Bonn Rhein-Sieg


Zu Ehren von Dr. Herbert Reichelt

Letztes Jahr beschrieb Wachtbergs Pressesprecherin Margrit Märtens eine Veranstaltung im Rahmen der 2018er Wachtberger Kulturwochen. Es war eine eher ungewöhnliche Lesung satirischer Lyrik in ungewohnter Umgebung. Die renommierte Weinhandlung BRIEM in Wachtberg-Berkum hatte in ihre Verkaufsräume eingeladen und so saßen sie denn dann: Ein interessantes satirisch-affines Publikum lauschte vor Weinregalen mit einem guten Glas Wein in der Hand den Rezitationen des Autors, der in den Vortragspausen von Klaviermusik begleitet wurde.

Der damalige Text von 'm.m' lautete u.a.: „Es wurde viel gelacht, ganz viel gelacht. Ob es auch ein wenig dem guten Wein geschuldet war? Wie auch immer, Reichelts Gedichte und Ruckes‘ Musik im WeinCabinet Briem haben einfach wieder Spaß gemacht“.

Herbert Reichelt ist vorletzte Woche verstorben, den Nachruf auf ihn werden die meisten Leser*innen der Printpresse entnommen haben, nachzulesen auch auf www.wachtberg.de.

Ich möchte den Nachruf noch durch einen ganz persönlichen Aspekt ergänzen: In der Vorbereitung der durch Reichelts Krankheit und Tod ausgefallenen diesjährigen Veranstaltung im Juli 2019 hatten wir beide geplant, die Besucher durch zwei gegenseitige Beschreibungen unserer Person zu unterhalten.

Heute stelle ich meinen nicht zum Vortrag gelangten Vers über Herbert Reichelt in diesen Artikel, aus Respekt und auch aus Trauer über seinen Fortgang.

 

Wachtberg ist nicht Weimar

In Weimar steh’n sie rum, auf einem Sockel,

die Dichterfürsten Schiller und natürlich Goethe.

Sie zu kennen, gar zu lesen, macht inzwischen Vielen Nöte.

In Wachtberg gibt’s auch einen Dichter, aber ohne Sockel.

Er macht’s satirisch und auch noch locker oder ‚lockel‘?

Einen Sockel dafür  braucht er nicht:

Er braucht nur gutes Publikum,

das hat er hier, sei’s drum.