Ruck(es) Kolumnen


Why Nachten?

Der vierte Advent war wettermäßig in unserer Region nicht unbedingt der ‚Burner'. Da hat es wohl einigen feucht in den Glühwein genieselt, was bei manchem Anbieter durchaus zur Qualitätssteigerung dieses Getränks beigetragen haben könnte.

Deshalb: Freuen wir uns zunächst einmal über das miese Wetter am 4.Advent. Das hat uns nicht nur vom Glühweingenuss verschont, sondern gab auch Gelegenheit, den so genannten Heiligen Abend vorzubereiten. Dazu zählen in einem deutschen Normalhaushalt Dinge wie das Schmücken des Weihnachtsbaums, das Auftauen der Weihnachtsgans, die letzten Versicherungen gegenüber der nächsten Verwandtschaft mit dem Satz: „Diesmal schenken wir uns aber nichts und daran muss sich auch jeder halten!“ Daran hält sich natürlich niemand, auch das gehört längst zur Weihnachtstradition. Damit sind die ersten Verstimmungen unter dem Christbaum schon vorprogrammiert.

Weil die Weihnachtsgans zu langsam aufgetaut ist und auch noch eher nach einer Graugans aussieht, wird kurzfristig auf bewährte Heiligabend-Verpflegung gesetzt: Kartoffelsalat mir Würstchen oder noch schlimmer: Heringssalat mit Knäckebrot. Das klappt immer und die Supermärkte haben am 24.12. auch noch bis in den frühen Nachmittag geöffnet.

Zuhause haben sich die beliebte Verwandtschaft und ein paar dazu geladene Freunde schon über irgendein Thema in die Wolle gekriegt und der weitere Verlauf des unheiligen Abends nimmt seinen normalen Verlauf: Nach der Aufnahme des Kartoffel- oder Heringssalates und einiger schlecht temperierter Billiggetränke verlassen die ersten Gäste den Ort mit der Drohung: „War schön, dann bis nächstes Jahr!“

So weit, so schlecht!

Was macht Weihnachten sonst noch liebens- und lesenswert? Früher war es die Beichterstattung im EXPRESS. Das führende rheinische Boulevardblatt berichtete regelmäßig kurz vor Weihnachten über Plünderungen von ‚Sparkästchen‘ in Stadtrand-Kneipen. In diesen Metallkästen, die in Thekennähe einer Kaschemme an der Wand hingen, wurden von Stammgästen kleine bis mittlere Geldscheine in die eigene Tresornummer gesteckt. Kurz vor Weihnachten wurden die Kästen geleert und die angesparte Summe in der Kneipe umgehend in vergorenen Gerstensaft getauscht.  Allerdings waren die ‚Hopfentresore‘ häufig von den Wirten zuvor schon solo ohne Zustimmung der Stammgäste geleert worden. Die Gründe: Die Kneipe war zuletzt schlecht gelaufen und der Pachtvertrag zum Jahresende ebenfalls ausgelaufen und auch ein rheinischer Wirt muss ja zusehen, wie er zurecht kommt.

Der ‚Brüller der Woche‘

Den lieferte die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di mit ihrem Hinweis auf Endlosschleifen von Weihnachtsliedern wie ‚Jingle Bells‘, ‚Oh, du Fröhliche‘, ‚Stille Nacht‘. Diese müssten auf ein ‚erträgliches Maß‘ reduziert werden, verlangte die Gewerkschaft. Die weihnachtlichen ‚Evergreens‘ würden die Gesundheit der Mitarbeiter gefährden und diese stressen.

Auf ein erträgliches Maß sollten inzwischen auch die hirnfreien Kopfgeburten und Pressemitteilungen der Gewerkschaft Ver.di reduziert werden. Mehr zu diesem Thema im Anhang zu lesen im Newsletter-Anhang unter dem Titel: „Jingle bells schadet der Gesundheit“.

Nächsten Mittwoch gibt es keinen Newsletter, schließlich ist immer noch Weihnachten. Zur Jahreswende lesen Sie eine Mischung aus Jahresrückblick und Jahresausblick. Natürlich mit Wahrheiten und Halbwahrheiten, satirisch angereichert unter der Überschrift: „Schlimmer als 2018 kann’s immer noch werden!“