Bonn Rhein-Sieg


NVR

Täglich 11.000 Autos weniger zwischen Bonn und Köln

(m.g.) Immer mehr Pendler benutzen die Bahnverbindung zwischen Bonn und Köln. Mittlerweile erinnern die Szenen am Bonner Hauptbahnhof zu den Stoßzeiten an Bilder aus der U-Bahn in Tokio. Drücken und Quetschen ist angesagt, wenn sich die Türen der S-Bahn Richtung Köln öffnen. In Köln sieht die Sache nicht besser aus. 

Inzwischen sind die bestehenden Verbindungen stark ausgelastet und bieten nur noch wenig Raum für Kapazitätssteigerungen. Deshalb wurde unter Beteiligung des Zweckverbands Nahverkehr Rheinland (NVR) geprüft, ob eine neue S-Bahn-Linie zwischen Köln und Bonn (S17) realisierbar ist. „Das ist politisch ein sehr aktuelles Thema, sagt Holger Klein, Pressesprecher des NVR. Ebenfalls geprüft wurde eine neue S-Bahn Verbindung zwischen Bonn und Euskirchen (S23). 

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Verbindungen volkswirtschaftlich sinnvoll wären. „Die S-Bahn-Linie S17 wird auf der Strecke alle Haltepunkte bedienen. Durch die Optimierung des Betriebs und des notwendigen Gleisausbaus werden für die S-Bahn gegenüber der Regionalbahn RB48 rund drei Minuten mehr Fahrzeit eingeplant. Durch das neue Angebot werden zukünftig pro Tag zirka 12.700 neue Fahrgäste für den öffentlichen Verkehr gewonnen. Hiervon sind rund 11.100 Fahrten pro Tag vom motorisierten Individualverkehr zum ÖPNV verlagert, wodurch rund 56,5 Mio. Pkw-km pro Jahr eingespart werden.“ 

11.000 Autofahrten weniger pro Tag. Die Pendler, die nicht um das Benutzen ihres Autos herumkommen, würde es freuen. Kennen sie doch mittlerweile jeden Strauch auf der A 555 zwischen Abfahrt Bornheim und Autobahnkreuz Bonn-Nord persönlich, das sie dort ständig im Stau stehen. Der Vorsitzende des NVR Aufsichtsrats, Dierk Timm, erklärt dazu: „Wir müssen die vorhandenen Kapazitäten im Schienenverkehr unbedingt deutlich ausbauen. Deshalb ist das positive Ergebnis der Machbarkeitsstudie eine wirklich gute Nachricht. Sie bestätigt den guten volkswirtschaftlichen Nutzen und damit die Förderfähigkeit des Projekts.“ 

Im Ergebnis liegt ein positives Kosten-Nutzen-Verhältnis vor, welches die Investitionskosten von ca. 200 Millionen Euro rechtfertigen würden. Insbesondere die Anlage eines neuen Gleises ist dabei ein Kostenfaktor. „Ohne Investitionen in die Schieneninfrastruktur können wir das Verkehrsaufkommen im Metropolraum Köln-Bonn nicht bewältigen“, so Timm. Dennoch müssen sich die Bonner Pendler gedulden. Denn vor 2030 werden die neuen Bahnen nicht realisierbar sein.

04.01.2019