Bonn Rhein-Sieg


Prof. Steuer wacht über das WM Team.

Die Jungs vertrauen ihm.

WM: Bonner Arzt betreut unsere Handball-Jungs

(m.g.) Sie scharren bereits mit dem Hufen. Am Donnerstag starten die deutschen Handballer in Berlin mit dem Spiel gegen Korea in die Handball Weltmeisterschaft 2019. Anpfiff: 18:15 Uhr. Medizinisch betreut wird das Team dabei von Prof. Dr. Kurt Steuer aus Bonn. Ihm vertrauen die deutschen Handballer, denn es ist nicht zum ersten Mal, dass der Bonner Arzt medizinisch über sie wacht.

Prof. Steuer, Chefarzt der Abteilung für Orthopädie und Unfallchirurgie am Godesberger Johanniter Waldkrankenhaus, ist wie bei den großen internationalen Turnieren zuvor Mannschaftsarzt der deutschen Teams. Bereits im Jahre 2003 begleitete Prof. Steuer das damalige Juniorenteam des DHB im Rahmen der Weltmeisterschaft in Brasilien. Aus dieser Zeit ist noch der Stuttgarter Spieler Johannes Bitter im Kader, den der Chefarzt nunmehr seit 16 Jahren betreut.

Prof. Dr. Steuers Job ist es, zur Fitness der Spieler beizutragen, die Verletzungsgefahr zu minimieren und die schnelle medizinische Versorgung vor Ort zu gewährleisten. Bei den Spielen sitzt er neben Bundestrainer Christian Prokop auf der Bank und wacht über die Spieler. Platzwunden nähen, Prellungen versorgen, die Gelenke mit Tapeverbänden stabilisieren.

„Der Handball ist in den vergangenen zwanzig Jahren extrem schnell geworden. Dass ein Spieler beispielsweise einen schmerzhaften Tritt abbekommt, ist nichts Ungewöhnliches“, erklärt Prof. Dr. Steuer. Auch ein Körpertreffer mit dem Ball kann einen Spieler im wahrsten Sinne des Wortes umwerfen – rauscht ein solcher Ball doch mit bis zu 120 Stundenkilometern heran. Umso wichtiger ist neben der Erstversorgung die Regeneration der Spieler. „Ein solches Turnier bedeutet eine extrem hohe körperliche und psychische Belastung. Je besser die Muskeln und die Sprunggelenke trainiert sind, desto geringer ist die Verletzungsgefahr auch bei intensiven Spielen“, sagt Prof. Steuer.

Bei der WM ist Prof. Steuer rund um die Uhr im Einsatz. „Zu vielen Spielern besteht ein sehr enges Vertrauensverhältnis, weil ich sie in der Vergangenheit schon in ihren Jugendteams betreut habe.“ Auch schicken einige Bundesligisten ihre Spieler während der Saison zur Behandlung ins Bonner Waldkrankenhaus der Johanniter. „Jeder muss ganz individuell behandelt werden. Manchen Sportler müssen wir stoppen, wenn er trotz einer Verletzung weiterspielen will. Es ist oft ein medizinischer Balanceakt. Gerade wenn so viele Menschen längere Zeit auf engstem Raum zusammenleben.“

Die deutschen Handball-Jungs vertrauen ihrem Doc und sind beruhigt, wenn er am Seitenaus auf der Bank sitzt. Das zeigt sich daran, dass sie ihren Mannschaftsarzt mit den Attributen „kompetent“, „sensibler Ratgeber“ oder „altersweise“ charakterisieren.

08.01.2019