Ein Ruck(es) geht durchs Land


Endspurt zum Fest

Nächsten Montag ist Heilig Abend und in diesen letzten Tagen vor der Festorgie trudeln alle möglichen e-mails ein. Neben standardisierten, aber manchmal wirklich netten und skurrilen Weihnachtswünschen sind auch die digitalen Verbrecherbanden wieder vermehrt unterwegs. Damit sind die wundervollen e-mails gemeint, bei denen Gangster – häufig aus dem asiatischen, aber auch aus dem ost-europäischen Raum - Rechnungen oder update-Aufforderungen unter falschen Namen verschicken. Da erhält man dann eine Rechnung von einem Freund oder Bekannten, mit dem man überhaupt keine geschäftliche oder sonstige finanzielle Verbindung pflegt. Umgekehrt erhält man Anrufe oder Nachfragen von tatsächlichen Freunden und Bekannten, wieso man denn auf die Idee gekommen sei, eine Rechnung auszustellen und für was eigentlich.

Früher erkannte man diese Fälschungen ziemlich schnell an schlimmer Grammatik oder nachgemachten Logos und Graphiken. Das hat sich geändert, die Texte stammen wohl nicht mehr von Übersetzungsmaschinen und der Briefkopf wirkt häufig echt.

Es geht immer darum, dass der Empfänger irgendeinen Link anklickt, um den angeblichen Vorgang in Gang zu setzen. Fällt man darauf herein und klickt, hat man sich schon die digitale Seuche in Form eines Trojaners oder eines anderen Spionageprogramms eingefangen.

Deshalb immer genau hinschauen: Auch wenn ein bekannter Name zuerst auftaucht, erkennt man die Fälschungen an den Angaben hinter dem Namen des angeblichen Freundes oder Unternehmens bzw. an der Länderabkürzung. Auch Briefköpfe von Versandhändlern, Zahlungsdienstleistern und Banken sind als Fälschungen unterwegs, wobei sich mancher sicher fragt, worin denn eigentlich der Unterschied von Amazon und einer kriminellen Vereinigung besteht.  Wichtig ist nur eines: Auf keinen Fall etwas öffnen, sondern diese e-mail sofort kommentarlos in den Papierkorb schicken.       

Noch einmal zurück zu den netten Weihnachtsgrüßen: Unter all den abgedroschenen Wortmüll-Wünschen wie „besinnliche Tage, Gesundheit und beste Wünsche auch an Onkel Heinz-Hubert und den Rest der buckeligen Verwandtschaft“ erhielt ich kürzlich eine besonders originelle Weihnachtskarte von einem Wachtberger Künstler (kein Musiker!). Auf der stand folgender Text: „An alle Freunde und Bekannte, die letztes Jahr die besten Wünsche gesendet haben – das hat überhaupt nichts gebracht! Schickt für das neue Jahr bitte entweder Geld, Alkohol oder was zu kiffen. Danke!“

Na, das ist doch mal ein Spruch, den ich mit größtem Wohlgefallen gelesen habe.

Unsere Tipps:

Diesen Mittwoch gibt es keine ausgesuchten Veranstaltungshinweise, aber zwei Termine, die auch nicht übel sind: Wer einmal geordnete Anarchie und Chaos in natura erleben will, der sollte sich am letzten Tag des Bonner Weihnachtsmarktes den Abbau der Trinkhallen, Handwerksbuden und Pützchens Markt-Fahrgeschäfte auf dem Münsterplatz ansehen. Das sieht man nur einmal im Jahr und das reicht dann auch.

Am Samstag ist Vollmond und da hat die „Vollmond-Bar“ am Berkumer Einkaufszentrum geöffnet. Dort sind alle, die in Wachtberg und Umgebung wichtig sind oder sich dafür halten. Deshalb bin aus dem zweiten Grund auch da. Sehen wir uns?