Ein Ruck(es) geht durchs Land


Ein Name als Programm

Initiative Quartiersentwicklung Beuel

Kreativität steht nach wie vor ganz oben auf der Agenda der früheren ‚Initiative Kreativquartier‘, die sich jetzt in ‚Initiative Quartiersentwicklung Beuel‘ umbenannt hat. Motor ist dabei die Beueler Kulturszene mit ihrem Sprecher und ‚Antreiber‘ Werner Koch. Worum geht es?

Mit der Namensänderung wird deutlich, dass die schon jetzt gut funktionierende Beueler Kulturlandschaft nicht isoliert weiter entwickelt werden soll, sondern neben Kultur auch Handel und Gewerbe einbezogen werden. Und nicht zuletzt soll das östliche Beuel mit den Bereichen ‚Wohnen‘ und heimische Gastronomie als ‚Wohlfühlstadt‘ gefestigt werden.

Wie dies mit kreativen Ideen für den Stadtteil angefüttert werden kann, stellte die Gruppe bei ihrem jüngsten Treffen in Aussicht: Auf dem Gelände der ‚Halle Beuel‘, also dort wo das Pantheon-Theater seine neue Heimat gefunden hat, soll es vor den Sommerferien einen „Beueler Markt der Möglichkeiten“ geben, auf dem Beuel-Engagierte mit ihren Ideen zueinander finden. Die Beueler Kulturtreibenden tragen mit einem Unterhaltungsprogramm zur Attraktivität der Startveranstaltung bei.

Im Stadtbezirk Beuel gibt es auch noch eine größere Zahl inhabergeführter Geschäfte, die über entsprechende Kundenbindung verfügen. Auch diese Geschäfte sollen demnächst in kreative Veranstaltungsszenarien wie ‚Schaufensterlesungen‘ und geführte Spaziergänge einbezogen werden.

Dem Einzelhandel in der Bonner City könnte bei einer Umsetzung dieser Ideen zukünftig vielleicht Konkurrenz erwachsen. Die sich in der City immer stärker durchsetzende und von schneller Fluktuation begleitete Präsenz großer Handelsketten verbreitet bis auf wenige Ausnahmen Langeweile, die vom Handel bis in die Gastronomie reicht. Und so könnte in wenigen Jahren das Beueler Quartier ein Ort sein, in dem das Bonner Herz und auch die Bonner Seele ihr Zuhause wiederfindet.

Gespannt sein darf, nein ‚muss‘ man allerdings, wann diese begrüßenswerte kreative Initiative mit ihren Ideen auf den direkten oder indirekten Widerstand aus Kommunalpolitik und Verwaltung bei der Umsetzung ihrer Wünsche trifft. Zwar hatte sich Michael Isselmann als Leiter des Stadtplanungsamts im letzten Jahr als Ansprechpartner für die Bonner Verwaltung angeboten. Aber Isselmann gilt in gewissen Kreisen mehr als Theoretiker und weniger als Pragmatiker. Die Kommunikation mit Theaterintendant Bernhard Helmich als Hausherrn des Geländes um die ‚Halle Beuel‘ und den ‚Kreativen‘ ist sicherlich auch noch verbesserungswürdig.

Da wird es wohl zukünftig noch einiges zu berichten geben.

 

Wie jeden Mittwoch noch drei Hinweise für eine sinn- und anspruchsvolle Freizeitgestaltung ihrer Restwoche. Dabei fällt mir der Übergang vom oben stehenden Artikel zum ersten Tipp besonders leicht.

Unsere Tipps:

PANTHEON BONN-BEUEL

Morgen ist Donnerstag, der 31.Januar 2019, und da gibt es um 20:30 Uhr etwas Besonderes. Dann startet in der Lounge des Pantheon-Theaters die 2019-Reihe von „Local Heroes“. In lässiger Jazzclub- Atmosphäre bei kühlen Drinks und freiem Eintritt präsentieren bekannte regionale  Musiker ihr Können in unterschiedlichen Stilrichtungen. Zur ersten Veranstaltung in 2019 verwandeln die RUCKES-VINTAGE-BAND(RVB) mit popigem Jazz und SOULFUL OF BLUES (SOB) mit orchestralem Blues die Lounge wieder in einen styligen, intimen Konzertraum.

Kommen, sehen, staunen, genießen! Ab 20:30 Uhr in der Siegburger Straße 42 in Bonn-Beuel. Übrigens: Nicht nur für Beueler geeignet! Nähere Info auch auf www.pantheon.de/programm/?date=2019-01


STADTMUSEUM SIEGBURG

Mehr als 60 Arbeiten zeigen das weite Spektrum des grafischen Werks, das Heinz Mack in 50 Jahren kreierte. Noch im vergangenen Jahr schuf der fast 88-jährige Mack einen seiner größten und komplexesten Siebdrucke mit 120 Sieben und äußerst differenzierten Farbnuancen: Die "Klaviatur".

Die Werke Heinz Macks präsentieren sich in klangvoller und pigmentstarker Farbenpracht ebenso wie in flirrenden Schwarz-Weiß-Bildern. Führungen durch die Ausstellung im Stadtmuseum und anschließend zu der Werkgruppe im Kreuzgang der ehemaligen Abtei beginnen am 2. Februar um 15 Uhr. Die Karten kosten 8 Euro, der Eintritt ins Stadtmuseum und KSI ist inbegriffen. Lesen Sie hierzu auch den Artikel auf BONNDIREKT in der Rubrik ‚Kultur‘.


MACKE HAUS BONN

„Nun für heute Tausend Grüsse und vor allem Küsse“ – aus unveröffentlichten Briefen des Künstlerpaares Emil Maetzel und Dorothea Maetzel-Johannsen liest am Donnerstag, den 7. Februar 2019 um 19.30 Uhr Dr. Rüdiger Joppien, Hamburg.

Der ehemalige Kustos für Jugendstil und Moderne am Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg kennt wie kein zweiter die Hamburger Kunstszene der 1920er Jahre und ist überdies ein brillanter Erzähler.

Eintritt: 12 Euro, erm. 10 Euro inkl. Besuch der Ausstellung ab 17.00 Uhr

Macke Haus Bonn / Hochstadenring 36 / 53119 Bonn