Bonn Rhein-Sieg


Foto: BONNDIREKT

Mehr Unfälle mit Fahrrädern

(m.g.) Jetzt ist es offiziell. Das Fahrrad ist das gefährlichste Verkehrsmittel in Deutschland. Nach Angaben des ADFC verunglückten letztes Jahr 88.850 Radfahrer auf deutschen Straßen, ein Plus von 11 Prozent gegenüber 2017. Noch dramatischer ist der Blick auf die Zahl der Todesopfer: 445 Radfahrer starben allein 2018, das sind fast 17 Prozent mehr als im Vorjahr.  Die Entwicklung machte auch nicht vor Bonn halt.

BONNDIREKT hat bei der Bonner Polizei nachgefragt. „In Bonn gab es im letzten Jahr 780 Verkehrsunfälle an denen Fahrradfahrer beteiligt waren“, sagt Michael Beyer, Sprecher der Bonner Polizei. „Das sind 80 mehr als im Jahr 2017.“ Die Zahl der leichtverletzten Unfallopfer stieg von 573 auf 597 und die der schwerverletzen von 125 auf 129. In 2017 und 2018 starben jeweils zwei Fahrradfahrer bei einem Verkehrsunfall.

Ein Grund für die steigenden Unfallzahlen ist aus Sicht des Radfahrverbandes ADFC die schlechte Infrastruktur für Radfahrer. Dieser kritisiert das schleppende Tempo beim Radwegebau fordert ein bundesweites Investitionsprogramm für geschützte Radwege und Kreuzungen. ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork sagt: „Es ist bedrückend: Täglich stirbt mindestens eine Radfahrerin oder ein Radfahrer auf unseren Straßen und alle halbe Stunde wird eine Person auf dem Rad schwer verletzt. Tendenz steigend, nicht fallend, wie politisch gewünscht. Bisher investiert Deutschland nur Peanuts in den Radverkehr. Wir brauchen endlich Pro-Kopf-Investitionen von mindestens 30 Euro, um Deutschland sicher für Radfahrerinnen und Radfahrer zu machen.“

Die häufigste Unfallkonstellation für Radfahrende sind Kollisionen mit Kraftfahrzeugen beim Einbiegen, Kreuzen oder Abbiegen. Ein großes Problem sind nach wie vor rechtsabbiegende LKW. Pflicht werden die lebensrettenden Abbiegeassistenzsysteme leider frühestens erst im Jahr 2022. Bis dahin gilt eine freiwillige Nachrüstung, die 2019 im Rahmen eines Förderprogramms mit 5 Millionen Euro unterstützt wird.

Aber auch die Verkaufszahlen von Fahrrädern und E-Bikes sind gestiegen. Laut dem Zweirad-Industrie-Verband lag der Absatz 2018 bei 4,18 Millionen Einheiten, das ist ein Zuwachs von 8,6% gegenüber 2017.

09.08.2019