Gesundheit


Grippeimpfung: Eile geboten - Impfstoff geht aus

(m.g.) Mit Kälte, Regen und Sturm macht der Herbst sich breit im Bonner Raum. Das ist auch gleichzeitig der Startschuss für Grippesaison. Anlass genug für das Bonner Gesundheitsamt aktiv zu werden. Es appelliert an die Bonner Bevölkerung sich gegen Grippe impfen zu lassen. 

Aus dem Amt heißt es: „Bis zu 15 Prozent der Bevölkerung erkranken jährlich an einer Influenza. Die Grippewelle 2017/2018 verlief außergewöhnlich schwer. Das Gesundheitsamt der Stadt Bonn empfiehlt daher, sich im Oktober oder November impfen zu lassen. So kann jeder sich selbst und seine Mitmenschen am wirksamsten schützen.“ 

BONNDIREKT hat beim Robert-Koch-Institut nachgefragt. „Millionen Menschen erkranken jedes Jahr am Influenzavirus“, sagt Susanne Glasmacher, Pressesprecherin des Robert Koch Instituts. In der Saison 2017/18 seien ihrem Institut 1674 Todesfälle im Zusammenhang mit einer Influenzavirus-Infektion gemeldet worden. 

Ein Grund für die schwere Grippewelle in der letzten Saison sei, dass die Impfung mit dem bis dahin üblichen Dreifachimpfstoff gegen Grippe nach Einschätzung von Experten nur bedingt wirkte. "Mehr als die Hälfte der bisher nachgewiesenen Influenza-Fälle wurde durch Influenza-B-Viren der Yamagata-Linie verursacht, die nicht in dem Dreierimpfstoff enthalten sind", erklärt Susanne Glasmacher Der Vierfachimpfstoff dagegen kann gegen den Influenza B-Virus schützen. Deswegen wird die Zusammensetzung des Impfstoffes jährlich angepasst. Seit diesem Jahr empfiehlt die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut den Vierfachimpfstoff als Standardimpfstoff. 

Durch diesen Impfstoff ist von einer deutlich höheren Schutzrate auszugehen als bisher. Der Impfstoff ist ab dem sechsten Lebensmonat zugelassen. Für Kinder und Jugendliche von zwei bis 17 Jahren steht zusätzlich ein Impfstoff zur Verfügung, der über die Nasenschleimhaut verabreicht wird. Der Impfschutz wird besonders älteren Menschen über 60 Jahren, chronisch Kranken und Immungeschwächten, Schwangeren sowie pflegerischem und medizinischem Personal empfohlen. 

Anzeichen für die Grippe sind relativ plötzlich einsetzende Symptome wie hohes Fieber mit Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Husten und/oder Gliederschmerzen aus. Die Krankheit ist so gefährlich, weil sie schwerwiegende Komplikationen wie Lungenentzündung oder Hirnhautentzündung nach sich ziehen kann. Auch viele Ärzte empfehlen daher eine Impfung - besonders für Menschen, die viel Kontakt mit anderen oder ein eingeschränktes Immunsystem haben. Die Schutzwirkung der Impfung hält meist nur eine Saison an. 

Die Bonner Krankenhäuser sind vorbereitet. „Im Johanniter Waldkrankenhaus sind wir mit dem Influenzaschnelltest und der Möglichkeit infizierte Patienten auf unserer Isolierstation zu behandeln, gut gerüstet“, sagt Dr. Udo Schmitz, Chefarzt der Abteilung Allgemeine Innere Medizin. 

Wer sich in diesem Jahr gegen Grippe impfen lassen will, sollte sich beeilen. Denn die Impfstoffe sind so gut wie ausverkauft, die Hersteller liefern gerade die letzten Restbestände aus. Bundesweit machen sich Apotheker auf die Suche nach Reserven. Das berichtet der Branchendienst APOTHEKE ADHOC. Rund 15,3 Millionen Impfdosen hat das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) als zuständige Behörde bislang freigegeben, das sind etwa so viele wie im vergangenen Jahr. Obwohl sich nach den ersten Wochen zeigt, dass die Nachfrage größer zu sein scheint als zuvor, wird kein Impfstoff mehr nachkommen. Denn die Hersteller haben die Produktion bereits abgeschlossen. Auch in Bonn wird der Impfstoff knapp. Das bestätigt Andrea Forst Raasch, Inhaberin der Bonner Hofgarten-Apotheke. 

02.11.2018