Bonn Rhein-Sieg


Schmierereien im Viktoriakarree

(me)Bonner Kommunalpolitiker*innen sehen es immer, wenn sie zu ihren Fraktionssitzungen aufbrechen: Die beschmierten Häuserwände in der Rathausgasse. Es sind die Immobilien der SIGNA AG, die diese erworben hat, mit dem Ziel, im Viktoriakarree ein modernes Einkaufszentrum zu errichten.

Nachdem die Verhandlungen mit der Stadt, der der Großteil der anderen Immobilien gehört, durch einen Bürgerentscheid gestoppt wurden, herrscht Stillstand. In einigen Wohnungen wurden Flüchtlinge untergebracht, in der Stockenstraße hat SIGNA Ladenlokale vermietet. Der Unternehmer Bergfeld, der ebenfalls in der Stockenstraße ein Ladenlokal betreibt, ist der Motor der Kampagne gegen SIGNA. Für ihn sind die Schmierereien die Folge des jetzigen Stillstands und er lädt dies bei SIGNA ab. Auf Facebook schreibt er: “Wo Empörung über das verantwortungslose Verhalten eines Investors angebracht wäre, empört sich der brave Bürger nämlich über Schmierereien.“ Also der Bürger ist es schuld, weil  er vielleicht nichts gegen eine Aufwertung des Viktoriakarrees hat. 

Ergebnis von Bürgerbegehren

Dabei ist der jetzige Zustand das Ergebnis eines Bürgerbegehrens und einer Bürgerwerkstatt, über deren Aussagekraft man kräftig streiten kann. Die Stadt, der der Hauptanteil der dortigen Liegenschaften gehört, wäre nun am Zug. Allerdings ist wenig aus dem Rathaus zu hören, obwohl ein Blick aus den rückwärtigen Fenstern ja reichen würde, dass Handeln Sinn machen würde. Nach dem verlorenen Bäderkampf hat vermutlich die Jamaika-Koalition und ihr Oberbürgermeister wenig Lust, sich erneut mit dem Multi-Aktivisten zu messen.  So wird der Zustand eines wichtigen Teils der Innenstadt weiterhin offen bleiben. Bergfeld wird es mit klammheimlicher Freude sehen, bietet es ihm doch weiterhin ein Forum, seine Vision von den wahren Herrschern der Stadt zu verwirklichen. In dieser Vision spielen die Kommunalpolitiker, die vom Bürger gewählt worden sind, keine große Rolle.

Was macht SIGNA?

O-Ton SIGNA: „Wir sind gespannt, wie lange diesmal die regelmäßigen Sanierungs- und Reinigungsmaßnahmen wirken. Als Eigentümer einzelner Immobilien im Viktoriakarree ist es unsere stete Absicht, den Leerstand so gering wie möglich zu halten. Die bewussten Zerstörungen und Beschädigungen durch Dritte führen aber genau zum gegenteiligen Effekt: Eine Vermietung ist nur sehr schwer möglich, wenn nicht gar unmöglich. Kein neuer Mieter ist bereit, einzuziehen, auf die Gefahr hin, dass sein Ladenlokal bzw. die Wände, Türen und die Fassade in regelmäßigen Abständen immer wieder beschmiert werden".

SIGNA befindet sich regelmäßig in Vermietungsgesprächen, Wohnungen wurden für Flüchtlingsfamilien zur Verfügung gestellt, einige Ladenlokale sind vermietet. 

Nach der Bürgerwerkstatt hat es die Stadt Bonn, der der größte Flächen- und Gebäudeanteil im Viktoriakarree gehört, übernommen, die Weiterentwicklung des Viktoriakarrees voran zu treiben. Die Erwartung von SIGNA ist es, hier eine konsensfähige Lösung zu entwickeln.

Was machen die Viktoria-Aktivisten um 'Multi-Aktivist' Bergfeld?

Sie feiern ihren 'Sieg' zur Verhinderung eines Einkaufszentrums, haben aber durchaus versteckte Sympathie für die 'Verschönerungsalktionen' der Sprayer.

Was macht die Stadt Bonn?

Sie prüft und prüft und prüft und plant und plant und plant (Gääääääääähn)