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Symbolfoto: Myriam Zilles / Pixabay

Beratung beim Shoppen in der City – ein Selbstversuch

(m.g.) Die Konkurrenz zwischen stationärem Handel und Online-Handel ist hart. Mehrere Studien und Untersuchungen haben ergeben, dass der stationäre Handel einen klaren Vorteil gegenüber Internetportalen hat. Und das ist die Betreuung und Beratung des Kunden durch einen kompetenten Experten vor Ort. Hier kann und muss er punkten. Unter anderem verweisen darauf zwei Studien des Wirtschaftsministeriums NRW oder die „Digital-Studie für Einzelhandel“ der Verbandes Bitkom. BONNDIREKT hat den Selbstversuch gemacht.   

Unser Autor ist 1,92 Meter groß und braucht eine neue Jeans mit der Größe 31/36 oder 32/36, je nachdem wie das Modell ausfällt. Also ab in die Bonner City. Erster Stopp: H&M. Die Frage, wo den Jeans für Männer zu finden sind, wird noch erfolgreich beantwortet. In der Abteilung angekommen, ist weit und breit kein Personal zu sehen. Nach minutenlanger Suche wird er fündig. Das war es dann aber auch schon. Die Bitte an einen Angestellten, bei der Suche nach einer entsprechenden Jeans mit der eher ungewöhnlichen Größe zu helfen, kann dieser nicht nachkommen. Er wisse nur, wo Jeans zu finden sin, suchen müsse der Kunde seine Größe schon selbst. 

Nachdem dieser seine gewünschte Größe nicht findet, fragt er erneut nach, mit der Bitte, doch einmal im Lager nachzuschauen. „Das geht jetzt nicht“, bekommt er zu hören. Keine Jeans für ihn bei H&M. Also weiter zu C&A. Dort das gleiche Trauerspiel. Keiner will helfen und auf Fragen ducken sich die Angestellten weg und wirken hilflos. Hilflos fühlt sich auch der Kunde, auf der Suche nach seinem gewünschten Produkt und allein gelassen. 

Beim Einzelhandelsverband Bonn Rhein-Sieg Euskirchen ist dieses Problem hinlänglich bekannt. „Die Mitarbeiter in den meisten Filialisten füllen nur die Auslage auf. Von den Produkten selbst haben sie keine Ahnung. Hinzu kommt, dass sie aufgrund der Minimalbesetzung kaum Zeit für etwas anderes haben“, sagt Christian Lange, stellvertretender Vorsitzende des Verbandes, gegenüber BONNDIKRET. 

Also weiter geht’s zum Fachhändler. Und bei Replay funktioniert es plötzlich. Ein junger Verkäufer nimmt sich direkt des Kunden an, weiß sofort, was gebraucht wird und wie unterschiedlich die Größen der verschiedenen Modelle ausfallen. In kürzester Zeit stehen zwei Jeans-Modelle aus der Auslage und zwei aus dem Lager zum Anprobieren zur Verfügung. Zufrieden und nicht allein gelassen verlässt der Autor mit zwei(!) neuen Jeans das Geschäft. 

Fazit: Bei den Günstig- und Billigketten in der Bonner Innenstadt gibt es keine vernünftige Kaufberatung vor Ort. Sei es wegen des Mangels an Fachpersonal oder der dünnen Personaldecke. Im Fachhandel und beim privaten Einzelhändler findet die individuelle Beratung dagegen statt. Genau das, womit der stationäre Handel gegenüber dem Online-Handel punktet. Damit gefährden die Discounter den Standort Bonner City, da Kunden sie meiden, wenn sie keine Beratung finden. Aber da es auch ihr Standort ist, sollten sie hier nachbessern, um diesen zu erhalten.

14.06.2019