Ein Ruck(es) geht durchs Land


Circus Bonncalli

War diese Woche ja wieder mächtig was los im politischen Bonner  Kommödienstadl:

Beim schon fast in Vergessenheit geratenen Thema ‚Bonner Bäder‘ sollen es jetzt hundert Bonner*innen ab 14 Jahren, die per Zufallsverfahren aus dem Einwohnermelderegister ausgewählt werden, zum Guten richten. Sie werden angeschrieben und gebeten, ein Konzept zur Zukunft der Bonner Bäder zu erarbeiten.

Getreu nach dem alten Spruch „Wenn ich nicht mehr weiter weiß, bild ich einen Arbeitskreis“ sollen vier Planungszellen mit je 25 Teilnehmern gebildet werden. Dazu hat die Stadt auf politischen Beschluss hin die Gesellschaft für Bädergutachten (GfB) mit Sitz in München beauftragt, die natürlich nicht umsonst arbeitet.

Diese Lachnummer ist eine Bankrotterklärung der politisch Verantwortlichen und dokumentiert in bester Form, dass im „Circus Bonncalli“ nur noch Clowns durch die Manege irren. Aber es hat ja einen schönen pseudo-demokratischen Anstrich, wenn Bürger*innen von Beginn an mitplanen dürfen.

Wer garantiert denn, dass die per Zufallsgenerator Ausgewählten über irgendwelchen Sachverstand verfügen? Die bisherigen Erfahrungen in Bürgerwerkstätten zu anderen Themen ergeben doch meist eine Sammlung von mehr oder weniger unausgegorenem, subjektivem Dünnpfiff.  

Wer garantiert denn, dass die Leute überhaupt bereit sind, mitzumachen? Würde ich in diesen ‚Topf der Auserwählten‘ per Los gezogen, würde ich mich mit dem Hinweis verweigern wie damals ein preußischer Potentat: „Macht euren Dreck alleene“!

Entscheiden soll dann im Dezember der Rat. Warum entscheidet dieses Gremium denn nicht selbst und schneller? Die Antwort ist: Weil sie es eben nicht können, keinen ausreichenden Sachverstand haben, aber gewählt worden sind. Und genau dies sollten die Bürger*innen bei der nächsten Kommunalwahl im Herbst 2020 nicht mehr tun und sich dann dieser politischen Laienspielschar entledigen.

Das Beethovenhallen-Desaster hat bereits bundesweit Unterhaltungswert gefunden.

Jetzt mehren sich die Stimmen, dem nicht vorhersehbaren Bauende ein ‚Ende mit Schrecken‘ vorzuziehen.

Der rührige ‚Bürger für Beethoven‘-Chef Dr.Stefan Eisel, der – wie ich mal vermute – Beethoven aufgrund seiner profunden Kenntnisse über dessen Person wohl noch persönlich gekannt hat, schlägt vor, den Bau der Halle sofort zu stoppen.

Dann Prüfung, wie viel Geld von den 117 Mio schon ausgegeben wurden und welche Kosten bei Stornierung zukünftiger Arbeiten entstehen könnten. Diese Kosten wären eventuell niedriger und vielleicht durch Verklagung der bisher für das Projekt verantwortlichen Bauaufseher, Architekten, Firmen und wem sonst noch teilweise wieder reinzuholen. Danach Abriss oder abgespeckter Neubau durch einen Generalunternehmer mit vereinbarter Konventionalstrafe bei Nicht-Fertigstellung. So weit die Expertise von Beethoven-Kenner Eisel.

Vielleicht findet Eisel ja auch noch die echte Geburtsurkunde Beethovens, aus der hervor geht, dass der 250.Geburtstag des Komponisten erst im Jahre 2039 ansteht. Dann sähe es in Bonn wieder entspannter aus, alle Verantwortlichen würden sich auf die Schulter klopfen und das rheinische Zitat bemühen: „Et hätt noch immer jot jejange“.

Übrigens wird jetzt auch langsam klar, dass Beethoven mit seiner Rondo-Komposition  „Die Wut über den verlorenen Groschen“ das Baudesaster der nach ihm benannten Halle schon damals vorher gesehen hat.

Aber es gibt auch noch schöne und wichtige Termine in Bonn.

Zum Beispiel im Terminkalender der stellvertretenden Bürgermeisterin Angelica Maria Kappel(Bündnis90/Grüne) gab es diese Woche ein Date, das ich Ihnen nicht vorenthalten möchte:

Kappel beim Pinscher-Schnauzer-Klub Bonn

Anlässlich der Klubsiegerausstellung des Pinscher-Schnauzer-Klubs Bonn e.V. am Samstag, 4. Mai, um 10 Uhr im Pinscher-Schnauzer-Klub Bonn, Gerhart-Hauptmann-Straße, spricht Bürgermeisterin Angelica Maria Kappel ein Grußwort. Begrüßt werden die Besucherinnen und Besucher zuvor von Gottfried Eschbach, Vorsitzender des Pinscher-Schnauzer-Klub Bonn.

Frage von BONNDIREKT: „Warum spricht dort nicht Oberbürgermeister Sridharan? Hat der Pinscher-Schnauzer-Club nicht genügend Mitglieder, kann der OB keine Kläffer vertragen oder hat er parallel einen Termin beim „Wellensittich-Kanarienvogel“-Club?

Man wird ja noch fragen dürfen.