Ruck(es) Kolumnen


Hallo Taxi !

Taxi ‚bitte‘ oder Taxi ‚nein danke‘?

Morgen wird auf der Sitzung des Bonner Stadtrats die (gefühlt) 786. Erhöhung der Taxipreise seit der Erfindung der motorisierten Droschke beschlossen. Die Taxiunternehmer begründen ihren genehmigungspflichtigen Wunsch nach 3,5% Erhöhung mit gestiegenen Kosten und lassen wie immer nicht unerwähnt, dass es in anderen Städten teilweise noch teurer sei. Die letzte Erhöhung ist übrigens erst elf Monate alt. Damals beschloss man, dass die zukünftige Tarifanpassung an den Verkehrsverbund Bonn/ Rhein-Sieg (VRS) zu koppeln wäre. Dier Verbund erhöhte in der Tat kürzlich seine Fahrpreise um 3,5%. Auf diesen Zug sprang jetzt das Taxigewerbe schnell auf. Ein Schelm, der sich denkt, dass die Taxilobby – unabhängig von der letzten Erhöhung in 2018 – diese Gelegenheit gerne zur erneuten Anpassung nutzte.

In Zahlen bedeutet dies: Der Grundpreis steigt von 2,80 auf 2,90 Euro, neun Cent teurer wird der erste gefahrene Kilometer (2,98 anstatt wie bisher 2,89 Euro) und ab Kilometer ’Zwei‘ zahlen die Kunden dann 1,78 Euro pro Kilometer anstatt 1,73 Euro zahlen. Übrigens: Wer fährt eigentlich nur einen einzigen Kilometer Taxi, mal abgesehen davon, dass der Taxifahrer ihn unverblümt abweisen würde. Und natürlich verdienen die armen Taxifahrer viel zu wenig.

Das mag alles stimmen, aber zum Teufel: Wird der Kraftstoff eigentlich nur für Taxis teurer und ist schon mal jemand gezwungen worden, Taxifahrer zu werden? Was können die Kunden dafür, dass es zu viele Taxen in Bonn gibt und die opulente Konkurrenz das Geschäft schwierig macht? 

Zu Zeiten Bonns als Bundeshauptstadt war die Nachfrage nach Taxis viel höher. Entsprechend viele Konzessionen gab es. Inzwischen ist schon seit Jahren der Bedarf geringer, die Konzessionen werden aber weiter gereicht bzw. verkauft. Wäre eine Einschränkung der Konzessionen ein Ansatz zur Belebung des Geschäfts? Man wird ja noch fragen dürfen, ohne dass die Bonner Taxigenossenschaft sich wieder aufregt, was sie durchaus gerne praktiziert.

Mit einem Taxi zu fahren, macht nicht immer nur Freude. Die Servicequalität von manchem Fahrer erscheint stark verbesserungswürdig. Auf keinem Fall sollte man im Taxi die Augen schließen, sonst könnte man schnell Opfer der „brillanten Ortskenntnis“ von dem einen oder anderen Fahrer werden. Da erinnert man sich doch mit Schmunzeln an den „running gag“ aus einem legendären amerikanischen Film. Da fragt ein Fahrgast den New Yorker Taxifahrer: „Sagen Sie mal, wie viele ‚Waldorf-Astoria-Hotels‘ gibt es in New York?“ Der Taxifahrer antwortet: „Eins“. Der Fahrgast: „Komisch, wir sind schon an drei vorbei gefahren“. So was passiert in Bonn kaum, hauptsächlich deswegen, weil es hier kein Waldorf Astoria gibt. Und New York mit Bonn zu vergleichen, geht natürlich überhaupt nicht. Das hat New York wirklich nicht verdient

Da gilt es doch einmal den im Rat der Stadt Bonn vertretene ‚Bürger Bund Bonn (BBB)‘ zu zitieren, der die städtische Beschlussvorlage zur erneuten Taxitariferhöhung so bewertete:  „Statt der seit Jahren überzogenen Preisspirale des VRS endlich entgegenzuwirken, schlägt der OB auch noch vor, diese auf das Taxiwesen zu übertragen. Wir werden diese Art von Preistreiberei nicht mitmachen“. Taxifahren in Bonn könne schon bald „... zum unerschwinglichen Luxus“ werden Und weiter: „Als Teil der Daseinsfürsorge im Rahmen des ÖPNV wird man das Taxigewerbe wohl künftig nicht mehr betrachten können.“

Nach der morgigen Erhöhung der Taxitarife sehen wir aber in Bonn mit Sicherheit, aber weiter ohne Freude der nächsten Erhöhung entgegen. Wir wissen nur noch nicht, wann sie kommt.


Nachfolgend unsere kleinen, aber feinen Veranstaltungstipps für den Rest der Woche: 

PANTHEON BONN-BEUEL

Eine Reise in die Musik & Poetik von Bob Dylan bietet der Konzertabend mit Lucas Sanchez & Band am 11.2.2019 um 20 Uhr im Pantheon, Siegburger Str. 42, 53229 Bonn.

Bob Dylan - Poet, Sänger, Revolutionär, Traditionalist, Worteschmied, Protestsänger, Dauertourneespieler, Nobelpreisträger, Komponist, Mundharmonikaspieler - tausend Facetten und doch nicht zu fassen.

Die Abendkasse im Pantheon (Tickets: 15,-/8,- ermäßigt) hat am 11.2. ab 18:30 Uhr geöffnet. Infos auch unter: www.pantheon.de

 

 

STADTMUSEUM BONN

Das Stadtmuseum Bonn lädt zu einem Familientag mit Themen- und Kostümführungen am Sonntag, 10. Februar 2019, ab 14.30 Uhr ein. Geboten wird eine Reise durch die Jahrhunderte. Der Familientag findet begleitend zu der Sonderausstellung "Bonn-sur-le-Rhin. Die Besatzungszeit 1918 - 1926" statt.

Der Familientag im Stadtmuseum Bonn ist eine Reise durch die Jahrhunderte als Themen- und Kostümführungen. Im Westen des früheren Ostfränkischen und später Deutschen Reiches sind in Bonn die Kontakte nach Frankreich vielfältig und intensiv. Die Jahrhunderte waren von kriegerischen Auseinandersetzungen und kulturellem Austausch geprägt. Die Teilnahme kostet für Erwachsene sechs Euro und für Kinder vier Euro.

 

KUNSTMUSEUM BONN

Immer noch Winter? Wir malen in eiskalten Farben!

Sonntags beim Familienatelier können Kinder und Erwachsene die Kunst erleben und im Museumsatelier aktiv werden. Gemeinsam erkunden wir das Museum und setzen mit Farben und Werkmaterialen unsere Fantasie in Bilder und Objekte um. Jeden Sonntag gibt es neue Aktionen, Themen und Spiele sowie aufregende künstlerische Materialien und Techniken.

Für Menschen ab 3 Jahren. Drei- und Vierjährige müssen von Erwachsenen begleitet werden. Aber auch die Eltern und Großeltern älterer Kinder sind herzlich willkommen!

Sonntag, 10.2.2019, 11.15 Uhr / 3,50 € pro Kind, 6,00 € pro Erwachsener. Das Angebot ist für Inhaber des Bonn-Ausweises kostenfrei. Es gibt eine begrenzte Teilnehmerzahl. Information: Bildung und Vermittlung, bildung.vermittlung@bonn.de,

Kunstmuseum Bonn, Friedrich-Ebert-Allee 2 D -53113 Bonn