Ein Ruck(es) geht durchs Land


Bonner 'Blitz'-Marathon

Die Sorge der Bonner Stadtverwaltung um die Verkehrssicherheit der Bürger*innen kennt keine Grenzen. Nein, nein, nicht was Sie jetzt meinen: Es geht nicht um mehr Radwege und/oder deren Verkehrssicherheit. Es geht mal wieder um die Autofahrer. Um diese kümmern sich Verwaltung und Kommunalpolitik besonders gerne. Und weil niemand ein brauchbares Verkehrskonzept zur Zufriedenheit aller Verkehrsteilnehmer auf der Agenda hat, verfällt man wieder gerne in Aktionismus, der in diesem Fall auch noch den Vorteil hat, Geld in städtische Kassen zu spülen, welches natürlich nicht für Verbesserungen im Straßenverkehr eingesetzt wird. Jetzt sollen zwei weitere stationäre Blitze eingerichtet werden, ein zweiter, grauer Blitzer-Anhänger ist schon seit Jahresbeginn im Einsatz.

Die Blitzer sollen laut Verwaltung die Verkehrssicherheit an Gefahrenstellen erhöhen. Und wie erkennt man eine Gefahrenstelle? Richtig, man erstellt Messungen auf ‚geeigneten‘ Straßen, stellt fest, dass dort häufig zu schnell gefahren wird und behauptet folgerichtig, dort bestehe eine erhöhte Unfallgefahr. Das kann so sein, muss aber nicht.

Einnahmen aus Bußgeldern wegen Geschwindigkeitsüberschreitungen sind längst als feste Einnahmequelle im städtischen Haushalt etatisiert. Es ist schlicht eine scheinheilige Umschreibung und verlogen, diese Einnahmequelle mit Sorge um die Verkehrssicherheit zu verbrämen. Besser wäre ein funktionierendes Verkehrskonzept, das allen Verkehrsteilnehmern flüssiges Vorwärtskommen ermöglicht und ebenso den Bedürfnissen der kommunalen Wirtschaft gerecht wird. Dies gelingt allerdings weder Politik noch Verwaltung.

Politik betrachtet das Thema Verkehr durch die jeweilige ideologisch beschlagene Brille und die Verwaltung wurstelt mit einträglichen Kontrollen vor sich hin. Außerdem wüssten wir mal gerne, wie sich die Mehreinnahmen außer Blitzer-Bußgeldern unter dem Strich tatsächlich rechnen, zumal die Verwaltung einen Dienstleister beauftragen möchte, um die Anlagen zu errichten, zu warten und zu unterhalten.

Damit wir uns richtig verstehen: Es geht hier nicht um Verniedlichung von Geschwindigkeitsüberschreitungen oder Absolution von kriminellen Rasern. Es geht um Augenmaß und Ehrlichkeit politischen und verwaltungstechnischen Handelns.

Jetzt warte ich auf einen ‚shitstorm‘ von denjenigen, die es nicht verstanden haben. Danke!

 

Nachfolgend unsere Mittwoch-Veranstaltungstipps:


BEETHOVEN-HAUS BONN

Beethoven-Woche 2019: Sieben von zehn Konzerten bereits ausverkauft

Am Donnerstag beginnt das Kammermusikfest des Beethoven-Hauses, das sich bis zum 3. Februar dem Thema Variationen widmet. Inspiriert wurde das Festivalprogramm diesmal von Beethovens Diabelli-Variationen. Sieben der zehn Konzerte, die die künstlerische Leiterin Tabea Zimmermann mit ihrem Team für das Festival zusammengestellt hat, sind inzwischen bereits ausverkauft.

Karten gibt es derzeit noch für die Konzerte am 28.1. mit dem Sitkovetsky Trio, am 1.2. mit dem Meta4 Quartett und für den Duo-Abend 2.2. mit Veronika Eberle, Violine, und Christian Ihle-Hadland, Klavier. Für alle anderen Konzerte gibt es evtl. noch Restkarten an der Abendkasse.

Für die Podiumsveranstaltung am 24.1. und die Lesung mit Eleonore Büning am 30. Januar ist der Eintritt frei. Das Programm der Beethoven-Woche ist unter www.beethoven.de/woche abrufbar.

 

THEATER BONN

Diesen Sonntag, 27. Januar, feiert Marius Felix Langes Familienoper DIE SCHNEEKÖNIGIN in der Regie von Johannes Schmid um 16 Uhr Premiere im Opernhaus. Die Musikalische Leitung liegt in den Händen des Ersten koordinierten Kapellmeisters Daniel Johannes Mayr. Neben Julia Bauer in der Titelpartie, sind Marie Heeschen als Gerda, Di Yang als Kay und Ava Gesell und Taras Ivaniv als Trolle zu erleben.

Hans Christian Andersens Kunstmärchen ist bereits häufig für die Bühne bearbeitet worden, doch die Faszination, die von dieser Geschichte ausgeht, regt Künstler immer wieder aufs Neue an, sich mit dem Stoff zu beschäftigen. Im Auftrag von JUNGE OPERN RHEIN-RUHR hat Marius Felix Lange auf Grundlage des berühmten Märchens eine großformatige Oper für junges Publikum geschaffen, die nun am Theater Bonn zu erleben ist.

Sonntag, 27. Januar  2019 | 16 Uhr | Opernhaus

 

DEUTSCHES MUSEUM BONN

Roboter in ganz unterschiedlichen Einsätzen bevölkern das Deutsche Museum Bonn in der Bad Godesberger Ahrstr.45. Los geht es am 27. Januar von 11.00 bis 16.00 Uhr mit einem Übungsturnier für den RoboCup Junior, veranstaltet von der Robotik-AG der CJD Christophorusschule Königswinter. Junge Nachwuchsprogrammiererinnen und -programmierer treten in verschiedenen Disziplinen mit ihren Robotern gegeneinander an. Ziel des RoboCups Junior ist es, Schülerinnen und Schüler spielerisch an künstliche Intelligenz und autonome mobile Systeme heranzuführen.

Die Museumsbesucherinnen und -besucher können den Jugendlichen über die Schulter schauen und sie bei ihren Aufgaben und den Wettbewerben anfeuern. Es nehmen sowohl regionale Teams aus Bonn, Troisdorf, Sankt Augustin, Königswinter und Haan an dem Turnier teil, als auch überregionale aus Osnabrück, Bremen und Berlin.