Kultur


Robert und Clara Schumanns Erbe in Bonn

Bonn feiert Clara Schumanns 200. Geburtstag

(s.b.) - Aus Anlass des 200. Geburtstages von Clara Schumann im Jahr 2019, die in Bonn an der Seite ihres Mannes beerdigt ist, beteiligt sich die Stadt Bonn am Jubiläumsjahr für die Komponistin mit Konzerten, einer Ausstellung, Vorträgen und der Förderung verschiedener Projekte.

Das Bonner Schumannfest steht 2019 vom 1. bis 15. Juni unter dem Motto "Geliebte Clara" und wird über die zwei Festwochen hinaus das Thema mit einzelnen Veranstaltungen über das ganze Jahr besetzen. Der städtische Zuschuss zum Fest wird 2019 auf 50 000 Euro erhöht. 

Das Stadtmuseum Bonn, das 1996 die weltweit erste Clara-Schumann-Ausstellung konzipierte, widmet seine größte und von einem Katalog begleitete Ausstellung 2019 der Komponistin. Die Schau "On tour. Clara Schumann als Konzertvirtuosin auf Europas Bühnen" wird in Kooperation mit der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, dem Robert-Schumann-Haus in Zwickau und dem Schumann-Netzwerk von Juni bis Ende September 2019 im Ernst-Moritz-Arndt-Haus gezeigt und von Vorträgen und musikalischen Veranstaltungen begleitet. Das Arndt-Haus wurde übrigens in Clara Schumanns Geburtsjahr 1819 gebaut.

Gemeinsam geben das Museum und das Schumann-Netzwerk mit Unterstützung der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien zudem ein Buch über eine späte Lieblingsschülerin Clara Schumanns, die erst 1963 in London gestorbene Pianistin Ilona Eibenschütz, heraus. In Kooperation mit der Robert-Schumann-Gesellschaft Düsseldorf präsentiert das Museum am 31. Mai 2019 im Bonner Schumannhaus Julian Prégardien und Michael Gees mit Schuberts Winterreise nach der Konzeption von Clara Schumann und Julius Stockhausen im Jahre 1862, die damals zum ersten Mal den gesamten Liederzyklus auf der Bühne präsentierten 

Das Kulturamt der Stadt Bonn unterstützt ein Konzert im Kammermusiksaal des Beethovenhauses: Anlässlich des zehnjährigen Bestehens von Bonns Projektpartnerschaft mit der Stadt Chengdu werden Kompositionen Clara Schumanns interpretiert. Zudem soll das Schumann-Gedenkzimmer renoviert werden.

Einen Nachmittag mit der Künstlerin möchte der Rheinische Kulturverein "EUTERPE" im Frauenmuseum bieten. In Kooperation mit Casa Sinopoli aus Frankfurt, dem Heinrich-Heine-Institut in Düsseldorf und dem Bonner Stadtmuseum sind vier bis sechs Themeninseln mit Aspekten aus dem Leben und Werk Clara Schumanns geplant und ein Liederabend. 

Das Stadtmuseum Bonn und das Heinrich-Heine-Institut Düsseldorf engagieren sich zudem gemeinsam für das von der Regisseurin und Autorin Friederike Felbeck konzipierte Projekt "Das Wunderkind", einer Konzertperformance, die auf der gleichnamigen Erzählung von Thomas Mann sowie Briefen und Tagebüchern von Clara Schumann basiert. Die installative Performance will Livemusik, Schauspiel und Gesang mit experimentellen Videos und Projektionen verbinden und soll in Bonn im Bonner Schumannhaus zur Aufführung kommen.

Robert und Clara Schumanns Erbe in Bonn

Robert Schumann ist neben Ludwig van Beethoven der zweite weltberühmte Musiker und Komponist, der den Ruf der Musikstadt Bonn begründet. Ab dem Frühjahr 1854 war er Patient in einer Nervenheilanstalt in Endenich, wo er nach quälender Krankheit am 29. Juli 1856 starb. Einen Tag vor seinem Tod hat Robert Schumann seine Frau Clara zum letzten Mal gesehen. Er ist auf dem Alten Friedhof in Bonn beerdigt und erhielt ein Ehrengrab. An seiner Seite wurde auf ihren Wunsch auch seine Frau Clara beigesetzt, die 1896 starb. Ein kunstvoller Grabstein wurde rund 25 Jahre nach dem Tod Robert Schumanns im Beisein seiner Witwe und der Familienfreunde Johannes Brahms und Joseph Joachim enthüllt.

Exponate im Stadtmuseum Bonn, im Stadtarchiv Bonn sowie zwei kleine mit Stücken aus dem Stadtmuseum als Gedenkräume eingerichtete Patientenzimmer im Schumannhaus - der früheren Heilanstalt - erinnern an das Musikerehepaar. Seit 1998 würdigt jährlich das Schumannfest das künstlerische Schaffen von Robert und Clara Schumann. 2005 wurde das Stadtmuseum Bonn vom Staatsminister für Kultur und Medien mit der Projektleitung des alle nationalen und internationalen Einrichtungen und Veranstalter einschließenden Schumann-Netzwerks beauftragt.