Ruck(es) Kolumnen


Hallo Ween

Von Gastkolumnist R.Wien

Heute ist der 31.Oktober und das bedeutet: Es ist ‚Halloween‘, der Gruseltag des Jahres. Und wer hat’s erfunden? Nein, diesmal nicht die Schweizer, die haben bekanntlich das Hustenbonbon ‚Ricola‘ und das Bankgeheimnis erfunden. Halloween ist eine Erfindung aus den USA und der führende amerikanische Kürbiskopf Donald Trump, dessen präsidiale Schreckensvisage mit aufgetackertem Wischmob wir nahezu täglich ertragen müssen, hat Halloween in seiner bisherigen kurzen Amtszeit modernisiert und als Stilmittel der Politik eingeführt.

Und da wir in Deutschland ja gerne den Amerikanern alles nachmachen, hat Halloween seit einigen Jahren auch bei uns Hochkonjunktur. Das führt zu zahllosen Vermarktungsideen nicht nur bei einschlägigen Partys. Unzählige Branchen versuchen an diesem Tag ihren Kommerz mit dem ‚Feiertag für Bekloppte‘ zu machen: Möbelhäuser bieten ‚Zombiepreise‘ für ihre Küchen, bei ALDI gibt es ‚Puffreis‘ mit der Aufschrift ‚Halloween‘ und in schlappen Restaurants werden ‚Gruselmenus‘ angeboten, also „business as usual“. Beim Klamottenversender ‚Landsend‘ gibt es 31%  ‚Klopfgeister-Rabatt‘. Da kommt Freude auf beim hohlköpfigen Kürbiskopf-Endkonsumenten.

Ich bin heute Abend übrigens nicht auf einer Halloween-Party, ich bin im Bonner Pantheon und sehe mir den Kabarettisten Wilfried Schmickler („Aufhören, Herr Becker“) an. Schmickler verfügt zwar irgendwie auch über einen Kürbiskopf, aber seine gruseligen Sprüche haben Niveau und scharfen Intellekt. Vielleicht sehen wir uns ja in Beuel?

Sie können natürlich heute Abend auch die Versammlung eines SPD-Ortsvereins in Bonn oder der Region besuchen. Dort erleben Sie garantiert das leibhaftige Gruseln, dazu im kleinen Kreis und nicht nur an Halloween, sondern ganzjährig.

Wie immer mittwochs bieten wir von BONNDIREKT aber etwas anderes: Drei Veranstaltungshinweise für die nächsten Tage und danach. Wie immer keine „Allerweltstipps“, wo die Massen hinströmen, sondern Hinweise zu kleinen, feinen und anspruchsvollen Veranstaltungen.

Unsere Tipps:

 „JÜRGEN DIETZ & FRIENDS“

Der in Wachtberg bei Bonn wohnhafte Musiker Jürgen Dietz ist seit den siebziger Jahren mit seinem Saxophon in den unterschiedlichsten Musikstilen zuhause. Er versteht es Jazz, Funk, Soul, Blues und Swing in seinem Spiel auf eine erfrischende Art und Weise zu verbinden.

„JÜRGEN DIETZ & FRIENDS“  präsentieren neben Eigenkompositionen auch speziell arrangierte Standards u.a. von Pat Metheny, Michael Brecker, Wayne Shorter und  Thelonious Monk.

Unter dem Motto „WORLD-JAZZ" spielt die Band am Freitag 02.11.2018 um 20h in der Trinitatiskirche in Endenich, Brahmsstraße 14.Eintritt frei.

Bundeskunsthalle: Zur Ausstellung "Malerfürsten"

Malerfürst, Modezar: Die Selbststilisierung der „Kreativen“ im 19. Jahrhundert

Barbara Vinken erkundet Stile und Kleider als Seismograph für die Gesellschaft und macht Lust auf Stil und Lebenskunst. Ihr Vortrag offenbart die Selbststilisierung der "Celebrities" des 19. Jahrhunderts in Anlehnung an die Malerfürsten.

Nachdem die französische Revolution gegen das Adelsprinzip das der Republik gestellt hatte, stilisierten Modezaren wie Charles Frédérick Worth und Malerfürsten wie Lenbach und Kaulbach ihr Werk und Leben zum Gesamtkunstwerk. In den Nachfolgern der großen Malerfürsten der Renaissance wurde der Adel des Geistes, des Herzens und der Seele wieder lebendig.

Dienstag, 6. November 2018, 19 Uhr 10 €/ermäßigt 6 €. Teilnahmekarten sind im Voraus an der Kasse der Bundeskunsthalle oder bei Bonnticket im Vorverkauf erhältlich.

Alanus-Hochschule in der Brotfabrik 09.-11.11.2018

"Weltenbrand"

„Deutschland hat den Krieg erklärt! Wie ein Donnerschlag zerstreut dies alle Wolken, man atmet freier. Das Schicksal hat alle gepackt, herausgerissen aus dem Kleinkram ihres Egoismus. Man merkt so recht, was Leben heißt.“

Mobilmachungstagebuch von Adele Röhl 1914

Das für die Alanus Hochschule  geschriebene Theaterstück „Weltenbrand“ 1914 -1918“ von Michael Barfuß basiert auf Briefen und Tagebüchern aus den Jahren 1914 bis 1918, die deutsche, aber auch französische Soldaten und deren Angehörige geschrieben hatten. Hier, in den persönlichen und unverfälschten Worten der beteiligten Männern und Frauen, kommen alle Stadien dieses Weltenbrandes zum Ausdruck, dies dargestellt nicht in einer historischen Analyse, sondern direkt in den Worten der Beteiligten, der Menschen, die als deutsche oder französische Soldaten oder indirekt als Ehefrauen, Töchter oder Söhne an diesem Krieg beteiligt waren,  als lebendiges und provozierendes Theaterspiel.

Karten in der Brotfabrik Bonn. Vorverkauf: 15,– Euro // 9,– Euro ermäßigt // bonnticket.de (zzgl. Gebühren) Abendkasse: 17,– Euro // 10,– Euro ermäßigt