Bonn Rhein-Sieg


Foto: BONNDIREKT

Beschluss zur Kaiserstraße stößt auf heftige Kritik

(m.g.) Gestern hat der Rat der Stadt Bonn über die Verkehrsführung in der Kaiserstraße abgestimmt. In seiner Entscheidung lehnte sich der Rat an den jüngsten Vorschlag des Oberbürgermeisters Ashok Sridharan an, diese einspurig stadteinwärts in Richtung Norden zu gestalten. Zum Entsetzen vieler nahm der Rat eine Änderung vor. Auf der Kaiserstraße Richtung Innenstadt sollen Autofahrer jetzt in die Nassestraße nach rechts abbiegen, um so über Lennéstraße und Fritz-Tillmann-Straße die City zu erreichen. Die Verwaltung soll für diese Regelungen eine Testphasen einführen.   

Damit wäre die Anfahrt der Innenstadt direkt über die Kaiserstraße nicht mehr möglich. „Von dieser Varianten halte ich überhaupt nichts“, empört sich Georg Fenninger, Stadtverordneter der CDU. „Eine solche Lösung ist viel zu gefährlich. Auf der Nassestraße befindet sich die Mensa für die Studenten der Uni, wo gerade mittags viel Fußgängerverkehr herrscht, und eine Grundschule. Außerdem ist die Straße viel zu eng.“ 

Der Vorschlag des Oberbürgermeisters sei schon sinnvoll gewesen, aber ohne die Verkehrsführung über die Nassestraße. „Für diese Varianten sind Die Grünen verantwortliche“, so Fenninger. „Sie haben hier eine Schikane eingebaut. Damit machen sie Wahlkampf und wollen sich auf eine erpresserische Art und Weise profilieren. Das ist vollkommen Anti-Auto.“ 

Noch kurz vor Entscheidung im Rat hat sich der Einzelhandelsverband hinter den Vorschlag des Oberbürgermeisters gestellt. Mit der jetzigen Lösung ist man dort auch nicht einverstanden. Man wolle zwar, dass der Verkehr weiter in die City kommt. Aber nicht unter der Gefährdung von Anwohnern in kleinen Nebenstraßen, wie zum Beispiel der Nassestraße.  

Und auch bei der Bürgerinitiative „Für eine lebenswerte Südstadt“ sorgt die Ratsentscheidung für extreme Bauchschmerzen. „Nicht mehr nachvollziehbar ist die Entscheidung, den Individualverkehr durch die Nassestraße und Lennèstraße auf die Fritz-Tillmann-Straße zu leiten. Dem Antrag zur Durchführung einer Bürgerversammlung wurde nicht zugestimmt. Der Initiative wurde im persönlichen Gespräch mit OB Ashok-Alexander Sridharan und Planungsdezernent Helmut Wiesner eine Bürgerbeteiligung versprochen. Diese gibt es jetzt nach Beschluss nicht mehr“, teilt Stefan Rausch, Sprecher der Initiative mit.  

„Die Frage, wie lange die Testphase laufen soll, ist auch nicht klar. Ob die Versuchseinrichtung dann schleichend zur Dauerlösung werden soll, hat keiner klar benannt, wäre aber Betrug an den betroffenen Bürgern. Wann ist der Test aus Sicht der Stadt erfolgreich, wann nicht? Dazu wurden keine Kriterien erhoben. Hier wird aus dem Bauch heraus entschieden, nicht nach Fakten. Hier zeigt sich, welche Wertschätzung wir von unseren Ratsvertreter erwarten dürfen.“ Daher hat die Bürgerinitiative jetzt alle Anwohner und Anlieger zu einer Versammlung am Donnerstag, den 11.07.2019, um 19.00 Uhr im Café Orange, Fritz-Tillman-Straße 6, eingeladen.

05.07.2019