Bonn Rhein-Sieg


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„eTarif“ - Nur die Strecke zahlen, die man auch fährt

(m.g.) Heute geht es los. Bis zum 6. September testet der Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) seinen neuen eTarif. Dieser Tarif funktioniert mithilfe einer App. Man checkt sich bei Fahrtbeginn ein und beim Verlassen des Fahrzeugs wieder aus. Der Fahrpreis setzt sich zusammen aus einem Grundpreis von 1,50 Euro und weiteren 0,15 Euro pro Kilometer.

 Nach Angaben des VRS funktioniert die App spielend einfach. Vor dem Einstieg in Bus und Bahn erfolgt das Check-in durch rechts wischen in der App. An der Zielhaltestelle wird der Check-out durch links wischen in der App ausgelöst. Es gibt auch eine Check-out Erinnerung. Sollte der Check-out beim Aussteigen einmal vergessen werden, wird das von der App registriert und sie informiert darüber. Anhand der gefahrenen Luftlinienkilometer wird der Fahrpreis ermittelt. Das heißt: Es wird die kürzeste Entfernung (Luftlinie) zwischen Einstiegs- und Ausstiegshaltestelle angesetzt.

 Die Stadt begrüßt den „Tariftest, wie Sprecherin Andrea Schulte auf Anfrage von BONNDIREKT mitteilte. „. Mit dem Pilotversuch verfolgt der VRS das Ziel einer Bestpreisabrechnung und Abmilderung tariflichen Härten, wie sie an Gebietsgrenzen auftreten. Nach einer erfolgreichen Implementierung könnte das System landesweit ausgeweitet werden, da auch weitere Verkehrsverbünde zurzeit ein solches System testen. Eine solche Ausweitung würde zu einer einfacheren, günstigeren ohne Tarifgrenzen und damit attraktiveren Nutzung des ÖPNV beitragen. Die Bundesstadt Bonn begrüßt daher, dass der VRS den Versuch durchführt und damit auch grundsätzliche Überlegungen zur Neugestaltung der Tarifstruktur verbindet.“

 Auch die Bonner SPD sieht die Sache positiv. Für Gabi Mayer, stellvertretende Vorsitzende und verkehrspolitische Sprecherin der Fraktion, bietet sich eine Chance, den ÖPNV attraktiver und preiswerter zu machen: „Wer bisher über eine Tarifzone hinweg fahren wollte, musste trotz kurzer Strecke einen relativ hohen Fahrpreis zahlen. Mit dem eTarif werden diese Kosten deutlich geringer, da nur noch die tatsächlich gefahrene Strecke berechnet wird. Da das Ticket außerdem mit wenigen Klicks auf dem Smartphone erworben werden kann, ist das Ganze auch noch sehr bequem – kein Studium des Tarifzonenplans, keine Suche nach Kleingeld. Einsteigen, einchecken, losfahren. Ich hoffe, dass sich möglichst viele Interessierte als eTarif-Testerinnen und -Tester beim VRS anmelden und das System sich in der Praxis bewährt. Natürlich halten wir an unserem langfristigen Ziel eines kostenlosen ÖPNV fest“, so Mayer abschließend. „Aber auf dem Weg dahin ist es wichtig, Verbesserungen Schritt für Schritt durchzusetzen.“

 Weitere Infos und die App gibt es hier: www.VRS.de/ETarif

 08.04.2019