ladepunkten). 

Aber das Vorhaben stößt schnell an seine Grenzen, wie Markus Schmitz vom Presseamt der Stadt Bonn erklärt. „Der Verkauf des Stroms an den Ladesäulen deckt für den Investor nicht die Investitionskosten.“ Hinzu komme, dass „es ist immer noch nicht ausreichend absehbar wie, sich die Ladetechnologie (Schnellladen / Normalladen) zukünftig entwickelt, und Investitionen, zum Beispiel ausschließlich in Normalladeangebote, deshalb vielleicht verloren sind“. 

Außerdem sie die Anzahl der E-Fahrzeuge nach wie vor sehr gering und der Platz für den Aufbau von Ladesäulen und die Umwidmung von Parkplätzen stehe in Konkurrenz zu anderen Nutzungen und Funktionen. Das BDEW bestätigt die Probleme beim Ausbau der Infrastruktur. „Für die Ladesäulenbetreiber ist das bisher eine Investition in die Zukunft und ein wichtiger Beitrag, um die Energiewende auf die Straße zu bringen. Der Durchbruch der Elektromobilität kann aber erst gelingen, wenn die Automobilindustrie endlich Modelle auf den Markt bringt, die in Preis und Leistung mit Verbrennern konkurrieren können. Angebote im Premiumsegment helfen hier nicht weiter. Da mehr als 80 Prozent der Ladevorgänge zuhause oder am Arbeitsplatz stattfinden, ist zudem wichtig, dass der Ausbau der privaten Ladeinfrastruktur erleichtert wird: durch den Abbau rechtlicher Hürden sowie finanzielle Anreize“, sagt Stefan Kapferer, Vorsitzender der BDEW-Hauptgeschäftsführung.

 21.09.2018