Bonn Rhein-Sieg


Besuchsdienste strecken die Fahnen vor Datenschutz

(m.g.) Der Datenschutz wird zum Stolperstein für die Menschlichkeit. In Mechernich sieht sich der der Krankenhausbesuchsdienst der Pfarrgemeinde St. Johannes Baptist nach 20 Jahren gezwungen, seinen Dienst einzustellen. Der Grund dafür ist nicht Personalmangel, sondern die Datenschutz-Grundverordnung. 

Sie verbietet Krankenhäusern kirchliche Gemeinden darüber zu informieren, ob eines ihrer Mitglieder in dem Krankenhaus als Patient aufgenommen wurde. „Durch die neue Datenschutzgrundverordnung werden wir schlicht und ergreifend nicht mehr gewahr, wenn jemand aus unserer Gemeinde ins Krankenhaus kommt“, sagt Pfarrer Erik Pühringer. 

Damit löst sich der Mechernicher Krankenhausbesuchsdienst nach zwei Jahrzehnten tatkräftigen Engagement auf. Ein Phänomen, das in ganz Deutschland zu beobachten. Natürlich gibt es immer noch die Grünen Damen und Herren, die direkt im Krankenhaus vor Ort sind. Sie können von Patientenzimmer zu Patientenzimmer gehen und nachfragen, ob ein Patient einen Besuchsdienst wünscht, ohne schriftlichen Datenaustausch.

 Aber voll und ganz ersetzen können sie die externen Besuchsdienste in manchen Fällen nicht. Denn das Besondere an ihnen ist, dass der Patient über den Besuchsdient einen persönlichen Besuch von einem Mitglied seiner kirchlichen Gemeinde erhalten. Vor allem ältere Menschen und Mitglieder kleinerer Gemeinden schätzen diese persönliche Note. 

Überhaupt scheint das eher ein Problem in ländlichen Gegenden, wie dem Rhein-Sieg-Kreis, zu sein. BONNDIREKT hat sich auch bei den Bonner Krankenhäusern umgehört. Und in der Stadt kommen überhaupt keine externen Besuchsdienste zum Einsatz. Hier übernehmen in erster Linie Grüne Damen und Herren diese Aufgabe, also interne Besuchsdienste. Und dabei wird sehr genau auf den Datenschutz geachtet, wie zum Beispiel in den Bonner Johanniter-Kliniken.

 „Die Grünen Damen und Herren von der Evangelischen Krankenhaushilfe haben alle eine Datenschutzerklärung -Verschwiegenheitsverpflichtung - unterschrieben. Sie haben grundsätzlich keinen Zugang zu Patientenunterlagen, wie Krankenakte oder Befunde. Das heißt, an personenbezogenen Daten gelangen Sie nur Kenntnis über den Namen der Patienten. Gesundheitsdaten, Adresse etc. kennen sie nicht, beziehungsweise nur dann, wenn die besuchten Patienten ihnen dies mitteilen würden. Diese Daten unterliegen dann aber der Verschwiegenheitsverpflichtung“, erklärt Peter Lutzer, Datenschutzbeauftragter der Kliniken.

11.01.2019