Ruck(es) Kolumnen


Neues aus der Bonner Wurstküche

Eigentlich widerstrebt es einem mittlerweile, noch etwas zu dem Desaster um die Renovierung der Beethovenhalle zu formulieren. Marion Steeger vom Bonner Express muss es wohl ähnlich ergangen sein und in einem gut geschriebenen Meinungsartikel rief sie diese Woche ihrer Leserschaft in Erinnerung:

„60 Millionen, 90 Millionen, 122 Millionen, schlimmstenfalls 166 Millionen: Man kann eigentlich nur noch hysterisch lachen, wenn es um die Kostenexplosion bei der Bonner Beethovenhalle geht. Warum wird bei der Bonner Beethovenhalle immer weiter gewurschtelt?

Allerdings: Wenn es ums Thema Schuldzuweisungen geht, da ist man im Stadthaus echt Spitze: Der Architekt ist „driss“, der Projektsteuerer ist auch nicht so toll. Liebe Leute! Das ist ja jetzt schon lange bekannt. Und warum passiert nichts? Warum lässt man angeblich unfähige Leute für Millionensummen immer weiter wurschteln? Warum wurden offensichtlich fahrlässig Verträge geschlossen, aus denen man jetzt nicht mehr rauskommt?

Bonner Stadtkasse immer leerer

Stimmt. Bei Problemen zahlt ja der Steuerzahler. Und wenn die Stadtkasse  immer leerer wird, füllt man sie eben wieder auf. An irgendwelchen Gebührenschrauben wird man schon drehen können...

Bonner Stadtverwaltung zu naiv?

Das Drama um die Beethovenhalle zeigt: Die Experten in der Stadtverwaltung für große Bauprojekte sind entweder keine – oder sie handeln naiv und blauäugig".

So weit, so gut, Frau Steeger.

„Aufhören“

Bei der unter dem Namen „Städtisches Gebäudemanagement Bonn(SGB)“ geführten Wurstküche im Stadthaus mit den zuständigen Verwaltungsspitzen werden die Wähler*innen allmählich zu Vegetarier*innen.

 „Aufhören, aufhören, aufhören“ brüllt Kabarettist Wilfried Schmickler immer in der WDR-Sendung ‚Mitternachtsspitzen‘. Das wünscht sich eine Mehrheit in Bonn inzwischen auch. Schluss mit „Beethovens Unvollendeter“ (Beethovenhalle). Und da kommt mir doch gerade spontan ein flüchtiger Gedanke: Warum passieren Unfälle und Brände nach Schweißarbeiten auf Baustellen immer anderswo?

Die Bonner SPD-Fraktion forderte auf der letzten Ratssitzung einen Baustopp. Da hat die SPD aber mal Recht! Nach der Kostenexplosion der letzten Monate sind ein Baustopp und eine danach folgende eventuelle Prozesslawine immer noch günstiger als städtische Gelder wie bisher zu verbrennen. Vielleicht gibt es ja sogar Zuschüsse aus der EU, damit man die Ruine der Beethovenhalle anschließend als bundesweites Denkmal für Unfähigkeit kommunaler Bauverwaltung stehen lässt. Touristen hätten einen weiteren Grund für Bonn-Besuche und der Stadt würde sicherlich schnell einfallen, aufgrund gestiegener Touristenzahlen irgendeine Hotelsteuer neu zu bewerten.

Ach ja, es wäre alles so schön, wenn es nicht so wäre, wie es ist. Und eine der vielen bekloppten, rheinischen Spruchweisheiten, die da lautet: „Schön is et erst, wenn et schön ist“ klingt da auch schon ziemlich abgelutscht.

Denken Sie dran: Nächstes Jahr sind Kommunalwahlen. Da muss es rundgehen, nicht nur im  Ventilator, sondern auf dem Wahlzettel! Dem Baustopp der Beethovenhalle muss ein Stopp der agierenden Kräfte in Politik und Verwaltung folgen.

Vorwärts und nicht vergessen!