Bonn Rhein-Sieg


Foto: Bonnorange

Überall Abfall – hinzu kommt der „wilde Müll“

(m.g.) Müll, wohin man schaut. Bei einem Spaziergang durch die Bonner City hat man den Eindruck, dass der weggeworfen Abfall ständig zunimmt. Getränkekartons und Chips-Tüten am Gehwegrand, weggeworfene Zigarettenkippen, Sekt- und Schnapsflaschen, Kaugummis und leere To-go Becher neben überquellenden Mülleimern. Die Stadtreinigung scheint nicht hinterherzukommen. Und nächstes Jahr feiert Bonn das Beethoven-Jahr, zu dem ein Ansturm an internationalen Gästen zu erwarten ist.

Problematische Schwerpunkte sind laut Bonnorange Bertha-von-Suttner-Platz, Friedensplatz sowie rund um den Hauptbahnhof. Bonnorange versucht sich gegen die Müll-Flut zu stemmen. So stellte das Unternehmen neulich eine „Gum-Wall“ zu Testzwecken auf, wo gekaute Kaugummis entsorgt werden können. Hinzu kommt die Kampagne gegen To-go Becher, um auf den Umweltwahnsinn der Einwegbecher aufmerksam zu machen und den dadurch täglich entstehenden Abfall.

Aber Bonnorange kämpft noch an einer ganz anderen Stelle. Und zwar gegen den „wilden Müll“, der illegal in Grünanlagen und verborgenen Ecken in der City entsorgt wird. „So sind im letzten Jahr nur für das Einsammeln von wildem Müll rund 200.000 Euro Zusatzkosten angefallen; Entsorgungskosten kommen noch hinzu“, erklärt Jérôme Lefèvre, Sprecher von Bonnorange, gegenüber BONNDIREKT.

An zusätzlichem Arbeitsaufwand für Fahrer, Handreiniger, Müllwerker und Fahrzeuge seinen rund 3.335 Stunden angefallen. „Diese Kosten trägt die Allgemeinheit über die Abfallgebühren“, so der Sprecher. „Im Jahr 2019 sind bis einschließlich Juli im Schnitt 155 wilde Müllkippen pro Monat von der Straßenreinigung abgesammelt worden. Die Entsorgung von Littering-Müll erfolgt im Rahmen der manuellen Straßenreinigung und ist nicht gesondert ausgewiesen. Die Kosten hierfür sind in den Straßenreinigungsgebühren enthalten.“

Die meisten Bonner sind sich einig: Bonn ist eine wunderschöne Stadt. Aber durch den Müll und Abfall verliert sie an Glanz. So könnte es sein, dass den Besuchern im Beethoven-Jahr die Stadt nicht als so wunderschön in Erinnerung bleibt.

04.09.2019