Bonn Rhein-Sieg


Foto: Kasalla

Sound of Heimat – Kasalla rockt mit

(m.g.) Am 29. Juni treffen sich die größten Bands der deutschen Mundart in Bonn zur großen Sause. Mit dabei beim Sound of Heimat Festival auf dem Bonner Kunstrasen ist auch die Kölner Band Kasalla.

 Für Musikfans landauf, landab ist Kasalla eine der beliebtesten und erfolgreichsten Bands mit deutschem Dialekt. Nicht zuletzt aufgrund des Charterfolges ihres 2017 erschienenen Albums „Mer sin eins“. Das vierte Studioalbum der Band schaffte es auf Anhieb von 0 auf Platz 5 der deutschen Albumcharts und bescherte der Band somit nicht nur die erste Top Ten – Platzierung ihrer Karriere, sondern auch den höchsten Charteintritt einer kölschen Band seit BAP im Jahr 1981.

 Die Erfolgsgeschichte der Kölner wurde 2018 durch ein weiteres Megahighlight gekrönt, denn sie wurden für den deutschen Musikpreis ECHO nominiert. Damit sind sie die erste kölsche Band seit den Höhnern und BAP, die jemals für einen ECHO nominiert waren. Die Leistung kommt dabei einem musikalischen Durchmarsch von der Kreisklasse in die Champions League gleich - denn was außerhalb der Dommetropole kaum einem Musikinteressierten bekannt ist: die musikalische Konkurrenz ist in Köln weit größer und intensiver als in jeder anderen deutschen Großstadt. „Es gibt in Köln Dutzende Bands, die Mundart spielen und davon leben können, das glaubt einem ja anderswo keiner, wenn man das erzählt“, wundert sich Sänger und Songwriter Bastian Campmann, der Kasalla 2011 zusammen mit Ex-Peilomat-Gitarrist Flo Peil ins Leben rief.

 Das bislang alles überragende Live-Großereignis fand am 9. und 10. September 2016 anlässlich des fünften Band-Geburtstages statt. Der erste Termin in der 13.000 Zuschauer fassenden LANXESS-Arena, in der größten Halle der Stadt, war ratzfatz ausverkauft, so dass Campmann und Co. ebendort einen zweiten Termin ansetzen mussten. Letztendlich feierten an beiden Tagen 26.000 Fans mit der Band - und den musikalischen Ehrengästen Gentleman, Carolin Kebekus und Von Brücken. Sensationelle Zahlen.

 Doch auch im restlichen Bundesgebiet hat sich das Quintett in den vergangenen vier Jahren zu einem veritablen Zuschauermagneten entwickelt. Und die Tour im Herbst 2017 führe die fünf Jungs neben bereits erspieltem Gebiet auch erstmals in die Schweiz und nach Österreich. Insgesamt neunzehn, teils ausverkaufte Stationen standen auf dem Reiseplan. Auftritte in TV- Sendungen wie Ina Müllers ARD-Late-Night-Show „Inas Nacht (2013), ARD MoMa (2017) und ZDF „Volle Kanne“ (2018) trugen mit Sicherheit zum überregionalen Kasalla-Boom bei.

 Dass die Band in zunehmendem Maße vor Publikum spielt, das den Texten nicht vollumfänglich zu folgen im Stande ist, sieht Sänger Basti Campmann wenig problematisch. „Ich bin ich mir auch nicht sicher, dass alle 25- bis 30-jährigen alles verstehen, wenn ein Englisch sprachiger Act zu Gast ist, von den 40-jährigen Mal ganz zu schweigen“, mutmaßt er. „Und schließlich gab es ja auch schon mal rumänische Nummer-Eins-Hits. Musik definiert sich nicht nur immer über das Verständnis des Textes."

Eine gewisse musikalische Seelenverwandtschaft verspüren Kasalla aktuell zu ihren oberbayerischen Kollegen von LaBrassBanda, deren bundesweiter Erfolg in den vergangenen Jahren zeigt, was man mit Mundart so alles erreichen kann. „Musikalisch ist das natürlich ein bisschen was anderes, wir sind ja im Grunde eine Rockband. Aber prinzipiell ist das schon irgendwie dasselbe Phänomen, dass Mundart wieder funktioniert. LaBrassBanda sind riesig, sie spielen große Stadien und Arenen und ich bin mir nicht sicher, ob überhaupt alle Bayern verstehen, was der Kollege da singt“, schmunzelt Campmann.

25.03.2019