Stadtgespräche


SPD Bonn: Signale der Erneuerung blieben aus!

Die Ratsfraktion hat eine neue Vorsitzende

(m.e.) - Die SPD will sich erneuern: So beteuert es die Parteivorsitzende Andrea Nahles fast täglich. Auch die Bonner SPD will sich auf den Weg machen, so sagt es der Vorsitzende Gabriel Kunze.  Nach dem Tod der früheren SPD-Fraktionsvorsitzenden Bärbel Richter musste die Fraktionsspitze neu besetzt werden.

Angelika Esch, Vorsitzende der einst so fortschrittlichen SPD in Beuel, wurde nun gewählt. Die 60-jährige Mitarbeiterin des Noch-SPD-Abgeordneten Ulrich Kelber sicherte sich den Job, Kelber wird ja bald kein Abgeordneter mehr sein.

Schon vorher wurden Namen anderer Altvorderer wie Helmut Redeker und Herbert Spoelgen als mögliche Kandidaten kolportiert, nachdem Peter Kox - einst als 'Hoffnungsträger' der Bonner SPD gehandelt - aus der Politik ausgeschieden ist. Redeker und Spoelgen werden wohl kaum dem nächsten Rat in Bonn auch aus Altersgründen nicht mehr angehören, es sei denn, die Personalnot der Bonner SPD verschlimmert sich noch mehr.

Der Partei scheint es einfach an jungen Gesichtern und neuen Ideen zu fehlen und so gilt der alte Spruch „Wenn Du lang genug dabei bist, dann wirst Du auch etwas" oder salopp formuliert: "Nicht rosten, es gibt noch Posten". Den leicht feudal regierenden CDU-OB Sridharan wird es freuen, denn aus dieser Ecke droht im Moment keine Gefahr. Spätestens nach der Europawahl im Mai 2019 werden sich die Gewichte eh verschieben. Die Bonner SPD wird froh sein, drittstärkste Partei zu werden und darf am Ende wohl froh sein, dass sie entscheiden kann, wen sie unterstützt.

Der eigentliche Oppositionsführer im Rat, der Linke Michael Faber, wird von vielen ohnehin als der beste Bonner Kommunalpolitiker bezeichnet – nur eben in der falschen(?) Partei. Die Grünen, noch vereint mit CDU und FDP, wittern ihre Chance bei der nächsten OB-Wahl im September 2020. Der grüne Strippenzieher und Fraktionsgeschäftsführer Tom Schmidt ist zwar ebenfalls in die Jahre gekommen, wird aber schon seinen Plan besonders zum eigenen Machterhalt geschmiedet haben.

Die letzte Bonner SPD-Größe Ulrich Kelber(1,94m) wird wohl am Jahresende sein Mandat niederlegen, um andere Aufgaben zu übernehmen, falls die Groko in Berlin nicht vorher im Streit zerbricht und dann alle Absprachen nicht mehr gelten. Dann bleibt der Bonner SPD nur noch die Erinnerung an ruhmreiche Zeiten.

Die letzte Hoffnung könnte die Juso-Landesvorsitzende Jessica Rosenthal sein, die wohl Kelber beerben will. Allerdings braucht sie beim Zustand der SPD auf Bundesebene einen sicheren Listenplatz, den selbst Kelber nicht bekam. Es braucht also Frische und Kraft, um noch eine Rolle spielen zu können. Aber das kann dauern, deshalb ist die SPD auch die älteste Partei Deutschlands.