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Stadt Bonn

Zurich Gruppe kann kein Kaiser

(m.g.) Diesen November feierte die Kaiserpassage in Bonn ihren 40. Geburtstag. Nur zum Feiern war den Geschäftsinhabern der Passage nicht zumute. Die Kaiserpassage ist abgewirtschaftet. Immer mehr Mieter ziehen mit ihren Geschäften aus und keine neuen kommen nach. Eigentümer der Immobilie ist die Zurich Gruppe. 

Und ein paar Meter weiter - am Kaiserplatz - sieht es nicht besser aus. Dort besitzt die Zurich Gruppe ebenfalls einige Immobilien. Und wie in der Kaiserpassage verlassen Mieter die Immobilien, während keine Nachmieter in Sicht sind. Überhaupt sind die Geschäftsinhaber unzufrieden mit dem Kaiserplatz, wie BONNDIREKT erfahren hat. Der Platz werde von der Stadt vernachlässigt und sei zu einer Schmuddelecke verkommen. Mittlerweile würden sich dort viele Obdachlose aufhalten, die aus dem Bonner Loch vertrieben wurden. Ebenfalls bedauerlich sei, dass der Kaiserplatz nicht Teil des Weihnachtsmarktes ist. 

Die Zurich, so die einhellige Meinung der Mieter, scheint als Eigentümerin das Interesse an den Immobilien verloren zu haben und unternimmt nichts zur Steigerung ihrer Attraktivität. Anfang 2019 wird wieder eine Arztpraxis aus einem Zurich-Gebäude ausziehen und den Kaiserplatz verlassen. 

Bereits Ende letzten Jahres verärgerte die Zurich die Ladenbesitzer der Kaiserpassage. Plötzlich und unerwartet verschlossen sie abends und an Sonn- und Feiertagen die Zugänge zur Kaiserpassage. Die Schließung hatte zur Folge, dass die Bonner seitdem nur noch tagsüber durch die Passage bummeln können, wodurch die verbliebenen Geschäfte weiter an Aufmerksamkeit verlieren. Ärzte, die Notdienst haben, müssen ihre Patienten gar durch die Tiefgarage lotsen, um an Wochenende in die Praxis zu kommen. Und für Gastronomen wurde die Passage so zu einem unbrauchbaren Standort. So ist das Café Giornale seitdem geschlossen. 

„Zurich Versicherung für alle, die wirklich lieben“ heißt der Slogan der Werbekampagne der Schweizer Versicherung. Der Spruch scheint aber nicht für die Mieter von eigenen Immobilien zu gelten. Denn, bei denen wird aus Liebe zum Standort immer mehr Frust.

03.12.2018