Ein Ruck(es) geht durchs Land


Noch ein Rückblick?

In eigener Sache

Nein, eher ein launiger, subjektiver, rückblickender Ausblick von 2018 auf 2019. Wir von BONNDIREKT machen es uns leicht: Wir schreiben immer über das, was uns selber interessiert. Wir unterliegen keiner Informationspflicht, wir versuchen erst gar nicht, es allen recht zu machen. Im Gegenteil: Wir vermischen auch nicht Ärgerliches mit Seichtem, wir mokieren uns aber gerne über Hirnfreies aus dem Alltagsleben, aus Politik und Bürokratie. Satirisch werden wir dabei nur, wenn scheinbar ernste Zustände eine ernste Betrachtungsweise nicht mehr erlauben. Ansonsten bleiben wir durchaus sachlich oder das, was wir für sachlich halten.

Unsere Zielgruppe sind Menschen mit kritischem Verstand, die sich eine eigene Meinung erlauben, aber nicht in Rastern und Schubladen denken. Menschen, die Wert auf eine gewisse Lebensqualität legen, affin für Kulturelles aller Art sind und auch eine leibliche  Genussfreude empfinden, besonders beim Essen & Trinken.

Warum sind wir so und warum machen wir das? Weil wir uns ebenfalls eine eigene Meinung leisten können und nicht jedem ‚MickeyMouse‘-Trend  von ‚Influenzern‘  in der Welt des digitalen Schwachsinns hinterher laufen. Unser kleines Redaktionsteam arbeitet stressfrei und losgelöst von Sach- und Personenzwängen. Wir sind nur uns selbst verantwortlich und das macht dann auch Spaß. Wem das jetzt zu abgehoben klingt, der muss von hier ab nicht unbedingt weiter lesen. Wer sich aber in der Zielgruppe irgendwo wiederfindet, liest natürlich weiter und das freut uns dann.

Vorwärts zurück

Zum Jahresende werden wir in allen Medien mit Rückblicken überhäuft. Es werden Verkehrstote, Naturkatastrophen, sportliche Erfolge, Kapitalverbrechen, Steueraufkommen, Steuerhinterziehungen, Beziehungsbrüche, Börsenverläufe, Trink- und Essgewohnheiten und Krankheitsstatistiken aufgelistet. Kurz: Vieles, was wir schon wussten und noch mehr, was uns eigentlich nicht interessiert wird noch einmal in Erinnerung gerufen. Da braucht es nicht auch noch einen Rückblick auf BONNDIREKT. Aber gerne verweisen wir auf Themen, die im zu Ende gehenden 2018 dominant waren und uns in 2019 noch verstärkt beschäftigen, belästigen und ärgern werden.

Natürlich hätten wir gerne viel Positives berichtet, aber außer dem Umstand, dass die Weinernte 2018 qualitativ und quantitativ hervorragend ausfiel, ist uns da nicht viel eingefallen. Vielleicht verdient noch positive Erwähnung, dass das verhaltensgestörte ‚Trumpeltier‘ im Weißen Haus in 2019 schon zwei Jahre abgesessen hat und wir mit etwas Glück auch noch den Rest seiner Chaostage überleben werden.

Für 2019 erwarten wir ansonsten nicht allzu viel Gutes. Zum Beispiel:

Die Umweltdiskussion

Diese unselige Diskussion ist in unserer Gesellschaft inzwischen völlig aus dem Ruder gelaufen. Gegner und Befürworter von Fahrverboten liegen in ihren ideologischen Schützengräben und feuern ihre Viertels- und Halbwahrheiten immer verbissener aufeinander ab. Dabei gibt es einen kleinsten gemeinsamen Nenner: Gute Luft wollen wir eigentlich alle und wer wie die Autoindustrie vorsätzlich betrügt, sollte auch zur Rechenschaft gezogen werden. Das war es aber schon mit den Gemeinsamkeiten.

Es bleibt die Frage: Wie bekommen wir gute Luft oder ist diese eventuell gar nicht so schlecht, wie uns fragwürdige Messmethoden und deren noch fragwürdigere Ergebnisse suggerieren wollen? Wenn Politik immer mehr durch Gerichtsurteile gestaltet wird, dividiert sich unsere Gesellschaft noch mehr auseinander. Einziger Gewinner in diesem verlogenen Theater ist bisher die Deutsche Umwelthilfe, ein Abmahnverein von ‚Klima-Jakobinern‘, die sich mit ideologischem Schaum vorm Mund die eigenen Kassen füllen. 

BONNDIREKT-Prognose 2019 zum Thema Umwelt: Es wird alles noch schlimmer!

Die Medien

‚Lügenpresse‘ und ‚Fake-news‘: Die AfD, US-Präsident Trump und andere Analysten (besser: Anal-ysten) wissen es genau. Die Presse ist an allem schuld, was schlecht läuft.

Da kommen Presseskandale wie jetzt im SPIEGEL natürlich zur ungünstigsten Zeit und die Versuchung, Einfluss auf die Gestaltung der Gesellschaft zu nehmen, ist sicherlich für einige in der schreibenden Zunft nicht gering. Es gab ja auch nicht wenige Figuren, die aus der Politik in den Journalismus wechselten oder vom Journalismus in die Politik.  

Die Informationskanäle haben sich stark verändert. Jüngere Menschen informieren sich überwiegend nur noch digital und konsumieren den ‚Überschriften-Journalismus‘. Ergebnis: Schlagzeilen machen Meinungen, Fakten treten in den Hintergrund. Die Tagesprintpresse geht seit Jahren kontinuierlich den Bach ab. In Bonn verlor der General-Anzeiger seine Selbständigkeit, was partiell für übergeordnete Themen durchaus förderlich sein kann. Die lokalpolitische Berichterstattung indes wird von einigen – nicht allen - LokalredakteurInnen weiterhin bei bestimmten Themen für persönliche Verunglimpfung missbraucht nach dem Motto: Je kontinuierlicher ich Dreck werfe, umso eher bleibt auch etwas hängen.

Das früher lokalpolitisch nicht unbedeutende Boulevardblatt EXPRESS ist zur Bühne von Berichterstattung über das Sexualleben von Prekariat-Promis verkommen. ‚Sex and Crime‘ ist der letzte Aufhänger, mit dem man offensichtlich der Auflagenschwindsucht entkommen möchte. An dieser Stelle sei aber ausdrücklich vermerkt, dass der Niedergang nicht unbedingt der Bonner Redaktion anzulasten ist.

Und dann gibt es auch noch „Den besten Mix“: Mit diesem Spruch dokumentiert der ‚Hausfrauensender‘ Radio Bonn Rhein-Sieg sein Selbstverständnis. Durchaus erfolgreich bei den Einschaltquoten, aber auf einem inhaltlichen Plapper-Niveau, das sich dem Massengeschmack beugt und Masse war bekanntlich noch nie Klasse.

Zu guter Letzt wäre noch die WDR-Lokalzeit aus Bonn zu würdigen. In dieser Nachrichten-Seifenoper verkünden ständig lächelnde Moderatorinnen, wenn in Euskirchen eine Mülltonne in Brand geraten ist oder der Oberbürgermeister  einem Schützenvereins-Präsidenten eine Medaille umhängt. Nein, diese Sendung braucht niemand und es gibt inzwischen Gerüchte, dass die verschiedenen WDR-Lokalzeiten nicht alle überleben werden. Aus Kostengründen natürlich, nicht etwa aus Gründen mangelnder Qualität. 

BONNDIREKT-Prognose 2019 zum Thema Medien: Es bleibt schlimm!

Sonst noch was?

Ja, kurz vor Jahresende noch eine wundervolle Grußkarte von Oberbürgermeister Ashok Sridharan an seine Vor-Vorgängerin Bärbel Dieckmann. Darin dankt der amtierende OB der früheren OB „…für die vertrauensvolle Zusammenarbeit und wünscht ein glückliches 2019“. Das Ganze in drei Sprachen und mit faksimilierter(?) Unterschrift.

Im Hinblick auf die in 2019 anstehende gerichtliche Auseinandersetzung zwischen Dieckmann und der Stadt Bonn steht dieser Weihnachtsgruß auf der nach oben offenen Skala zwischen Peinlichkeit und Zynismus wohl auf den vorderen Rängen.

Zur Ehrenrettung von Sridharan sei hier mal vermutet, dass er von dieser Post gar nichts weiß und es sich um ein Versagen seines Büros handelt. 

BONNDIREKT-Prognose 2019 für Bonn: Unterhaltsamer Dilettantismus!

Ansonsten:

BONN(E) CHANCE &  VENCEREMOS