Bonn Rhein-Sieg


Nadelöhr Fritz-Tillmann.Straße. Foto: Stefan Rausch

Verlängerter City Ring – eine Ortsbegehung

(m.g.) Der Rat der Stadt Bonn hat beschlossen, den City Ring zu verlängern. Das sorgt für Unruhe bei vielen Bonnern. Im September soll die Testphase für diese Verkehrsmaßnahme beginnen. Die Bürgerinitiative „Für eine lebenswerte Südstadt“ ist die Stecke abgelaufen und hat sie kritisch unter die Lupe genommen.

Der derzeitige Cityring über die Belderberg, Rathausgasse, Am Hof, Wesselstraße und Maximilianstraße, soll „verlängert“ über die Straßen Belderberg, Adenauerallee, Am Hofgarten, Fritz-Tilmann-Straße, Kaiserstraße, Maximilianstraße, die wieder geöffnet werden soll, und Bahnhofstraße geführt werden. Die Ortbegehung beginnt am Bertha-von-Suttner-Platz Richtung Koblenzer Tor. Der Bürgerinitiative stoßen folgende Punkte übel auf, so dessen Sprecher Stefan Rausch:

- Ein rechts abbiegen aus dem Belderberg in Richtung Rathausgasse wird untersagt.

- Die Franziskanerstraße soll in der Einbahnrichtung umgedreht werden, so dass diese nur noch von der Stockenstraße zum Belderberg befahrbar ist. Diese enge Einmündung in den Belderberg kurz vor dem Koblenzer Tor wird den Verkehr durch das Koblenzer Tor mit Sicherheit behindern - besonders für den Schwerverkehr.

- Die Engstelle Koblenzer Tor wird zusätzlich problematisch durch das Zusammentreffen zweier Verkehrsströme: Dem erweiterten Cityring und dem Verkehr nach Süden auf der Adenauer Allee sowie den Ausweichverkehr durch die Franziskanerstraße. Hinter dem Koblenzer Tor wird auch der Fußgängerverkehr über die Querung vom Hofgarten in den Stadtgarten an der Bedarfsampel auf den Verkehr einwirken.

- Die nächste Ampel mit Fußgängerüberweg an der Einmündung der Straße „Am Hofgarten“ in die Adenauerallee ist insbesondere deshalb problematisch, da hier verschiedene Rad- und Fußgängerverkehre (Besucher der Rheinpromenade, Schüler des Beethoven-Gymnasiums, der Münster-Schule, Studenten zur Universitätsbibliothek und den umliegenden Instituten) queren, dieser Einmündungspunkt hat auch nach Sperrung der Maximilianstraße zu einem Chaos geführt.

- Als nächstes folgt die Querungshilfen an der Einmündung Maarflach in die Straße „Am Hofgarten“. Unabhängig davon, dass hier eigentlich eine Ampelanlage für die Schüler notwendig wäre, bleibt dies für die Schulwegführung ein Gefahrenpunkt, wo die Schüler verunsichert allein gelassen werden. Hier wird dieser Gefahrenpunkt durch mehr Verkehr des erweiterten Cityrings verschärft.

- Dann folgt die Ampelanlage der Kreuzung Am Hofgarten, Lennéstraße und Fritz-Tilmann-Straße. Auf diese Kreuzung kommen der Verkehr aus drei Richtungen zusammen: aus Richtung Am Hof, Kaiserplatz Tiefgaragenausfahrten Markt-Garage und Hofgarten-Garage, sowie Umwegverkehr der Stockenstraße; der Verkehr der jetzt geplanten „Schleifenlösung“ über die Lennéstraße einschließlich der Verkehr aus dem Lennéviertel und der erweiterte Cityring über die Fritz-Tillmann-Straße, ebenso von der Bahnschranke Königstraße über die Kaiserstraße und Kaiserplatz. Diese Kreuzung ist zusätzlich ein Schwerpunkt von Fuß- und Radverkehr, der sich ergibt aus Wohnnutzung, universitäre Einrichtungen, Münsterschule, Schülerverkehr Münsterschule Maarflach und Riesstraße (OGS) und zwischen Münsterschule und Turnhalle (Fritz-Tilmann-Str.) sowie Studentenströme zwischen Uni-Hauptgebäude und Mensa in der Nassestraße. Hinzu kommt das Arithmeum, wo Konzerte aufgeführt werden. Damit ist an dieser Stelle ein verkehrstechnischer Supergau vorprogrammiert.

- Etwa 50 Meter weiter mündet der Verkehr der Dyroffstraße und der Riesstraße in die Fritz-Tillmann-Straße. Alle drei Straßen sind als Fahrradstraße definiert. Die Querung des Fahrradverkehrs über den erweiterten Cityring, hier die Fritz-Tilmann-Straße, ist wegen der unübersichtlichen Einmündungen gefährlich.

- Unmittelbar hinter der ersten Einmündung Dyroffstraße befindet sich das Café Orange mit Außengastronomie. Diese wird aufgrund des erweiterten Cityrings dort nicht mehr durchgeführt werden können.

- Der weitere Teil der Fritz-Tilmann-Straße ist schmal und hat insbesondere auf der rechten Seite einen besonders schmalen Bürgersteig, hier befinden sich direkt an der Straßengrenze in der Gebäudefront mehrere Garagen. In diesem Bereich liegen mehrere von dem Caritasverband genutzten Gebäude mit erheblichem Publikumsverkehr. Dieser Teil wird zum Nadelöhr, wo sich die verschiedenen Verkehrsteilnehmer zwangsläufig ins Gehege kommen. Außerdem kommt es zum kompletten Verlust von öffentlichen Stellplätzen. Besonders kritisch wird dann die Einmündung der Fritz-Tillmann-Straße in die Kaiserstraße. Hier ist es so schmal, dass es zu einem ständigen Einschwenken in Gegenverkehre kommt und damit zu erheblichen Behinderungen.

- Bei der Weiterführung des Verkehrs Richtung Norden in die Maximilianstraße und weiter in die Bahnhofstraße, stellt sich die Frage wie die Stadt sich die Organisation des zentralen Busbahnhofes vorstellt, hierzu gibt es bisher keinerlei Konzepte, diese Frage wird unter Hinweis auf die sich ergebenden Versuchsanordnungen Cityring und Kaiserstraße in die Zukunft geschoben.

„Es kann nur um den Erhalt der Koalition und nicht um vernünftige Verkehrsplanung gegangen sein, als einzelne Stadtverordnete kurz vor dem Ratsbeschluss alle Varianten der Verwaltung über den Haufen schmissen, um diesen Unsinn zu beschließen“ so Stefan Rausch. Für den morgigen Donnerstag hat di Bürgerinitiative zu einem Protestmarsch von der Südstadt zum Rathaus geplant.

17.07.2019