Kultur


Bis ins hohe Alter gemalt

Ein Leben für die Kunst

(e.b./e.r.) - Zum Auftakt der Jüdischen Kulturtage Rhein-Ruhr zeigt die Gedenkstätte Bonn in der 'GALERIE 62' in  in Bonn-Plittersdorf, Germanenstraße 62, eine Ausstellung mit Bildern des jüdischen Malers Manfred Weil (1920-2015). In einer Kooperation mit der Gedenkstätte Bonn sind unter dem Titel "Ein Leben für die Kunst" 30 Werke des Malers zu sehen.

Die Schau ist ein Querschnitt aus der langen Schaffenszeit Manfred Weils. Zu sehen sind Ölbilder, Gouachen, Acrylbilder, Aquarelle, Zeichnungen und Lithografien. Das älteste Bild stammt aus dem Jahr 1957, das jüngste ist von 2014, als der Künstler schon 93 Jahre alt war. Manfred Weil hat bis ins hohe Alter nahezu jeden Tag gearbeitet. Im Werk des Malers und Zeichners nehmen Porträts von Frauen und Mädchen einen großen Raum ein. Bilder von ihm sind in Museen und zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen zu finden.

In ihrer Begrüßungsrede verwies die stellvertretende Bad Godesberger Bürgermeisterin Hillevi Burmester auf das Motto „Zuhause“ der Jüdischen Kulturtage und betonte: „Manfred Weil hat trotz seiner jahrelangen Verfolgung durch die Nazis schon ab 1945 wieder im Rheinland sein Zuhause gefunden.“

Der Maler lebte nach dem Krieg in Bonn, Köln und Meckenheim. Während der NS-Zeit war er nach Belgien geflüchtet, in Frankreich im Konzentrationslager gewesen, von dort entkommen und konnte sich jahrelang vor seinen Verfolgern verstecken. Auch Astrid Mehmel, Leiterin der Bonner Gedenkstätte und Harald Gesterkamp von der Galerie 62 erinnerten an das Leben und das künstlerische Wirken Weils, der 2015 fast 95-jährig starb.

Für die Galerie ist die Ausstellung ein ehrenamtliches Projekt. „Die Verkaufserlöse der Bilder gehen zu 100 Prozent an die Witwe des Künstlers, Alisa Weil, die selbst Verfolgte des Nationalsozialismus war und ihren Lebensunterhalt zu weiten Teilen durch den Verkauf von Bildern ihres Mannes bestreitet“, erklärte Harald Gesterkamp. Ausgestellt und verkauft werden auch vier handsignierte Drucke. Der Erlös daraus geht vollständig an die Gedenkstätte Bonn.

Während der Jüdischen Kulturtage Rhein-Ruhr (28. März bis 14. April 2019) ist die Galerie 62 täglich außer montags und samstags von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Außerdem außerhalb der Öffnungszeiten und ab Mitte April nach telefonischer Absprache (0228-3917686).