Bonn Rhein-Sieg


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Kaiserstraße stadtauswärts einspurig – zu kurz gedacht

Ein Kommentar: Diesmal hat die Verwaltung der Stadt Bonn recht

(m.g.) Die Mitglieder Verkehrsausschuss der Stadt Bonn haben dafür gestimmt, dass Autos über die Kaiserstraße nur noch einspurig stadtauswärts in Richtung Süden fahren dürfen und der Radverkehr mit einem drei Meter breiten Radstreifen gestärkt werden soll. Und das gegen den Vorschlag der Verwaltung, welche den zweispurigen Autoverkehr auf der Strecke erhalten will.  

Und das zu Recht. Denn ein einspuriger Autoverkehr stadtauswärts würde wie eine Blockade der Innenstadt wirken, da sie dann über die Kaiserstraße nicht mehr erreichbar ist. Die Nebenwirkungen bekämen die Anwohner drastisch zu spüren. Denn Fahrzeuge mit Ziel Bonner City würden jeden erdenklichen Weg suchen, um ihr Ziel zu erreichen, so dass die Nebenstraßen in der Nachbarschaft, wie zum Beispiel in der Schumannstraße, ebenfalls unzumutbar verstopfen., da sie für dieses Verkehrsaufkommen nicht ausgelegt sind.  

Kein Handwerker erreicht mehr pünktlich seinen Auftraggeber, kein Kranken- oder Rettungswagen gelangt zügig zu seinen Einsatzort und Pakete oder Waren für die City können nur noch schwerlich geliefert werden. Blockadepolitik im wahrsten Sinne des Wortes. Und das wäre erst der Anfang. Denn die Reuterstraße soll in der Zukunft wegen Bauarbeiten in beide Richtungen nur einspurig befahrbar sein. Hinzu kommen die Bauarbeiten für die Mensa an der Nassestraße, die zusätzlichen Verkehr verursachen.  

Wenn eine einspurige Kaiserstraße unbedingt hermuss, um die Stadt Bonn als fahrradfreundlich auszuweisen, klingt der Empfehlung von Oberbürgermeister Ashok Sridharan schon sinnvoller. Er schlägt vor, die Kaiserstraße stadteinwärts einspurig zu gestalten. So werde sie weiterhin die Adenauerallee entlasten, und für die Mensa in der Nassestraße sei das auch hilfreich. Der Beschluss wurde ohne Votum in den Rat vertagt, der wohl nächste Woche darüber entscheidet.  

Es ist lobenswert, die Stadt Bonn fahrradfreundlicher zu gestalten. Aber man darf es nicht über das Knie brechen und so den restlichen Verkehr zum Stillstand bringen. Die Aufgabe ist kompliziert und es schwierig, einen richtigen Weg zu finden. Denn die jetzigen Verkehrsstruktur der Stadt wurde in der Gründerzeit entworfen. Damals hat noch niemand an Autos gedacht. Und die Kessellage Bonns macht das Unterfangen auch nicht einfacher.

28.06.2019