Ein Ruck(es) geht durchs Land


Ver.di-Verbote: Es reicht!

Nach Bonn und Rheinbach hat es nun auch Meckenheim erwischt. Die Klage-Gewerkschaft ‚Ver.di‘ hat ihr nächstes Opfer gefunden: Den für übermorgen geplanten, beliebten dreitägigen 'Zintemaat' und die damit verbundene Sonntagsöffnung der überwiegend kleinen Läden in der Kleinstadt Meckenheim.

Anders als in Großstädten, wo sich in der City meist Groß-Filialisten tummeln, benötigen Orte wie Meckenheim und Rheinbach mit einer überschaubaren, meist inhabergeführten Einzelhandelslandschaft solche Tage, um sich mit ihrem aktuellen Angebot zu präsentieren und gerade in Zeichen eines galoppierenden Internethandels die Existenz zu sichern.

Besonders Form und Kurzfristigkeit der Entscheidung ärgert die Meckenheimer, allen voran Bürgermeister Bert Spilles. Per Fax erfuhr nach Dienstschluss die Verwaltung vom Verwaltungsgericht Köln, dass die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di gegen die Sonntagsöffnung anlässlich des Zintemaats Klage eingereicht hatte.

Was treibt die Gewerkschaftsfunktionäre?

Die Verbissenheit und die Konsequenz, mit denen sich Ver.di mit seinen gerichtlichen Verbotsanträgen bei den Menschen immer unbeliebter macht, ist schwer nachzuvollziehen und erinnert teilweise an die selbstgerechten ‚Klagehansels‘ der Deutschen Umwelthilfe. Beiden ist gemeinsam, dass sie kompromisslos ihre Ideologie verfolgen und ihnen gesellschaftlicher Konsens vollkommen gleichgültig zu sein scheint.

Oder kommt bei Ver.di noch anderweitiger Frust hinzu, der am Selbstwertgefühl nagt? Von 2007 bis 2017 sank der Ver.di-Mitgliederstand von  2.205.145 auf 1.987.336, das ist ein Minus von 217.809 oder ca. 10%. Verfällt man da schon mal in blinden Aktionismus, der zwar weniger den Interessen einer Mehrheit dient oder versucht man lediglich, die eigene Bedeutung heraus zu stellen?

Der Schuss könnte nach hinten losgehen und sich in weiterem Mitgliederschrumpfen niederschlagen. Gesellschaftspolitischen Konsens schafft man nur im argumentativen Diskurs und nicht mit Klagegeschrei und gerichtlichen Verboten. Das gilt auch für Gewerkschaften!

 

Nachfolgend drei Veranstaltungshinweise für die nächsten Tage von BONNDIREKT geben und Sie wissen ja: Wir geben hier nicht die ‚Allerweltstipps‘, wo die Massen hinströmen, sondern Hinweise zu kleinen, feinen und anspruchsvollen Veranstaltungen.

 ‚ZINTEMAAT‘ in Meckenheim

Der Zintemaat, als besonderer regionaler Weihnachtsmarkt in der Meckenheimer Altstadt öffnet von Freitag, den 7. Dezember, ab 16 Uhr bis Sonntagabend, den 9. Dezember, die Pforten. Der Weihnachtsengel im symbolischen Himmelstor begrüßt mit seinem Lächeln die Gäste auf dem Kirchplatz an der Hauptstraße.

Märchenhafte Weihnachtsangebote

Jede Weihnachtshütte hat ihre eigene Geschichte. Zauberhafte Märchenfiguren schmücken ihre Dächer. Liebevolle Dekoration zaubert weihnachtliche Stimmung. Das Angebot reicht vom Kunsthandwerk über stilvolle Weihnachtsdekorationen, Silberschmuck, seltene Mineralien bis hin zum Holzspielzeug oder außergewöhnlichen Loopschals und Mützen. Es gibt natürlich wie in den Vorjahren wieder nahezu alles, was die Herzen in der Adventszeit höher schlagen lässt. Hierzu zählen auch die kulinarischen Leckereien und Getränkeangebote. Düfte von wärmendem Glühwein (übrigens für die Autofahrer auch alkoholfrei), Met, Albinopunsch, leckere Bratwurst Nürnberger Art oder Reibekuchen aus selbstgemachtem Reibekuchenteig und Hirsch- oder Wildschweinbraten laden zum Verweilen ein.

Als Veranstalter freut sich der Meckenheimer Verbund e.V. auch über viele Warenangebote wie weihnachtlichen Tischdekoration, Wichtelgeschenke, künstlerisch gestaltete Etageren aus Porzellan-Sammeltassen, Silberschmuck aus Essbestecken, Hirsch- oder Gamswurst.

Der Nikolaus kommt

Am Sonntagnachmittag ab 15 Uhr heißt es wieder „Wir warten auf den Nikolaus“. Mit weihnachtlichen Geschichten, gemeinsamen Weihnachtsliedern und Gedichten wird die Ankunft des Nikolaus vorbereitet. Er wird ab 16 Uhr wieder kostenlos den „Zinteboom“, die leckeren Wecken, an die Kinder verteilen. Alle Kinder sind herzlich eingeladen. Im Anschluß fährt er mit der Weihnachtskutsche über die Hauptstraße und erfreut dort die Besucher.

Und was unterscheidet den Zintemaat von anderen Weihnachtsmärkten? Die Geschäfte auf der Hauptstraße in Meckenheim sind mit einem verkaufsoffenen Sonntag am 9. Dezember von 13–18 Uhr eingebunden. Viele attraktive Angebote erwarten die Kunden, womit stimmungsvoll Zintemaat und Shoppen vereint sind.

Candlelight-Shopping am Montag, 10. Dezember von 18-20 Uhr

Hinweis: Da Ver.di auch gegen den verkaufsoffenen Sonntag in Meckenheim Rechtsmittel eingelegt hat, steht zu befürchten, dass die Ladenöffnung am Sonntag verboten wird. Als Zusatzaktion wird es daher ein Candlelight-Shopping geben: Montag, 10. Dezember kann man von 18-20 Uhr vorweihnachtliches Einkaufen bei Kerzenschein genießen! Zudem gibt es Gutscheine von 20 bis 250 Euro zu gewinnen, wenn man den Flyer ausgefüllt beim Candlelight-Shopping in einem der Geschäfte abgibt.


PANTHEON

Pe Werner im Winterwunderland

Wenn der Winter in der Tür steht, streut Komponistin und Kabarettistin Pe Werner „Ne Prise Zimt“ in ihr hörgenussreiches Weihnachts-Konzertprogramm. Ihr Hit „Kribbeln im Bauch“ widmet sich augenzwinkernd deutschen Weihnachtsritualen und Geschichten rund um die Geschenke in letzter Minute als da sind: Schneeschipp-Pflicht, Gänsefüllungen sowie Tannenbäume zwischen Lamettazwang und Brandschutzversicherung.

Begleitet von Peter Grabinger am Flügel, schlendert sie unterhaltsam durchs selbst komponierte Winterwunderland aus Pop, Jazz und Chanson und Weihnachtsklassikern in ‚Pe‘-sonderen Arrangements, abgeschmeckt und gewürzt mit einer kleinen Prise Zimt.

Datum: 09.12.2018 / Beginn: 20:00Uhr / Tickets: 20€ / 16 €(erm.) 

Pantheon, Siegburger Str. 42, 53229 Bonn-Beuel


STADTMUSEUM BONN

Bonn-sur-le-Rhin

Der Kurator der Sonderausstellung "Bonn-sur-le-Rhin - Die Besatzungszeit 1918-1926" im Stadtmuseum Bonn, Franziskanerstraße 9, bietet am 8. Dezember 2018 um 15 Uhr ein Führung durch die Ausstellung an. Die Führung trägt den Titel "Heute vor 100 Jahren marschierten kanadische Truppen in Bonn ein". Der Eintritt kostet fünf Euro inkl. Museumseintritt.

Am Sonntag, 9. Dezember 2018, findet von 14.30 bis 17 Uhr wieder ein Familientag im Stadtmuseum Bonn statt. Die Führungen, Tanzworkshops und kleinen Theaterstücke stehen unter dem Titel "Die Kurfürsten und der Karneval". Der Eintritt kostet für Erwachsene sechs Euro, für Kinder vier Euro.

Das Programm:

14.30 Uhr: Kurfürst Clemens August bittet in seiner Residenz zum karnevalistischen Umzug. Die Ehrengäste sind vorab zum Empfang beim Kurfürsten eingeladen. Doch warum sind wir dafür in seinem Schlafzimmer?

15 Uhr: Mitten in der Karnevalssession 1776/77 brennt die kurfürstliche Residenz lichterloh. Erleben Sie in unserem Kurztheaterstück den großen Brand vom 15. Januar 1777 und die große Liebe zwischen Hofminister Freiherr von Belderbusch und der Äbtissin des Vilicher Frauenstiftes, Gräfin Carolina von Satzenhofen.

15.30 Uhr: Der Karneval und die Liebe. Lassen Sie sich überraschen, mit welch raffinierten Methoden am kurfürstlichen Hof die Liebensnetze speziell zur Karnevalszeit gesponnen werden.

16 Uhr: Familientanzworkshop: Am Karnevalsdienstag des Jahres 1760 ist der berühmte Lebemann Giacomo Casanova eingeladen zum Maskenball in Bonn. Auf der Grundlage seines Berichtes über diesen Ball lernen Kinder und Erwachsene höfisches Benehmen und einfache Schrittfolgen aus Barock und Rokoko.

16.30 Uhr: Am Aschermittwoch ist alle vorbei. Prunk und Pracht am Bonner Hof enden abrupt mit dem Tod von Kurfürst Clemens August am 6. Februar 1761. Erleben Sie, wie durch dieses Ereignis mit einem Schlag die karnevalistische Freude einer langjährigen Katerstimmung weicht.