Ein Ruck(es) geht durchs Land


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Klappt denn nichts mehr in Bonn?

Apfelernte auf städtischen Streuobstwiesen fällt dieses Jahr aus

Mein Gott, der tägliche Müll an städtischen Pressemeldungen ist ja schon beeindruckend. Aber manchmal sind auch Sachen dabei, welche die tragische Richtung, in die Bonn steuert, ungeschminkt aufzeigen. Deshalb kann ich Ihnen diese Meldung des Presseamts nicht vorenthalten:

"Die angekündigten Pflückaktionen auf den städtischen Streuobstwiesen am Samstag, 13. Oktober 2018, müssen abgesagt werden. Bei den jüngsten Kontrollen der Obstwiesen haben Mitarbeiter der Stadtförsterei festgestellt, dass keine Früchte mehr an den Bäumen hängen. Zirka 40 Bäume wurden ohne Rückfrage bei der Stadt komplett abgeerntet.

Jedes Jahr im Herbst lädt die Stadtförsterei die Bonnerinnen und Bonner zum Apfelpflücken auf den städtischen Streuobstwiesen ein, vorausgesetzt die Bäume tragen genügend Früchte. Ein Kilogramm Äpfel kann dann für 50 Cent mit nach Hause genommen werden".

Ja was ist das denn? Wer war das? Ist das Mundraub? Ist denn in Bonn nichts mehr sicher? Der Hofgarten, die Parkhäuser, das Rheinufer, multi-kulturelle Diskotheken? Jetzt auch noch Streuobstwiesen?

Dieses Jahr gibt es so viele Äpfel wie seit langen Zeiten nicht mehr, wer ist denn da bei der Stadt auf die Idee gekommen, 50 Cent für ein Kilo Äpfel zu kassieren und wie läuft das überhaupt ab? Zahlt man die Äpfel bei einem Bediensteten des Ordnungsamtes oder per Handy? Bekommt man eine Quittung? Was macht die Stadt mit den Einnahmen, fließen diese direkt in den Renovierungsfond der Beethovenhalle?

Und überhaupt: Wenn ein Kilo 50 Cent kostet, müssen ca. 40kg stündlich verkauft werden, damit sich der organisatorische und personelle Aufwand lohnt. Das sind in acht Stunden 320kg. Da stellt sich doch die Frage 'Lohnt sich das'? oder gilt die Aussage des Kabarettisten Konrad Beikircher: "Wat soll der Quatsch"?